Track #8: Ökonomie und Regulierung: Standortwettbewerb im globalen Kapitalismus

Trackmoderation: Nikolaus Kowall, Klara Zwickl

Regionale und nationale Unterschiede und Eigenheiten – insbesondere im Bereich der jeweiligen wirschaftlichen, sozialen und ökologischen Regulierung – bilden den zentralen Ausgangspunkt für den im Rahmen der ökonomischen Globalisierung entstandenen Standortwettbewerb. In diesem globalen Standortwettbewerb konkurrieren einzelne Länder erfolgreich um Exportanteile und Unternehmensstandorte, während andere Gebiete und Regionen, die in diesem Wettbewerb nicht mithalten können, sukzessive zurückfallen. Ziel dieses Tracks ist es nach der Rolle regulatorischer Vielfalt im globalen Kapitalismus zu fragen und ihre Implikationen – etwa für Fragen nach Wettbewerbsverhältnissen und Machtverteilung, sektorale Spezialisierung und den Grundlagen nationaler demokratischer Systeme – zu analysieren.

Mögliche Fragestellungen, die in diesem Track diskutiert werden sollen, sind:

  • Wie wird regulatorische Vielfalt im globalen Kapitalismus von transnationalen Akteur_innen genutzt und welche Folgen hat dies für das tradierte, nationalstaatlich eingebettete Bild demokratischer Steuerung?
  • Wie hängen arbeits- und menschen- und steuerrechtliche Ausgestaltung einzelner Rechtssysteme mit Tendenzen im Bereich der sektoralen Spezialisierung einzelner Ökonomien zusammen?
  • Wie ist insbesondere die Präsenz unterschiedlicher regulatorischer Regime und des damit verbundenen Standortwettbewerbs innerhalb Europas vor dem Hintergrund des historischen Versuchs einer politischen Einigung Europas zu bewerten?
  • Welche macht- und herrschaftspolitischen Konsequenzen ergeben sich aus der Möglichkeit regulatorischer Arbitrage und was bedeutet, dass für nationale Souveränität und den Primat der Politik?
  • Was können wir aus der Erschließung neuer Daten aus Whistleblowing-Kontexten (Stichworte: Panama-Paper, Luxemburg-Leaks) über die Nutzung globaler regulatorischer Vielfalt lernen?

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