TrackmoderatorInnen bei Momentum18

15. Jan 2018

Foto Hallstatt BootWir freuen uns bereits jetzt einige der TrackmoderatorInnen für Momentum18: Klasse vorstellen zu können. Danke an alle, die sich bereit erklärt haben bei Momentum mitzuwirken. Die Liste wird laufend aktualisiert und ergänzt. Alle Informationen zur Teilnahme finden sich hier kurz und übersichtlich zusammengefasst. Abstracts egal ob Forschungsbericht, Policy-Papers oder Praxis-Bericht bis 12. April an anmeldung@momentum-kongress.org senden und dabei sein.

 

Track #1: Klasse – Schicht – Milieu

Trackmoderation: Carina Altreiter & Stephan Lessenich

  • Lässt sich die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts mit Hilfe des Klassenbegriffs sinnvoll fassen? Wenn ja: wie?
  • Wie können wir die gegenwärtige Renaissance der „Klasse“ als sozialwissenschaftliche und historische Kategorie erklären?
  • Können wir – zumal in Anbetracht des Nord-Süd-Konfliktes – von „globalen Klassen“ und analogen Interessen ausgehen?

Foto Carina AltreiterFoto Stephan Lessenich Carina Altreiter, Soziologin, forscht und lehrt am Institut für Soziologie an der Universität Wien. Ihre Forschungsbereiche umfassen Arbeit und Beschäftigungsverhältnisse, sozialer Wandel, soziale Ungleichheit, Anerkennung und Solidarität. 2017 hat sie zur Relevanz der Klassenherkunft im Leben junger IndustriearbeiterInnen an der Universität Wien promoviert. Stephan Lessenich lehrt Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er ist Special Fellow der Kollegforschergruppe „Postwachstumsgesellschaften“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Von 2013 bis 2017 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.

Track #2: Interessen organisieren: Strategien und Konfrontationen

Trackmoderation: Christina Schildmann & wird in Kürze bekannt gegeben

  • Was lässt sich von Beispielen erfolgreicher Interessensvertretung lernen?
  • Wie lassen sich Solidarität und gemeinsame Identität in immer vielfältigeren Gesellschaften organisieren?
  • Was folgt aus (fehlendem) Klassenbewusstsein und sozialen Aufstiegsversprechen progressiver Bewegungen?

 

#2 Christina Schildmann_quad Christina Schildmann hat zunächst eine Ausbildung zur Werbeassistentin gemacht, und im Anschluss für mehrere regionale Zeitungen geschrieben, bevor sie Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik studierte. Nach dem Studium hat sie u.a. als Redenschreiberin im SPD-Parteivorstand gearbeitet und als Referentin für Familienpolitik und Geschlechterforschung in der Friedrich-Ebert-Stiftung. 2015 bekamt sie die Gelegenheit, sich in das Thema Digitalisierung und die Zukunft der Arbeitswelt zu vertiefen – mit ihrem Team betreute sie eine Kommission zur “Arbeit der Zukunft“. Seit Anfang des Jahres 2018 leitet sie in der Hans-Böckler-Stiftung die Forschungsstelle „Arbeit der Zukunft“, die sich mit der Frage befasst, wie die Gesellschaft den rasanten Wandel so meistern kann, dass Arbeit in der digitalen Wirtschaft Teilhabe und Zukunftsperspektiven für alle bietet.

 

Track #3: Wir und die Anderen: Klasse und Identität

Trackmoderation: Gloria Kutscher & wird in Kürze bekannt gegeben

  • Wie hängt die Formation von Klassenbewusstsein mit der Ausbildung von individueller und kollektiver Identität zusammen?
  • Wo liegen die „feinen Unterschiede“ in unserer Gesellschaft – wie werden sie vorangetrieben, kodifiziert und schließlich festgelegt?
  • Welche Rolle spielt die Kategorie Klasse im Selbstverständnis von Emanzipationsbewegungen im Kontext von race und gender?

Foto Gloria Kutscher Gloria Kutscher arbeitet am Institut für Gender und Diversität in Organisationen, Department Management, Wirtschaftsuniversität Wien (WU). Ihre Forschung ist zwischen Organisations- und Diversitätsstudien verortet. Ihr Forschungsinteresse richtet sich speziell auf Ungleichheiten (inequalities), soziale Klasse und Identität aus Organisationaler und Diversitätsperspektive. In ihrer Dissertation beschäftigte sich Gloria Kutscher mit der Verknüpfung von Klassen- und Diversitätscharakteristiken und wie mittels dieser heterogene sozio-ökonomisch benachteiligte Kollektive identifiziert und adressiert werden können. In ihrer weiteren Forschung legt sie ein Augenmerk auf das Zusammenwirken zwischen struktureller und subjektiver Klassenzugehörigkeit, die Rolle von Repräsentationsorganen wie der Gewerkschaft, Sinnstiftungsprozesse (sensemaking) und Identitätsarbeit (identity work) sowie soziale Netzwerke und klassierte Karriereentscheidungen von jungen Menschen.

 

Track #4: Hegemonie und Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter

Trackmoderation: Kathrin GanzAnna-Katharina Meßmer

  • Welche neuen und alten Fronten zwischen Klassen finden sich im Netz wieder?
  • Wie prägen Plattformen und Algorithmen digitales Verhalten im Allgemeinen und politische Prozesse im Speziellen?
  • Was sind Inklusionschancen und Exklusionsgefahren eines digitalen Klassenkampfes?

Foto Kathrin GanzFoto Anna-Katharina Meßmer Kathrin Ganz ist Sozialwissenschaftlerin und lebt in Hamburg. Sie beschäftigt sich mit politischen Diskursen in digitalen Öffentlichkeiten, Netzpolitik und dem Wandel wissenschaftlicher Puplikationsgepflogenheiten (Open Access). Sie war an zahlreichen netzkulturellen Projekten beteiligt. 2018 erschien ihr Buch „Die Netzbewegung“, eine hegemonietheoretische und intersektionale Studie über die digitale Bürgerrechtsbewegung in Deutschland. Anna-Katharina Meßmer ist Leiterin der Geschäftsstelle des Forschungsinstituts für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW). Zuvor verantwortete sie als Lead Strategic Development die strategische Partnerentwicklung und Sales bei dem Meinungsforschungs-Startup Civey. Die promovierte Soziologin ist Mit-Initiatorin von #aufschrei, dem ersten Hashtag, der 2013 mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet wurde.

 

Track #5: Recht haben, Recht bekommen, Recht gestalten

Trackmoderation: Maria Lee & wird in Kürze bekannt gegeben

  • Kommt dem Begriff der „Klassenjustiz“ in der Gegenwart noch Berechtigung zu?
  • Welche Rolle können kollektive Interessensvertretungen und Klagsrechte von Verbänden bei der Beseitigung von Machtungleichgewichten in unserer Gesellschaft spielen?
  • Und welche Potenziale und Schranken hat die Rechtspolitik, um eine Gesellschaft der Gleichheit durchzusetzen?

Maria Lee Foto Maria Lee ist Uni-Assistentin (uni:docs, prae doc) an der Universität Wien am Institut für Rechtsphilosophie. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die rechtsdogmatischen und rechtsphilosophischen Aspekte des Gleichheitsrechts und die Dekonstruktion von Kategorien im Recht. Nach ihrer Ausbildung zur englischen Anwältin (Solicitor) in London und Nottingham war sie mehrere Jahre in der anwaltlichen und unternehmensjuristischen Praxis in Wien und London tätig. Schwerpunkte ihrer Arbeit waren das Kartellrecht, Gesellschaftsrecht und internationale Projekte. Sie ist Fellow der Vienna Doctoral Academy „Communicating the Law“ und Redaktionsmitglied der University of Vienna Law Review.

Track #6: Bildung: erben, aufsteigen, herrschen?

Trackmoderation: Ingolf Erler & Iris Schwarzenbacher

  • Inwiefern trägt ein Bildungssystem zur Stabilisierung oder Subversion von Klassen bei?
  • Welches Wissen, welche Fertigkeiten vermittelt unser Bildungssystem? Wie könnten emanzipativere Ansätze aussehen?
  • Wie lässt sich der Erfolg des privaten Bildungssektors in den letzten Jahren erklären und welche Auswirkungen hat er auf das öffentliche Bildungssystem?

Foto Ingolf ErlerFoto Schwarzenbacher Iris Ingolf Erler ist Soziologe in Wien. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen soziale Ungleichheit,  Zugang und Teilhabe an Bildungsprozessen. Iris Schwarzenbacher ist politische Referentin in der Abteilung Bildungspolitik der Arbeiterkammer Wien. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Hochschulforschung am Institut für Höhere Studien tätig. Ihre Schwerpunktthemen sind Hochschulpolitik, Zugang zu höherer Bildung und die soziale Lage von Studierenden, sowie Digitalisierung und Bildung.

 

 

Track #7: Die Verteilungsfrage in der Klassengesellschaft

Trackmoderation: Romana Brait & Andreas Haupt

  • Welche Rolle spielen gesellschaftliche Klassen für die Verteilung von ökonomischen Ressourcen, gesellschaftlicher Teilhabe, ökologischer Belastung und politischer Mitbestimmung?
  • Wie können die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse verschoben werden um Ungleichheit im Kapitalismus zu reduzieren?
  • Können in der Verteilungsforschung überhaupt soziale Klassen anstelle bloßer statistischer Größen identifiziert werden?

 

Foto Romana BraitFoto Andreas Haupt Romana Brait arbeitet als Ökonomin in der AK Wien und ist privat im BEIGEWUM engagiert. Ihre Schwerpunkte sind Verteilung und Umverteilung im Sozialstaat, Budgetpolitik und Ökonomik der Arbeiterbewegung. Sie bloggt auf blog.arbeit-wirtschaft.at und twittert unter @romanabraitAndreas Haupt ist Leiter der Nachwuchsgruppe ‚Economic Inequality and Labor Markets‘ am Karlsruher Institut für Technologie. Er forscht zur den Entwicklungen von Armut und Reichtum und (geschlechtsspezifischer) Lohnungleichheit in Deutschland und im internationalen Vergleich. Herr Haupt ist Erster Sprecher der Forschungsinitiative Berufe und soziale Ungleichheit (FIBus), einer interdisziplinären Vereinigung von Forscher*innen, die die Rolle des Berufs für vielfältige Dimensionen sozialer Ungleichheit diskutieren.

 

 

Track #8: Dimensionen der Ungleichheit

Trackmoderation: Mahsa Ghafari & Katharina Kreissl

  • Welche aktuellen Erkenntnisse umfassen die einzelnen Dimensionen der Ungleichheit (wie Klasse, Geschlecht, Herkunft) und wie gestalten sich diese im Verhältnis?
  • Entsprechen die aktuellen rechtlichen Möglichkeiten, Diskriminierungen oder Ungleichheiten zu bekämpfen den gesellschaftlichen Herausforderungen?
  • Wie können zentrale gesellschaftliche Aushandlungsräume (wie Schule, Arbeitsplatz, öffentlicher Raum) gezielt gestaltet werden?

Mahsa GhafariFoto Katharina Kreissl Mahsa Ghafari ist Menschenrechtsaktivistin und setzte sich bereits im Laufe ihres Studiums (Internationale Entwicklung) in mehreren zivilgesellschaftlichen Initiativen für soziale Gerechtigkeit, gegen rassistische und geschlechterspezifische Diskriminierung ein. Unter anderem hat sie den Verein Flucht nach Vorn mitgegründet, der 2015 mit dem Ute Bock Preis für Zivilcourage gewürdigt wurde, ist seit 2012 Vorstandsmitglied der Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch und rief 2017 gemeinsam mit Mitstreiterinnen anlässlich des Global Women’s March zum Streik auf. (Foto Credit: Alexander Gotter) Katharina Kreissl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Diversitätssoziologie an der Technischen Universität München. Davor arbeitete sie an der Wirtschaftsuniversität Wien zur Einführung von New Public Management an österreichischen Hochschulen und deren Auswirkungen auf Wissenschaftskarrieren und Geschlecht, sowie am Institut für Organisation und Lernen der Universität Innsbruck. Sie forscht zu Ungleichheiten in Organisationen, Subjektivierung und Agency.

 

Track #9: Wohlfahrt und Daseinsvorsorge im Spiegel der Klassenverhältnisse

Trackmoderation: Brigitte Aulenbacher & wird in Kürze bekannt gegeben

  • Wie kann der Sozialstaat zur Verfestigung, wie kann er zur Überwindung bestehender Klassenstrukturen beitragen?
  • Welche progressiven Potenziale bieten Systeme der Selbstverwaltung in der Theorie und in der Praxis?
  • Welche Auswirkungen haben Ausgliederungen und Privatisierungen auf gesellschaftliche Machtverhältnisse und innerbetriebliche Arbeitsbeziehungen?

Foto Brigitte Aulenbacher Brigitte Aulenbacher arbeitet als Soziologieprofessorin in der Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalysen des Instituts für Soziologie an der Johannes Kepler Universität Linz. Sie ist Mitherausgeberin des Global Dialogue, des Magazins der International Sociological Association, das soziologische Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Gesellschafts- und Kapitalismusanalyse, der Arbeits-, Care- und Geschlechterforschung. Aktuell forscht sie u.a. zur 24-Stunden-Betreuung.

Track #10: Ökologie und die soziale Frage

Trackmoderation: Sigrid Svehla-Stix & wird in Kürze bekannt gegeben

  • Welche Widersprüche, welche Synergien gibt es beim Adressieren von sozialen und ökologischen Fragen?
  • Wie verhalten sich Wachstums-, Globalisierungs- und Verteilungsfragen zueinander?
  • Wie werden (vermeintliche) Widersprüche zwischen sozialen und ökologischen Fragen in verschiedenen ökonomischen Perspektiven konstruiert bzw. aufgelöst?

Foto Sigrid Svehla-Stix Sigrid Svehla-Stix ist seit 2008 am Umweltbundesamt tätig. Sie arbeitet zur marktbasierten Instrumenten in der Umweltpolitik, zur ökologisierung des Steuersystems, zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors und speziell zu den budgetären Kosten der Dekarbonisierung. Neben den ökologischen Auswirkungen von Umweltmaßnahmen sind für sie auch die sozialen Effekte (Verteilungswirkungen) der Maßnahmen von großer Relevanz. Seit 2013 beratet Sie im Umweltbundesamt – abteilungsübergreifend – die Fachabteilungen bezüglich ökonomischer Fragestellungen/Methoden. Nach ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien und Alicante hat sie am Institut für Höhere Studien und am WIFO als Forscherin gearbeitet. Derzeit absolviert sie berufsbegleitend ein Doktoratsstudium an der Wirtschaftsuniversität Wien am Institut für ökologische Ökonomie.

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