Trackmoderation 2019

19. Mrz 2019

Wir freuen uns bereits jetzt einige der TrackmoderatorInnen für Momentum19: Widerspruch vorstellen zu können. Danke an alle, die sich bereit erklärt haben bei Momentum mitzuwirken. Die Liste wird laufend aktualisiert und ergänzt. Alle Informationen zur Teilnahme finden sich hier kurz und übersichtlich zusammengefasst. Abstracts egal ob Forschungsbericht, Policy-Papers oder Praxis-Bericht bis 12. April an anmeldung@momentum-kongress.org senden und dabei sein.

Track #1: Sozialstaat zwischen Emanzipation und Fürsorge

Trackmoderation: Andrea Schmidt und Margareta Kreimer

  • Markt oder Staat: Wo sind welche sozialen Herausforderungen besser aufgehoben?
  • Welchen Wert haben kollektive Sicherungssysteme für die Gemeinschaft oder hat sich die Tradition kollektiver (Ver-)sicherungssysteme überlebt?
  • Wo enden die Aufgaben öffentlicher Institutionen und wo beginnt die individuelle Verantwortung?
  • Welche Bedeutung hat kollektive Absicherung für das individuelle Sicherheitsempfinden und das Funktionieren moderner Demokratie?
  • Wie begegnen wir den großen Zukunftsfragen in der sozialstaatlichen Absicherung im Feld Altern und Pflege?
  • Almosen oder Rechtsanspruch? Strenge Evaluierung oder blindes Vertrauen? Versorgungsgedanke oder soziale Treffsicherheit? Wie soll wohlfahrtsstaatliche Aktivität operativ organisiert werden?

   

Andrea Schmidt ist Sozioökonomin in Wien und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit sozialpolitischen Interventionen im Bereich Langzeitpflege und Gesundheitsversorgung. Sie verfügt über Abschlüsse der Wirtschaftsuniversität Wien und der Universität Maastricht (Niederlande), sowie der Karl-Franzens-Universität Graz. Sie hat Forschungsaufenthalte und Ausbildungen u.&. &n der London School of Economics, der Universität Stockholm und der University of British Columbia (Vancouver) absolviert. Beruflich ist sie als Gesundheitsökonomin tätig und unterstützt politische Entscheidungsträger_innen durch Bereitstellung von wissenschaftlicher Evidenz.

Margareta Kreimer ist Ökonomin und arbeitet als Universitätsdozentin im Institut für Volkswirtschaftslehre in der Universität Graz. Sie forscht unter anderem zur Geschlechtergleichstellung, Wirtschafts- und Sozialpolitik, CareÖkonomie und Feministischen Ökonomie.

Track #2: Widerspruch organisieren und Widerspruch in Organisationen

Trackmoderation: Laura Wiesböck und Yussi Pick

  • Wie können Netzwerken diverse Anliegen und Differenzen inkludieren, ohne sich zu zerreiben?
  • Welche Formen des Widerstands gegen rechte Politik sind effektiv? Wie lassen sich nachhaltige Gegenbewegungen bilden, mit denen man Hegemonie gewinnt?
  • Wie lässt sich eine Kultur des Widerspruchs in Organisationen und politischen Institutionen etablieren und was  bedeutet diese Kritikfähigkeit für Macht und Hierarchien?
  • Wie können interne Widersprüche produktiv wirken? Welches kreative Potential hat Widerspruch?
  • Welche Macht haben Algorithmen über soziale Bewegungen? Wie können Online-Plattformen Bewegungen beschleunigen, wie Menschen von Teilhabe ausschließen?
  • Welche Faktoren befördern zivilgesellschaftliche Aktivität – wann mischen sich Menschen ein und treten gegen Unrecht auf?
  • Welche Strategien ermutigen Menschen zu Zivilcourage? Wie kann man gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie einschreiten?

   

Laura Wiesböck ist promovierte Soziologin an der Universität Wien. Sie forscht zu Formen, Ursachen und Auswirkungen von sozialer Ungleichheit. Für ihre akademische Arbeit wurde sie mit dem Theodor-Körner-Preis und dem Bank Austria Forschungspreis ausgezeichnet. Neben wissenschaftlichen Artikeln publiziert sie regelmäßig in Medien wie Zeit, Standard oder dem Falter Think-Tank. In ihrem vielfach rezipierten Sachbuch „In besserer Gesellschaft. Der selbstgerechte Blick auf die Anderen“ (erschienen September 2018 bei Kremayr & Scheriau) geht sie der menschlichen Sehnsucht nach Überlegenheit auf den Grund.

(c) Photocredit: Katharina Gossow

Yussi Pick ist einer der renommiertesten Kampagnen- und Kommunikationsberater des Landes. Seine Arbeit wurde national und international ausgezeichnet – etwa mit dem Deutschen Politik Award oder dem amerikanischen Kampagnen-Oscar, dem Rising Star Award. Gefragt ist er weit über die Grenzen von Österreich hinaus: Er war als einziger Europäer im Digital Organizing Team im Hauptquartier der Hillary Clinton Kampagne und in den Midterms 2018 verhalf er der Demokratischen Senatskandidatin Jackie Rosen zum Wahlsieg. In Österreich berät er als Managing Partner Unternehmen und Organisationen in strategischer Kommunikation, entwickelt (Mobilisierungs)Kampagnen und hilft Institutionen den digitalen Wandel zu vollziehen.

(c) Photocredit: Florian Albert

Track #3: Emanzipationsbewegungen – Widerspruch zum Status Quo?

Trackmoderation: Sigi Maurer und Judith Kohlenberger

  • Was bedeutet Emanzipation im 21. Jahrhundert und wie verhalten sich verschiedene Emanzipationsbewegungen zueinander?
  • In welcher Relation stehen einzelnen Dimensionen von Emanzipation wie Geschlecht, Herkunft, Klasse oder (Nicht-)Behinderung ?
  • Emanzipationsbewegungen im Laufe der Zeit am Beispiel des Feminismus:
    muss er jung, schön und sexy sein?
  • Welche Ziele können Emanzipationsbewegungen (niemals) erreichen?
  • Welchen Beitrag leisten Recht und Gesetz  zu einer emanzipierten Gesellschaft beitragen?
  • Aus welchen internationalen Vergleichen können Lehren gezogen werden, um zu einer emanzipierten Gesellschaft beizutragen?

   

Sigi Maurer studiert derzeit im Master Soziologie und arbeitet im Institut für Höhere Studien in der Hochschulforschung. Während der #unibrennt-Bewegung 2009 bis 2011 war sie Vorsitzende der ÖH-Bundesvertretung. Ab 2013 war sie vier Jahre lang Abgeordnete zum Nationalrat und Wissenschaftssprecherin der Grünen. Sie engagiert sich seit vielen Jahren lautstark für feministische Anliegen – zuletzt gegen Hass im Netz.

Fotocredits: Alexander Gotter

Judith Kohlenberger ist promovierte Kulturwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialpolitik der WU Wien und am Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital (IIASA, VID/ÖAW, WU). Seit Herbst 2015 arbeitet sie zu Fluchtmigration und Integration, unter anderem im Rahmen der Studie Displaced Persons in Austria Survey (DiPAS), welche erstmalig in Europa das Humankapital und die Wertvorstellungen von Geflüchteten erfasst hat. Sie lehrt an der Universität Wien und der FH Wien und forscht zu Migration und Bildung, Frauen und Flucht, und globalen Krisennarrativen.

Fotocredits: Raimo Rudi Rumpler

 

Track #4: Freiheit und Recht – Fundament Europas

Trackmoderation: Tamara Ehs und Maria Berger

  • Wie lässt sich das Spannungsverhältnis aus nationalistischer Klientelpolitik und einem gemeinsamen Europa auflösen?
  • Wie werden persönliche Daten im Streben nach dem Überwachungsstaat geschützt? Wie kann die EU Grundrechte sichern?
  • Wie können Demokratiedefizite und Ungleichgewicht in und zwischen den europäischen Institutionen aufgelöst werden?
  • Der Brexit wirft die Frage auf: Welche Rechte und Freiheiten gehen mit der Union? Welche Instrumente und Schnittstellen gibt es, um diese Rechte einzufordern?
  • Wahlrecht, Steuern, Sozialrechte – die Unterschiede in Europa sind gewaltig. Wie kann die europäische Integration abgeschlossen werden und die EU eine BürgerInnen-Union werden?
  • Wie kreiert man eine kollektive, europäische Identität? Wie könnte eine europäische Öffentlichkeit aussehen?
  • Wer hat das Recht, in Europa gehört zu werden? Für wen wird lobbyiert und Politik gemacht?
  • Wie umgehen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten entlang der Achsen alte vs. neue Demokratien, Ost-West-Gefälle, Nord-Süd-Gefälle?

 

Tamara Ehs ist Politikwissenschafterin und forscht zu sozialen Fragen von Demokratie und Verfassung(sgerichtsbarkeit). Sie hat neben der österreichischen Demokratiegeschichte auch intensiv über die rechtspolitischen und historischen Grundlagen der europäischen Integration publiziert und das südosteuropäische Forschungskonsortium „SEUM- The Challenges of Europeanisation“ sowie ein Projekt zur Verfassungsgerichtsbarkeit in Osteuropa geleitet. Darüberhinaus veranstaltet sie nun als Vorsitzende der IG Demokratie an Schulen sowie in der Erwachsenenbildung „Demokratie-Repaircafés“ und setzt sich europaweit für mehr partizipative Demokratie ein.

Maria Berger ist Juristin, war Angeordnete zum Europäischen Parlament aD, Bundesministerin für Justiz aD und Richterin am EuGH bis März 2019.

Track #5: Demokratische Öffentlichkeit vs. Fake News, Trolle, Denkfabriken

Trackmoderation: Astrid Mager und Michael Seemann

  • Trolle, Denkfabriken, rechte Echokammern: Wie kann man der, die Demokratie gefährdenden, Diskurszerstörung etwas entgegenhalten?
  • Anzeigengeschäft und Berichterstattung: Wie lässt sich vermeiden, dass Werbeeinschaltungen gefällige Darstellungen erkaufen?
  • Nach Camebridge Analytica: Wie müssten digitale Plattformen ausgestaltet und reguliert werden, damit UserInnen und ihre persönlichen Daten effektiv geschützt werden?
  • Warum funktionieren Immunisierungsstrategien gegen kritische Medien
  • („fake news“, „Satire“) und wie können Widersprüche rechter Politik trotzdem breit kommuniziert werden?
  • Weshalb gelingt rechten Medien die Etablierung von Echokammern besser als ihren Gegner_innen?
  • Welche Strategien können dazu beitragen, Diskurse wieder auf eine aufgeklärte, vielseitige und damit glaubwürdige Basis zu stellen?
  • Bildung und Medien: wie zum kritischen Medienkonsum anleiten, zwischen News und Fake News, Werbung, Propaganda unterscheiden?
  • Wie reagieren auf interessensgelenkte Kommentator_innen, Think Tanks und Lobbyist_innen die sich als „objektive“ ExpertInnen ausgeben?
  • Aufklärung als Entertainment: Sind Stephen Colbert & Co. Die kritischen Journalist_innen der Zukunft?
  • Alte Medien und neue Öffentlichkeit: Warum gibt es den Printjournalismus immer noch, welche low-budget-Alternativen bilden sich und wie lässt sich der enorme Erfolg von podcasts erklären?

   

Astrid Mager ist Senior Post-Doc am Institut für Technikfolgenabschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und externe Lektorin am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Wien. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Internet und Gesellschaft – dazu gehören aktuell Suchmaschinenpolitik, Internet Governance, digitale Wissenspraktiken, Algorithmen und Bias, Europäische IT Politik, alternative Technologien und kritische Theorie. Derzeit arbeitet sie an ihrem Habilitationsprojekt „Algorithmic Imaginaries. Visions and values in the shaping of search engines“ (finanziert durch den FWF, Elise Richter Programm; Projekt.Nr. V511-G29).

Michael Seemann, geboren 1977, studierte Angewandte Kulturwissenschaft in Lüneburg. Seit 2005 ist er mit verschiedenen Projekten im Internet aktiv. Anfang 2010 begann er das Blog CTRL-Verlust zuerst bei der FAZ, seit September auf eigene Faust, in dem er über den Verlust der Kontrolle über die Daten im Internet schreibt. Seine Thesen hat er im Oktober 2014 auch als Buch veröffentlicht: Das Neue Spiel, Strategien für die Welt nach dem digitalen Kontrollverlust. Normal bloggt er unter mspr0.de, podcastest unter wir.muessenreden.de und schreibt unregelmäßig für verschiedene Medien wie RollingStone, ZEIT Online, SPEX, SPIEGEL Online, c’t und das DU Magazin. Er unterrichtet verschiedene Seminare an der Universität zu Köln und der Universität der Künste in Berlin. 2016 war er als Sachverständiger zum Thema Plattformregulierung im Bundestag. Er hält Vorträge zu den Themen Whistleblowing, Datenschutz, Urheberrecht, Internetkultur, Plattformen und die Krise der Institutionen in Zeiten des digitalen Kontrollverlusts. Seit 2017 ist er im Aufsichtsrat des Grimme Forschungskollegs. 2018 gründete er mit Gleichgesinnten zusammen das Otherwise Network, in dessen Vorstand er seitdem tätig ist.

Fotocredits: Steffi Roßdeutscher

 

Track #6: Widerspruch wecken & Widerstand lernen

Trackmoderation: Ilkim Erdost und Daniela Gruber-Pruner

  • Wie kann das Bildungssystem sowohl individuelle Selbstverwirklichung ermöglichen, als auch kollektives Bewusstsein und Solidarität vermitteln?
  • Wie kann die Erziehung zu Kritik und Widerstand mit der Notwendigkeit des Bestehens in der individuellen Leistungsgesellschaft verbunden werden?
  • Welche pädagogischen Mittel eignen sich, um kritikfähige, eigenständig denkende Subjekte hervorzubringen?
  • Welche Kompetenzen braucht es, um Fake News oder rechtspopulistische Propaganda zu erkennen?
  • Wie werden wir zu politisch aktiven Menschen, woher kommt der Antrieb für gesellschaftliches Engagement?
  • Wie wird Zivilcourage gelernt, um – auch im digitalen Raum – gegen Diskriminierung und Gewalt aufzustehen?
  • Was sind die Grundlagen für das Erlernen von gewaltfreier Kommunikation und Konfliktlösung?
  • Wie können Universitäten sowohl Raum für die intellektuelle Avantgarde bieten, als auch Bildung für die Massen?

   

Seit September 2018 ist Mag.a (FH) Ilkim Erdost, MSc Geschäftsführerin des Vereins Wiener Jugendzentren, dem größten Anbieter offener Jugendarbeit in Österreich. Die Wienerin kommt aus dem Integrations- und Bildungsbereich. Zuvor war sie sechs Jahre Direktorin der Volkshochschulen Ottakring & Hernals. Im Fokus ihres Engagements steht persönliche Stärkung, die gesellschaftspolitische Teilhabe und die Ermächtigung zur politischen Äußerung von jungen Menschen und Personen, die von Marginalisierung bedroht sind.

Photocredit: VJZ

Mag.a Daniela Gruber-Pruner, Jahrgang 1975, wohnhaft in Wien ist Pädagogische Leitung der Österreichischen Kinderfreunde
und Mitglied des Österreichischen Bundesrates für die SPÖ Wien, Sprecherin für die Themen Bildung und Kinder(rechte)
und Vorsitzende der Kinderfreunde Donaustadt.

 

Track #7: Gute Unternehmen? Zwischen Mitbestimmung und sozialer Verantwortung

Trackmoderation: Jan Krims und Florentine Maier

  • Wie lassen sich in Unternehmen Widersprüche zwischen sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit auflösen?
  • Welchen Wert hat Widerspruch im und für Unternehmen und welche Bedeutung hat hier verfasste Mitbestimmung?
  • Sind private und (zwischen)staatliche Regulierung im Bereich Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards widersprüchlich, im Wettbewerb oder ergänzend?
  • Wie wirken und wie wirksam sind Standards, Programme und Bekenntnisse von Unternehmen zu sozialer Verantwortlichkeit („Corporate Social Responsiblity“, CSR)?
  • Was lässt sich von Alibi-Maßnahmen á la „Greenwashing“ oder „Openwashing“ lernen?
  • Was sind Formen und Kriterien guter Unternehmensorganisation?
  • Welche Optionen zur Regulierung von Produkt- und Produktionsstandards im Sinne der Förderung sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit bestehen auf nationaler wie internationaler Ebene?

   

Jan Krims ist Director bei einer großen Unternehmensberatung in Wien. Seit 2006 berät er Unternehmen und Institutionen im In- und Ausland mit den Schwerpunkten Personalmanagement, Organisationsentwicklung, Change Management und Leadership. Er beschäftigt sich mit der Entwicklung der Arbeitsweilt und der Veränderung von Unternehmens- und Arbeitsorganisation. Sein besonderes Interesse gilt dem politischen, volkswirtschaftlichen, soziologischen und psychologischen Blick hinter die betriebswirtschaftlichen „Kulissen“.

Fotocredits: feel image.

Florentine Maier ist habilitierte Betriebswirtin. Sie arbeitet an der WU Wien am Civic Life of Cities Lab, welches Zivilgesellschaft und Nonprofit-Organisationen in Städten untersucht. Sie erforscht Einflussfaktoren auf die gesellschaftlichen Funktionen dieser Organisationen, und speziell die Auswirkungen betriebswirtschaftlicher, hybrider und alternativer Formen des Organisierens auf das Überleben und die gesellschaftlichen Beiträge dieser Organisationen.

Fotocredits: WU Wien

 

Track #8: Gut leben – Nachhaltig

Trackmoderation: Julia Eder und Michael Soder

  • Wo ergänzen, wo widersprechen sich ökologische und soziale Fragen? Wie können Gegensätze zum Vorteil von Mensch und Ökosystem gelöst werden?
  • Wie sieht eine moderne öffentliche Verkehrsinfrastruktur aus – heißt Umweltschutz automatisch Verzicht auf Lebensqualität?
  • Welche Stromsparpotenziale gibt es? Welche Perspektiven eröffnen Alternativenergien wirklich?
  • Ist eine nachhaltige Massenproduktion von Lebensmitteln – einschließlich Fisch und Fleisch – möglich? Wie entwickelt sich die Erschließung alternativer Proteinquellen?
  • Wie lässt sich das Produktionsniveau halten und gleichzeitig auf Pestizide und Herbizide verzichten?

   

Julia Eder ist Universitätsassistentin an der Abteilung für Politik und Entwicklungsforschung des Instituts für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz. Ihre Forschung beschäftigt sich mit der politischen Ökonomie regionaler Integration. Im Zentrum stehen Fragen der aktuellen Handels- und Industriepolitik Europas sowie die Suche nach progressiven Alternativen für eine nachhaltige Lebensweise und die Reduktion der globalen Ungleichheit.

Michael Soder arbeitet als Ökonom in der Abteilung Wirtschaftspolitik der Arbeiterkammer Wien zum Thema der Energiepolitik. Er lehrt außerdem an der Wirtschaftsuniversität Wien, der FH Campus Wien, sowie der FH Wiener Neustadt. Zuvor war er Universitätsassistent am Institute for Ecological Economics der Wirtschaftsuniversität Wien an dem er auch sein Doktorat zum Thema der industriellen Beziehung in der sozial-ökologischen Transformation abschloss. In seiner Forschung beschäftigte er sich mit Fragen des wirtschaftlichen Strukturwandels, sowie der Arbeitsmarkt- und Umweltpolitik.

Track #9: Ökonomie des Widerspruchs

Trackmoderation: Elisabeth Springler und Jana Schultheiss

  • Welche Widersprüche zwischen Theorie und Empirie gibt es in der (Mainstream-)Ökonomie?
  • Auf welche Fragen geben unterschiedliche ökonomische  Denkschulen besonders widersprüchliche Antworten?
  • Aus Widersprüchen lernen: Wie können sich alternative Ansätze durchsetzen?
  • Wie wichtig ist Widerspruch in der wirtschaftspolitischen Diskussion?
  • Sind die Widersprüche im Kapitalismus (un-)überwindbar?
  • Wie kann eine Alternative zum herrschenden Wirtschaftssystem aussehen?
  • Wo gibt es Widersprüche in der Verteilung? Kapital und Arbeit, Reich und Arm, Nord und Süd
  • Reicht Umverteilung aus, um die Widersprüche in der Verteilung zu lösen?

   

Elisabeth Springler ist Ökonomin in Wien, sie arbeitet als Studiengangsleiterin an der FH des BFI Wien und lehrt vor allem in den Bereichen Makroökonomie und Geldtheorie. Neben der Geldtheorie und Geldpolitik, zählen Fragen der Europäische Integration und der Wohnungswirtschaft zu ihren Forschungsbereichen. Zu ihren Publikationen zählen unter anderem Ökonomie der internationalen Entwicklung gemeinsam mit Johannes Jäger, in dem Ansätze des Keynesianismus und der kritischen Politischen Ökonomie mit dem ökonomischen Mainstream gegenüber gestellt werden. Sie ist Mitherausgeberin unter anderem von Asymmetric Crisis in Europe (gemeinsam mit Johannes Jäger), das den Fokus auf die Effekte der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union legt. Die Bruchlinien, als Konsequenz von 10 Jahren „Antikrisenpolitik“ in Europa werden im derzeit erscheinenden Sammelband The State of the European Union (gemeinsam mit Stefanie Wöhl, Martin Pachel und Bernhard Zeilinger) beleuchtet.

Jana Schultheiss ist Ökonomin in Wien und Vorsitzende des BEIGEWUMs (Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen). Die inhaltlichen Tätigkeitsschwerpunkte dieses Zusammenschlusses von SozialwissenschafterInnen aus verschiedenen Disziplinen liegen u.a. in den Bereichen Budget- und Verteilungspolitik, Fragen der europäischen Integration, feministische Ökonomie sowie der Umweltpolitik.

Jana Schultheiss arbeitet seit einigen Jahren in der öffentlichen Verwaltung (zunächst im Themenfeld Frauen- und Gleichstellungspolitik, aktuell in der Sozialpolitik) und ist Lektorin an der FH Campus Wien.

 

Track #10: Welchen Wert hat Widerspruch

Trackmoderation: Katharina Mader und Michael Rosecker

  • Wieviel und welchen Widerspruch braucht und verträgt eine Gesellschaft?
  • Welchen Wert hat Widerspruch in Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft?
  • Wie reagieren progressive Projekte auf Widerspruch, wie auf die Kommerzialisierung ihrer Symbole und Kulturen
  • Welche Bedeutung hat der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit heute?
  • Wie umgehen mit widersprüchlichen Erkenntnissen und Empfehlungen?
  • Wie wirksam kann und soll Widerspruch von und mit Wissenschaft sein?
  • Wie lassen sich Widersprüche in Mainstreamdiskurse emanzipatorisch nutzen?
  • Wann ist Widerspruch überzeugend und wirksam?

   

Katharina Mader ist Assistenzprofessorin am Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Feministische und Politische Ökonomie. Für ihre Forschungsarbeiten hat sie den Dr. Maria Schaumayer Preis, den Gabriele Possanner-Förderungspreis sowie 2017 den 16. Wiener Frauenpreis erhalten.

Photocredit: Pamela Rußmann

Michael Rosecker, stammt aus Wiener Neustadt und studierte Geschichte und Philosophie. Er ist stellvertretender Direktor des Karl-Renner-Instituts, wissenschaftlicher Leiter des Karl-Renner-Museums in Gloggnitz und Geschäftsführer des ehrenamtlichen Verlages Verein Alltag.

Photocredit: Astrid Knie

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