Beiträge über 'Gleichheit'

1. Nov 2011

Zum Nachlesen: Die Keynote von Elfriede Hammerl für die Eröffnung von „Momentum11: Gleichheit“. Gehalten am Donnerstag, 27.10.2011 in Hallstatt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

eine konventionelle Anrede. Irgendwie konservativ. Bürgerlich. Ich wähle sie  bewusst und aus eben diesem Grund. Wir alle sind Bürgerinnen und Bürger im Sinn der Französischen Revolution. Wir alle verdienen gleich viel Ansehen und Respekt. Und wir könnten einige der bürgerlichen Umgangsformen durchaus konservieren. Nicht durchgehend sind sie Instrumente zur Abgrenzung von den einst so genannten niederen Ständen, viele transportieren einfach etwas durchaus Notwendiges: Rücksichtnahme auf andere. Die sollten wir weiter pflegen, statt uns einreden zu lassen, die fortschreitende Rüpelhaftigkeit im öffentlichen Raum sei eine notwendige Folge aufgehobener Klassenschranken. Ist sie nicht. Die Klassenschranken existieren nach wie vor. Die propagierte Rüpelhaftigkeit – Stichwort „Geiz ist geil“ – bewirkt nur, dass die nicht mehr so genannten niederen Stände einander unbefangen in die Goschen hauen, miteinander konkurrieren, einander was wegzuschnappen versuchen, statt sich anzuschauen, welchen Strukturen sie welches Unbehagen und welchen Mangel verdanken.

Die Unterscheidung zwischen Damen und Herren und Frauen und Männern hat ausserdem etwas mit einer Kindheitserinnerung zu tun, deren Bedeutung mir erst im nachhinein bewusst geworden ist. Ich habe überlegt, ob ich sie Ihnen erzählen soll, denn es geht darin um öffentliche Toiletten – kein ganz elegantes Thema – , aber, naja, es ist notwendig. Also: Ich erinnere mich, dass meine Mutter, als ich ein kleines Mädchen war,  sich mehrfach vor Bekannten darüber empörte, dass die Türen in den Toiletteanlagen von Gasthäusern, Restaurants, Berghütten etc. wie folgt beschriftet waren: „Frauen“ und „Herren“. Das war damals häufig, ja üblich. Meine Mutter sagte empört: Entweder Frauen und Männer oder Damen und Herren. Aber Herren und Frauen – das geht nicht. Heute weiss ich, ich habe daraus etwas Wichtiges gelernt: Ungleichbehandlung und Diskriminierung lauern überall. Und: Der Teufel steckt – auch und nicht zuletzt – im oft für nebensächlich gehaltenen Detail.

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1. Nov 2011

Die große Momentum11-Eröffnungsrede von Barbara Blaha.

Liebe Teilnehmerinnen, liebe Teilnehmer!

Ich könnte es mir an dieser Stelle ganz leicht machen. Ein, zwei Fragen zum Generalthema formulieren, alles ein wenig vage und unbestimmt. Jedenfalls nicht angreifbar. Doch so einfach will ich es mir nicht machen, so leicht möchte ich es euch nicht machen. Am Beginn von momentum11 zum Thema „Gleichheit“ muss daher eine Feststellung stehen. Sie lautet: Die Forderung nach Gleichheit bedarf keiner Begründung! Sie lautet weiters: Das Gleichheitsprinzip zu verraten war der schwerste Fehler, den die europäische Linke je begangen hat. Und die Feststellung lautet drittens: Wir müssen die Gleichheit erhobenen Hauptes fordern, in unserer wissenschaftlichen wie in unserer politischen Arbeit. Die Gleichheit ist und muss Kompassnadel unseres Tuns sein. mehr »

11. Okt 2011

Fast 70 fertige Papers sind rechtzeitig zum Kongress bei uns eingetroffen und finden sich nun – im interenen Bereich – zum Download. Danke an alle AutorInnen, die ihr Paper abgegeben haben. Eine rechtzeitge Abgabe ermöglicht auch den anderen KongressteilnehmerInnen die mehr »

Bildung ist nur dann nachhaltig, wenn sich Verstehen/Vernetzen und erworbenes Wissen die Waage halten (Essays vs. Kreuzerltests, Phantasie vs. auswendig lernen). Weiters ist Bildung nur dann egalitär, wenn es irrelevant ist, ob man reich ist oder arm, ob man am Land lebt oder in der Stadt, ob man sich für mehr »

„Ein guter Mensch zu sein, gilt hierzulande als Dummheit, wenn nicht gar als Schande.“ Erich Kästner
„Der Mensch ist von Natur aus ehrgeizig und misstrauisch und weiß sich im Glück nicht zu mäßigen.“ Niccolò Machiavelli

In zahllosen Diskussion zum Thema mehr »

Integration wird in Österreich völlig falsch diskutiert, in meinem Beitrag zu Track 5 möchte ich der Frage nachgehen, inwieweit der Zugang „Gleichheit und/oder Differenz“ einen Beitrag zu einem neuen Verständnis von Integration führen kann. Die österreichische Debatte über Migration und mehr »

Die zapatistische Bewegung, die mit dem Aufstand des Zapatistischen Heeres der Nationalen Befreiung (EZLN) in Chiapas im Südosten Mexikos im Jahre 1994 ihren Anfang nahm und bis heute in Form autonomer Gemeinden existiert, hatte durch eine neue Widerstandskultur und mehr »

Die Ablösung der Konkordanzdemokratie durch die Konkurrenzdemokratie, die  Zurückdrängung der Sozialpartnerschaft und der Konsenskultur oder die Einbindung einer rechtspopulistischen Partei in die Regierung sind nur einige wenige Schlaglichter auf die politische Entwicklung Österreichs innerhalb der letzten 50 Jahre.

Welche Auswirkungen haben mehr »

Dialektisch betrachtet ist die Entstehung der ArbeiterInnenbewegung Folge der Industriellen Revolution. Die Erosion einer feudalen Gesellschaftsordung, die Verfügbarkeit (zunft-)freier Arbeiterinnen und Arbeiter und die Fabrik als Organisation arbeitsteiliger und synchronisierter Produktion von Waren machte Arbeit selbst zur Ware. mehr »

Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die im Rahmen der UNO im Jahr 1948 beschlossen wurde, hält in ihrem ersten Artikel fest: „Alle Menschen sind mehr »