Schürz Martin: Vorschlag zu einer neuen Erbschaftssteuer in Österreich

28. Sep 2008

Abstract Momentum 08 Track 1 „Steuer- und Transfergerechtigkeit“

„Vorschlag zu einer neuen Erbschaftssteuer in Österreich

Daten zu den Erbschaften auf Basis einer Geldvermögensbefragung der OeNB (2004) zeigten folgendes Bild in Österreich:

• Erbchancen sind sozial sehr ungleich verteilt. Fast zwei Drittel der Bevölkerung in Österreich hat noch nichts geerbt.
• Die Streuung der Erbschaftssummen ist enorm. Einer hohen Zahl von geringfügigen Erbschaften steht eine niedrige Zahl an hohen Erbschaften gegenüber.
• Wer hat, dem wird gegeben: Vermögende erben mehr und häufiger; Besserverdienende erben häufiger
• Höher Qualifizierte (Uniabsolventen) erben mehr
• Arbeiter bilden jene Berufsgruppe, die am seltensten erbt
• Bei den Erbschaften geht es zumeist um relativ geringe Beträge (durchschnittlich unter 70.000 Euro aber Median sogar bei nur 20.000 Euro).

International ist das Bild ähnlich, wie Daten für die USA, Deutschland Finnland, Zypern usw. belegen (Luxembourg Wealth Study): Den Erben geht es ökonomisch besser als den Nichterben. Die politische Debatte in Österreich entbehrte jedoch leider bislang empirischer Daten zum Erbgeschehen.

Im Sommer 2008 werden die Ergebnisse einer repräsentativen Haushaltsbefragung der OeNB vorliegen. Der Fragebogen beinhaltet auch eine Reihe von Fragen zum Vererben und zum Erben. Zudem wird
ein Vergleich mit den Daten der Geldvermögensbefragung von 2004 möglich sein.

Diese Daten werden die Grundlage bilden für einen Vorschlag zu einer reformierten Erbschaftssteuer in Österreich.

Martin Schürz

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AutorIn Momentum 2011-02-15 03:30:09