Schindler Saskja: Leiharbeit: Ein weiterer Weg zu Ungleichheit in der Arbeitswelt

26. Jul 2011

(Auszug)

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Arbeitswelt stark verändert. Für diese Veränderungen wird meist das Schlagwort Flexibilisierung gebraucht, während der sozialwissenschaftliche Begriff „Erosion der Normalerwerbsbiographie“ auf die zunehmende Etablierung von Beschäftigungsformen verweist, die im Gegensatz zum„Normalarbeitsverhältnis“1 als „atypisch“ bezeichnet werden. Dazu zählen unter anderem befristete Dienstverhältnisse, geringfügige Beschäftigungen, Scheinselbstständigkeit und Leiharbeit (vgl. Tálos 1999, 7). Da der Bezug der meisten sozialstaatlichen Leistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialversicherung, Altersversorgung etc. am Normalarbeitsverhältnis ausgerichtet ist, sind atypische Beschäftigungsverhältnisse in dieser Hinsicht oft mit erheblichen Nachteilen für die Beschäftigten verbunden. So gehen sie häufig mit negativen Konsequenzen im Hinblick auf soziale und materielle Teilhabechancen einher, z.B. durch niedrige und diskontinuierliche Einkommen, die wiederum zu nichtexistenzsichernden Leistungen oder dem Ausschluss aus den sozialstaatlichen Leistungssystemen führen (vgl. Talos 1999, 7f.).

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Schindler_Saskja_2011_Abstract (application/pdf)
AutorIn Momentum2011 2011-07-26 10:44:01