Track #3: Markt, Macht & Globalisierung

Trackmoderation: Dirk Ehnts, Elisabeth Springler

Markt und Macht sind zwei zentrale Begriffe der Politischen Ökonomie, die eine enge theoretische und historische Verbindung aufweisen. Im Kern dieser Verbindung steht die kontroverse Frage, ob Markt und Wettbewerb zur Konzentration oder Diffusion von Macht beitragen und ob eine stärkere Rolle marktlichen Wettbewerbs in der Gesellschaft soziale Hierarchien verstärkt oder aufbricht. Diese grundsätzliche Frage prägt dabei auch die Geschichte ökonomischer Theoriebildung: Macht wird dabei entweder als zentrales ökonomisches Phänomen mit vielschichtigen Auswirkungen begriffen (so etwa in der ökonomischen Klassik oder der heterodoxen Ökonomie), oder als punktueller Störfaktor gedeutet, der primär auf der Ebene der Preisbildung wirksam ist (wie in der Mainstreamökonomie). Vor dem Hintergrund der Reorganisation ökonomischer Machtverhältnisse, die durch das Aufkommen der Globalisierung sowie dem Übergang zu einem globalen Finanzkapitalismus getrieben wird und dabei den Handlungsspielraum transnationaler Konzerne und FinanzmarktakteurInnen massiv erweitert hat, versucht dieser Track den oft unterbelichteten Zusammenhang zwischen Markt und Macht aus neuen Perspektiven zu beleuchten. In diesem Kontext lassen sich unter anderem die folgenden Fragestellungen diskutieren.

  • Wie hat sich die Machtposition transnationaler Konzerne und FinanzmarktakteurInnen seit den 1970er Jahren verändert und welche Mechanismen sind dafür besonders relevant?
  • Wie gehen transnationale Konzerne und FinanzmarktakteurInnen mit ihrem Zuwachs an Macht um? Wie werden Instrumente der globalen Konzernpolitik – wie Standortwettbewerb, Lobbyismus, Landnahme und Massenpatentierungen – zu Stabilisierung und Ausbau von Machtverhältnissen genutzt?
  • Welche Rolle spielt Macht in der Geschichte des ökonomischen Denkens und wie lassen sich historische Einsichten zur Frage von Markt und Macht auf die aktuelle Situation übertragen?
  • Welchen Marktformen und damit einhergehenden Macht- und Abhängigkeitsstrukturen begegnen wir bei der Analyse spezifischer globaler und nationaler Wertschöpfungsketten? Welcher Handlungsspielraum bleibt für die KonsumentInnen als AbnehmerInnen der finalen Erzeugnisse?