Track #2: Macht, Geschlecht & Identität

Trackmoderation: Laura Dobusch, Carolin Küppers

Die Ordnungs- und Herrschaftsfunktion der Kategorie „Geschlecht“ war und ist ein zentraler Erkenntnisgegenstand des Feminismus. Im Zentrum feministischer Debatten stehen dabei gesellschaftliche Unterdrückungs- und Herrschaftsverhältnisse, die zwar auf historisch gewachsenen asymmetrischen Machtbeziehungen beruhen, aber zugleich auch einer steten Aktualisierung bedürfen und daher ständig neu verhandelt werden müssen. Dabei ist das Feld in dem Herrschaft, Macht und Geschlechterverhältnisse heute verortet und thematisiert werden facettenreicher geworden. Für Foucault oder Butler bedeutet Macht dabei weniger eine klassische bipolare Hierarchie („oben vs. unten“), sondern ist vielmehr Ausdruck gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse, die nicht nur hegemoniale Strukturen umfassen, sondern auch jene Kräfte miteinbeziehen, die diesen Strukturen entgegenlaufen. Aus Sicht der „queer theory“ wird gerade der Frage der Konstruktion von Identität(en) eine wesentliche diskursive Sprengkraft zugeordnet: Wie ist es vor diesem Hintergrund um die Übersetzung dieser identitätspolitischen Einsicht in politische Praxis bestellt? Etwa dann wenn Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsrichtlinien Ungleichheiten aufzubrechen versuchen und dabei die strikte Dichotomisierung der herrschenden Geschlechterkonzeption reproduzieren?

  • Wie lassen sich Machtverhältnisse empirisch untersuchen? Wie lassen sich Einfluss- und Zwangsmomente der Macht analytisch und empirisch separieren?
  • Gibt es einen geschlechtsspezifischen Umgang mit Macht? Gibt es legitime und illegitime Macht?
  • Ist die herkömmliche Orientierung an Gleichstellungsmotiven vereinbar mit der Hoffnung auf eine völlige Dekonstruktion geschlechtlicher Zuschreibungen und der Aufhebung der Geschlechterdualität?
  • Was bedeutet Macht in Bezug zur Gleichstellung der Geschlechter? Welche Machtbegriffe brachte die Frauenbewegung diskursiv ein und welche gesellschaftlichen Auswirkungen hatte das? Welche neuen Entwicklungen zeichnen sich hier ab?
  • Wie steht es um das Verhältnis von Macht im Bereich feministischer Theorie, wie im Bereich feministischer Praxis? Wo werden Widersprüche thematisiert? Wie funktional ist der Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen akademisch geprägter Debatte und feministischem Aktivismus?