Momentum13

Momentum13 – Ein Résumé

Jedes Jahr im Herbst, wenn sich die Blätter langsam bunt färben, blüht Hallstatt noch einmal auf: Mittlerweile zum sechsten Mal fand dieses Jahr der Momentum-Kongress statt. Im Jahr 2013 zum Generalthema “Fortschritt”.

Über 250 TeilnehmerInnen diskutierten in zehn verschiedenenTracks vier Tage lang über sozialen Fortschritt und die Frage, wie  eine progressive Gesellschaft erreicht werden kann. Insbesondere die Teilnahme von vielen jungen Menschen hat uns als OrganisatorInnen sehr gefreut.

„Produktiver Zorn“

Barbara Blaha eröffnet den Kongress Momentum13: Fortschritt und liefert einen Vorschlag für einen kritischen Fortschrittsbegriff. In ihrer Eröffnungsrede für Momentum13 wirft Kongresspräsidentin Barbara Blaha einen Gegensatz zwischen pessimistischem und optimistischem Fortschrittszugang auf: Auf der einen Seite finden wir Menschen, die sich – von Gesellschaft und Staat – verlassen fühlen und ihre Enttäuschung und Wut auf die Errungenschaften der Zivilisation richten. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Fortschrittsgläubige, die eine positive Auffassung von Modernisierung vertreten und der Veränderung der Gesellschaft positiv gegenüber stehen.

Berechtigterweise wirft Blaha die Frage auf, ob jeder Fortschritt der Menschheit wirklich dienlich sei und denkt dabei an Stichwörter wir big data und Überwachungssysteme. Ist es also vernünftig, Fortschritt irgendwo zwischen einem pessimistischen und einem optimistischen Zugang zu suchen? „Am offensichtlichsten wird die Dialektik des Fortschritts dort, wo aus neuen Möglichkeiten bloß neue Instrumente zur Herrschaftsausübung werden“, sagt Blaha und plädiert außerdem dafür, dass neue Erkenntnisse allen offenstehen und nicht nur einer privilegierten Minderheit zu Gute kommen. Wir kommen wir aber zur Verwirklichung eines solchen Fortschrittsbegriffs? Wenn es nach Blaha geht, dürfen wir uns die Emotionalität und das Recht zum Fällen moralischer Urteile nicht von anderen entziehen lassen. „Aus unserer Empörung soll nicht traurige Wut, sondern produktiver Zorn werden. Der Verstand hilft uns bei der Analyse, unsere Grundwerte entscheiden darüber, was wir mit den Ergebnissen anfangen.“