Track #8: Feministische Strategien

Trackleitung: Birgit Sauer (Institut für Politikwissenschaft, Uni Wien) und Andrea Brem (Verein Winer Frauenhäuser).

Frauen sind mittlerweile – zumindest auf dem Papier – gleichberechtigt. Doch trotz Antidiskriminierungskampagnen und Gleichstellungsgesetzen bleibt der Prozentsatz von Frauen in Führungspositionen so verschwindend gering, wie der Prozentsatz der Männer, die sich an der Reproduktionsarbeit aktiv beteiligen. Auf die Selbstverantwortung wird in politischen Diskussionen bei diesem Dilemma verwiesen. In diesem Punkt trifft sich das alte feministische Credo der Selbstbestimmung auf verheerende Weise mit dem neoliberalen Diktum der Selbstverantwortung. Mit dem Verweis auf die individuelle Lebensgestaltung wird nicht nur die Politik aus der Verantwortung entlassen, auch frauenpolitische Forderungen verlieren an Gewicht und werden darüber hinaus in ihrer Substanz delegitimiert.

Welche feministischen Strategien führen zu mehr gelebter Gleichheit zwischen den Geschlechtern? Dieser Frage möchte dieser Track – auch anhand konkreter Beispiele nachgehen.

  • Welche Aspekte des Geschlechterverhältnisses bleiben bis heute unbearbeitet, welche Tabu-Themen werden im politischen Diskurs (weitgehend) ausgeblendet? Welche Forderungen lassen sich daraus ableiten?
  • Wie kann die vermeintliche Differenz zwischen feministischer Forschung alltäglicher (politischer Praxis) überwunden werden?
  • Welche Maßnahmen stehen der Frauenpolitik zur Verfügung? Was bringen Konzepte wie Gender Mainstreaming, Quoten in Politik und Wirtschaft und positive Diskriminierung? Welche Strategien wären darüber hinaus zu entwickeln?
  • Wie wirken sich „Top Girls“ und „Alpha-Mädchen“ als Feminismus im Zeichen neoliberaler Geschlechterregime auf den Diskurs und die Praxis der Frauenpolitik aus?