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Momentum Quarterly ist eine vierteljährlich erscheinende, referierte Zeitschrift, die sich Fragen des sozialen Fortschritts auf interdisziplinärer Basis widmet. Untenstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe von Momentum Quarterly. Alle hier vorgestellten Artikel werden Open-Access, d.h. frei zugänglich im Internet, veröffentlicht. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.momentum-quarterly.org. Wir freuen uns stets über neu eingereichte Beiträge und Kommentare zu bestehenden Beiträgen. Sie erreichen uns unter editors@momentum-quarterly.org.

Abstract:

Der Weg zu einer religiös vielfältigen Gesellschaft war in Österreich langwierig und von vielen Schwierigkeiten geprägt, nicht zuletzt von bestimmten religionspolitischen Konstellationen. Die offizielle Anerkennung der Islamischen Glaubensgemeinschaft im Jahr 1979 markiert den Beginn religiöser Pluralität, die in den vergangenen Jahrzehnten noch deutlich zugenommen hat. Ob religiöse Vielfalt einen echten Impuls zur Weiterentwicklung einer offenen Gesellschaft vermitteln kann, hängt allerdings auch vom Verständnis des Begriffs „Religion“ ab, von der vorausgesetzten religionspolitischen Option sowie von konkreten religionstheologischen Modellen, die die Vielfalt von Religionen je anders bewerten. Religionen können gesellschaftliche Lernprozesse initiieren, was zum Beispiel den Umgang mit Fremden oder die Ausbildung eines sozialen Gewissens betrifft. Dieser Lernprozess bedarf allerdings politischer Unterstützung im Bereich der Bildung sowie der Inklusion.
Schlagworte: Religion; Vielfalt; Postsäkularität; Religionspolitik; Offene Gesellschaft

Das Unbehagen mit der repräsentativen Demokratie: Demokratievertrauen und Reformwünsche in Österreich

Ines Grössenberg, Markus Pausch

Abstract:

Die österreichische Demokratie ist nach allen relevanten Demokratiemessungen eine der besten der Welt. Auch im zeitlichen Vergleich hat sie sich nach objektiven Kriterien deutlich verbessert. Dennoch zeigt sich seit einigen Jahren, dass die Bevölkerung mit dem Funktionieren der repräsentativen Demokratie in Österreich (wie auch in anderen europäischen Staaten) immer weniger zufrieden ist und der Demokratie insgesamt weniger Vertrauen entgegenbringt. Dieser Artikel analysiert einige der gängigen Erklärungen für den Vertrauensverlust und zeigt die Reformwünsche der Bevölkerung entlang verschiedener soziodemografischer Merkmale auf. Dazu werden Daten aus repräsentativen Umfragen herangezogen, die 2008 und 2016 im Auftrag des Zentrums für Zukunftsstudien der Fachhochschule Salzburg erhoben wurden. Diese Daten werden untereinander und mit anderen Daten aus EU-SILC, dem Eurobarometer sowie Instrumenten zur Demokratiequalität wie dem Freedom House Index oder dem Demokratiebarometer verglichen.
Schlagworte: Demokratie; Demokratiequalität; Demokratievertrauen

Wirtschaftspolitische Positionen österreichischer Parteien im historischen Verlauf: Die Ausgestaltung österreichischer Parteiprogrammatiken hinsichtlich neoliberalen Gedankenguts

Christian Grimm

Abstract:

Diese Arbeit analysiert die Grundsatzprogramme der einflussreichsten österreichischen Parteien (ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne) vor dem Hintergrund einer historisch gewachsenen Hegemonie des Neoliberalismus. Mittels einer vergleichenden Längsschnittanalyse wird der Einfluss der neoliberalen Wende in den späten 1970ern auf die Inhalte der Programmatiken identifiziert. Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass die aktuellen Programme aller vier Parteien neoliberalen Standpunkten näherstehen als ihre analysierten Vorgängerschriften. Gleichwohl konnten Variierungen bei der Intensität der Annäherung nachgewiesen werden.
Schlagworte: Österreichische Parteiprogrammatiken; marktliberale Prinzipien; Neoliberalismus; Wirkungsmacht ökonomischer Theorien

Andreas Lichtenberger, Kenya Price, Marce Spinner

Abstract:

Der Beschluss von CETA repräsentiert eine neue Entwicklung im Bereich der Freihandelsabkommen. Basierend auf der „Trade for All“ Agenda der Europäischen Kommission soll durch entsprechende Handelspolitik die Erreichung der UN-Ziele zu nachhaltiger Entwicklung befördert werden. Inwiefern die Einbindung von nachhaltiger Entwicklung in CETAs „Trade and Sustainable Development“-Kapitel erfolgt ist, soll Teil dieses Beitrags sein. Im methodologischen Forschungsrahmen des kritischen Realismus werden Ansätze struktureller und diskursiver Selektivität herangezogen, zuzüglich Beispiele aus dem Feld der Landwirtschaft, um CETA auf seinen nachhaltigkeitsfördernden oder -beschränkenden Charakter zu analysieren. Zu den Ergebnissen zählen potentiell schützende Elemente wie die Integration des Vorsorge-Prinzips, des Rechts auf Regulierung und eines Streitschlichtungsmechanismus, welcher zudem die Zivilgesellschaft sowie unabhängige Experten einbindet. Obwohl Regulierungen im Zusammenhang der nachhaltigen Entwicklung als umfassende und verbindliche Vorschriften beschrieben werden, lassen ihre Formulierungen viel Spielraum und adressieren keine klaren Sanktionen im Falle gesetzlicher Übertretungen.
Schlagworte: Handelspolitik; nachhaltige Entwicklung; CETA

Die AK setzt sich aktiv für die Interessen ihrer Mitglieder ein. Zur Verstärkung unserer Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik suchen wir ab sofort eine/n MitarbeiterIn in der Abteilung Wirtschafts­wissenschaft.

Aufgaben

  • wissenschaftliche Publikationstätigkeit (Journals, Sammelbände etc.)
  • Aufbereitung und Präsentation wissenschaftlicher Erkenntnisse in der breiten Öffentlichkeit und in Medien
  • Auf- und Vorbereitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Positionen für die Gremien der Arbeiterkammer
  • Lehr- und Vortragstätigkeit an Hochschulen sowie außeruniversitär (Gewerkschaften, NGOs etc.)
  • Vergabe und Betreuung von externen Studien
  • Organisation von Konferenzen, Veranstaltungen, Workshops etc.
  • Vernetzung mit der facheinschlägigen Wissenschaft, Sozialpartner sowie NGOs

Anforderungen

  • sozial- oder wirtschaftswissenschaftlicher Studienabschluss
  • abgeschlossenes sozial- oder wirtschaftswissenschaftliches Doktoratsstudium von Vorteil
  • Beschäftigung mit ArbeitnehmerInnen-relevanten Fragestellungen
  • Erfahrung in der Anwendung quantitativer Methoden und statistischer Software
  • Vertrautheit mit sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Theorien unterschiedlicher Denkschulen, besonders mit (Post)Keynesianischer Makroökonomie oder anderen heterodoxen Ansätzen
  • großes Interesse an wirtschafts- und sozialpolitischen Fragestellungen
  • Teamfähigkeit
  • Eigeninitiative

Gehalt          

  • ab € 3.198,60 brutto/Monat je nach konkreter Qualifikation und Berufserfahrung

Bewerbung

Wenn Sie darüber hinaus den Gedanken der ArbeitnehmerInnenvertretung als wichtig und sinnvoll erachten und bereit sind, sich dafür einzusetzen, richten Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung unter Angabe Ihrer Telefonnummer bis längstens 8.10.2018 an:

Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien

15.Sep.2018

IFK_Junior Fellowship

IFK Logo Junior Fellowships für DissertantInnen mit österreichischer Staatsbürgerschaft bzw. nicht-österreichische DoktorandInnen, die an österreichischen Universitäten betreut werden (bis zum 35. Lebensjahr).

Beim Dissertationsvorhaben muss es sich um ein interdisziplinäres Forschungsprojekt aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften handeln, das sich kulturwissenschaftlicher Fragestellungen und Verfahren bedient.

Forschungsprojekte können, müssen sich aber nicht auf den aktuellen Themenschwerpunkt des IFK beziehen.

IFK_Junior Fellowships beinhalten ein monatliches Stipendium in der Höhe von € 1.200 und einen Arbeitsplatz am IFK mit EDV und Internet-Zugang; der Erhalt des Stipendiums ist an den Aufenthalt am IFK gebunden, mehr als eine geringfügige Fremdtätigkeit ist neben dem Stipendium nicht möglich. Kosten für Kranken- und Sozialversicherung werden vom IFK nicht übernommen.

Eine erfolgreiche Bewerbung ermöglicht die Teilnahme an dem für das darauf folgende Studienjahr vorgesehenen IFK_Auslandsstipendienprogramm.

Bewerbungsbeginn: 01. Dezember 2018
Bewerbungsende: 20. Januar 2019

CfP Zeitschrift für Diversitätsforschung Call for Papers zum Themenschwerpunkt „Diversitätsforschung: Von der Rekonstruktion zur Disruption?“ der Zeitschrift für Diversitätsforschung und -management.

Call for Papers als pdf.

Für dieses Heft wollen wir Forschungsbeiträge gewinnen, die sich empirisch wie theoretisch mit dem Potenzial diversitätssensibler bzw. -affirmativer Praktiken beschäftigen, die Möglichkeiten intersektional angelegter Identitätspolitiken diskutieren oder Konzepte wie Inklusion, Teilhabe oder Partizipation aus explizit diversitätsaffirmativer Perspektive weiterentwickeln. Es geht also um die Beschäftigung mit und das Ausloten von konkret „lebbaren“ Alternativen in bestimmten Kontexten (Organisationen, Gesellschaft, etc.), die Differenzen als Fundament menschlicher (Ko-)Existenz voraussetzen anstatt eines zu adressierenden Problems.

Es gibt unterschiedliche Textkategorien: wissenschaftliche Beiträge (35.000 bis 45.000 Zeichen inklusive Leerzeichen), Forschungsskizzen und Positionen (12.000 bis 15.000 Zeichen inklusive Leerzeichen) oder Praxisbeiträge (12.000 bis 15.000 Zeichen inklusive Leerzeichen). Die Deadline für Beiträge ist je nach Art der Einreichung entweder der 1.12.2018 oder 1.02.2019.

Nachfragen richten Sie bitte vorab an zdfm@budrich-journals.de

Hans Matthöfer PreisDie Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung in der Friedrich-Ebert-Stiftung schreibt zum fünften Mal den Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik aus. Er wird im Frühjahr 2019 in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin im Rahmen einer Festveranstaltung verliehen. Das Preisgeld beträgt 10.000,- Euro.

Spätestens seit Ausbruch der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise ist es offensichtlich, dass die bisherigen wirtschaftspolitischen Modelle und viele gängige Rezepte an ihre Grenzen stoßen. Nur durch eine größere Theorienvielfalt, durch Methodenpluralismus und durch Interdisziplinarität kann der wissenschaftliche Wettstreit um die besten und richtigen ökonomischen Ideen, Modelle und Politikempfehlungen gelingen. Mit dem Preis wollen die Initiator_innen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler_innen ehren, die jenseits der volkswirtschaftlichen Standardtheorie oder des makroökonomischen Mainstreams neue Antworten auf die großen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen suchen.

Bis zum 30. September 2018 können Bücher, Beiträge aus Zeitungen, Zeitschriften, Sammelbänden und Blogs nominiert werden, die nicht mehr als 12 Monate vor dem 30. September 2018 erschienen sind. Autor_innen können sich nicht persönlich um den Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik bewerben, sondern müssen nominiert werden. Das Nominierungsformular finden Sie unter: Nominierungsformular.

Aus den eingegangenen Nominierungen ermittelt die Jury die Gewinnerin oder den Gewinner. Die Mitglieder der Jury sind: Prof. Dr. Peter Bofinger (Wirtschaftsweiser), Thomas Fricke (Chefökonom der European Climate Foundation, Kolumnist auf SPIEGEL ONLINE) und Dr. Brigitte Preissl (Chefredakteurin der Fachzeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics).

Informationen zum Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik finden Sie auf unserer Internetseite: Matthöferpreis.

07.12.2018 an der Technischen Universität München.

Viele Veranstaltungen und Trainings befassen sich mit Unconscious Bias und Stereotypen als Ursachen, ohne jedoch Lösungen aufzuzeigen, wie diese verändert werden können.

Unser Call for Posters ruft auf zur Einreichung von Studien und Befunden zu (Geschlechter)Stereotypen, MINT und Digitalisierung, für eine Posterpräsentation (siehe Call for Posters im Anhang). Die Einreichungsfrist für ein Abstract (max. 500 Wörter, zzgl. Titel und Autoreninformationen) ist der 15. August 2018. Bitte zu senden an Stefan Fischer, stefan.b.fischer@tum.de

Diese Konferenz widmet sich daher ganz der Frage, wie (Geschlechter)stereotypen und Unconscious Biases effektiv überwunden werden können – durch Maßnahmen in Medien, Bildung. Wissenschaft und Wirtschaft. Neben ersten Ergebnissen unseres vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekts „MINT@Work“ (FKZ: 01FP1711) erwarten Sie spannende Vorträge und Podiumsdiskussionen, u.a. mit der Schauspielerin Maria Furtwängler, Volker Herres (Programdirektor ARD), Prof. Dr. Hannah Riley Bowles (Harvard University), Oberstudiendirektor Heinz-Peter Meidinger (Präsident des Deutschen Lehrerverbandes), Teresa Bücker (Chefredakteurin EditionF) sowie Prof. Dr. Petra Schwille(Direktorin des Max-Planck-Institut für Biochemie). Weitere Informationen finden Sie im angehängten Programm.

Bitte melden Sie sich direkt hier zu unserer Konferenz an.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Es gilt das Prinzip „first come, first served“ – die Platzanzahl ist begrenzt.

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Momentum Quarterly ist eine vierteljährlich erscheinende, referierte Zeitschrift, die sich Fragen des sozialen Fortschritts auf interdisziplinärer Basis widmet. Untenstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe von Momentum Quarterly. Alle hier vorgestellten Artikel werden Open-Access, d.h. frei zugänglich im Internet, veröffentlicht. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.momentum-quarterly.org. Wir freuen uns stets über neu eingereichte Beiträge und Kommentare zu bestehenden Beiträgen. Sie erreichen uns unter editors@momentum-quarterly.org.

Abstract:

In jüngster Zeit wurde auf internationaler Ebene ebenso wie in verschiedenen Ländern eine Vielzahl alternativer Indikatoren gesellschaftlichen Wohlstands und Fortschritts entwickelt. Den Ausgangspunkt bildete eine Kritik des Bruttoinlandsprodukts (BIP) als vermeintlich aussagekräftiger Wohlstandsindikator. Alternative Indikatoren sollen dabei Fortschritte und Probleme der Realisierung sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit sowie unterschiedliche Dimensionen von Lebensqualität abbilden. Entsprechend können sie als Einsatzpunkte für ein sozial-ökologisch erweitertes Wohlstandsverständnis bzw. für eine lebensqualitäts- und wohlstandsorientierte Politik betrachtet werden, mit der die Orientierung an Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit infrage gestellt werden kann. Doch obschon zahlreiche (Kollektiv-)Akteure über solche Kennzahlen verfügen, ist ihr politischer Impact bislang beschränkt. Mittels einer interpretativen Policy-Analyse geht es in diesem Beitrag um strategische Möglichkeiten einer besseren institutionellen Verankerung sozial und ökologisch nachhaltiger Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik in Österreich.
Schlagworte:Wohlstandsindikatoren; Kritik am BIP; alternative Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik; lebensqualitäts- und wohlstandsorientierte Politik; interpretative Policy-Analyse

In 10 Jahren Nullemissionen? Widersprüche im Paris-Abkommen und ihre Auflösung. Zugleich zu Vorsorgeprinzip und überschätzten Klimaszenarien.

Felix Ekardt, Anika Zorn, Jutta Wieding

Abstract:

Das Pariser Klima-Abkommen vom Dezember 2015 erfährt öffentlich viel Kritik. Dabei wird seine äußerst ambitionierte Zielsetzung übersehen, die die globale Erwärmung verbindlich auf 1,5–1,8 Grad gegenüber vorindustriellem Niveau begrenzt. Der Beitrag zeigt in der Schnittmenge offener naturwissenschaftlicher Prognosefragen mit dem rechtlichen Vorsorgeprinzip auf, dass damit ein Weg zu globalen Nullemissionen innerhalb kürzerer Zeit als meist angenommen rechtsverbindlich vorgeschrieben ist. Ferner wird deutlich, dass die Politik sogar auf eine Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze ausgerichtet werden muss – und dass rechtlich gesehen bei Existenzfragen wie dem Klimawandel nur eine Politik, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Temperaturgrenze einhält, zulässig ist. Das stellt auch die vermeintlichen Klimavorreiter EU und Deutschland vor große Herausforderungen. Nach dem Gesagten müssen Deutschland und die EU im Rahmen der regelmäßigen Anpassung der eigenen Reduktionszusagen gemäß dem Paris-Abkommen ihre Verpflichtungen rasch und drastisch nachschärfen.
Schlagworte: Paris-Abkommen; Klimawandel; Klimaschutz; Menschenrechte; Vorsorgeprinzip; Klimaszenarien

Prepaid-Stromzähler: Erfahrungen aus der NutzerInnen-Perspektive von Haushalten in Deutschland

Oliver Wagner, Julia Wiegand

Abstract:

Energiearmut ist ein Phänomen, welches in Deutschland, wie auch in anderen Ländern des Globalen Nordens, in den letzten Jahren immer häufiger beobachtet werden kann. Zunehmend werden Prepaidzähler (engl. Prepayment Meter) von Energieunternehmen als Instrument eingesetzt, um KundInnen mit Zahlungsrückständen bzw. häufig auftretenden Zahlungsschwierigkeiten zu managen. Das Phänomen der Energiearmut in Deutschland ist relativ jung und damit die Anzahl der Prepaidzähler noch niedrig. Somit sind Erfahrungen in diesem Zusammenhang in Deutschland rar. Nachfolgend werden die Ergebnisse der ersten wissenschaftlichen Befragung von Haushalten mit Prepaidzählern in Deutschland (im Bundesland Nordrhein-Westfalen) analysiert. Dabei zeigt sich, dass Prepaid-Systeme für Strom für die betroffenen Haushalte mit erheblichen Alltagsveränderungen verbunden sind. Vorteilhaft ist, dass die Haushalte trotz bestehender Strom-Schulden weiterhin mit Energie versorgt werden können, dass sie über eine bessere Kostenkontrolle verfügen und dass sie Stromsparpotenziale erschließen können. Zu den wesentlichen Nachteilen zählen die hohen Kosten, der Aufwand für das Aufladen des Guthabens und dass Versorgungsunterbrechungen dennoch stattfinden, jedoch nicht erfasst werden. Insgesamt ergab die Studie eine hohe Zufriedenheit der Haushalte mit Prepaidzähler, es besteht jedoch Regulierungsbedarf seitens des Gesetzgebers in Deutschland.
Schlagworte: Prepaidzähler; Energiearmut; Armut; Stromschulden; Stromsperre; Smart Meter; Ordnungsrahmen

Angelika Frühwirth, Ana Mijić

Abstract:

Wer bleiben möchte, hat sich anzupassen; wer ansprechen möchte, hat spezifischen Idealen zu entsprechen; wer leben möchte, hat zu funktionieren. Ausgehend von diesen, in den Werken dreier Wiener Autorinnen mit „Jugoslawien“-Bezug identifizierten „Gesetzen“ einer erstarrten Wirklichkeit, widmet sich dieser Beitrag der Frage, wie Selbstbilder in verdinglichten Systemen entworfen werden und wie viel Platz dabei individuellen Freiheiten noch vorbehalten bleibt. Der literaturwissenschaftlichen Analyse dieser Werke wird die hermeneutische Interpretation von Gesprächen mit Menschen mit Migrationserfahrung dialogisch gegenüber gestellt. Dabei zeigen sich wesentliche Analogien zwischen dem Umgang der RomanprotagonistInnen mit einer erstarrten Wirklichkeit und den in den Interviews auftauchenden Strategien zum Entwurf von diasporischen Identitäten: Assimilation, Überkompensation, Erstarrung oder Resignation lassen sich sowohl aus den Romanen als auch aus den Interviews rekonstruieren. Hier und dort manifestieren sich aber auch widerständige Momente. Durch die gezielte Erzeugung von Reibung bemächtigen sich die im Inner[Außer]Halb Positionierten wieder der Kontrolle über ihre eigene Identität.
Schlagworte: Identität(en); Fremdheit/Entfremdung; Reibung/Konflikt

Bildschirmfoto 2018-06-26 um 13.23.18zum 7. Workshop der Initiative Care.Macht.Mehr, der als länderübergeifende Tagung mit der Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalysen am Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz

am 14. und 15.2.2019 in Linz/Österreich

veranstaltet wird.

Die Zukunft des Sorgens und der Sorgearbeit

Call for Papers als pdf

Die europäischen Sorgeregime sind seit Jahrzehnten in weitreichenden Veränderungen begriffen. Sie sind Teil der tiefgreifenden Transformationen des Kapitalismus, die sich beginnend in den 1970er Jahren, nach dem Zusammenbruch des Staatssozialismus ab 1989 und in der folgenden Phase der Globalisierung, nach der Finanzkrise 2008/9 und im Zuge der seitherigen Austeritätspolitiken zeigen.

Während mit der Rede von Sorge- und Reproduktionskrisen Gefährdungen der Selbst- und Fürsorge skandalisiert worden sind, die vor allem nach 2008 in neuer Form sichtbar geworden waren, bewegt sich die seitherige gesellschaftliche und wissenschaftliche Debatte zwischen den Polen von Dystopie und Utopie. Das betrifft die Frage, wie Sorge und Sorgearbeit ausgestaltet sind und wie Anforderungen und Ansprüche an gute Sorge und Sorgearbeit darin anerkannt oder missachtet werden. Es bezieht sich aber auch auf die Fragen nach der Zukunft des Sorgens und der Sorgearbeit, in denen Visionen einer entmenschlichten Welt der Sorgetechnologien Visionen eines solidarischen Miteinanders gegenüberstehen.

Sorgedystopien und -utopien bilden in gewisser Weise die Pole des Nachdenkens über die Zukunft des Sorgens und der Sorgearbeit. Was als dystopisch oder utopisch betrachtet wird, variiert jedoch und die Sorgepraxis bewegt sich in der Regel zwischen den Polen im Bereich des Machbaren und vernachlässigt das Visionäre. Daher lädt die Veranstaltung zum Nachdenken über die Zukunft des Sorgens und der Sorgearbeit ein, indem sie nicht nur die Pole, sondern auch das breite Spektrum dazwischen abzuschreiten versucht.

Fragen:

Die Veranstaltung will ausloten, wie Sorge und Sorgearbeit der Gesellschaft und der Wissenschaft an und zwischen den Polen der Dystopien und Utopien zum Thema geworden sind. Die Fragen lauten: Wie werden Sorge und Sorgearbeit ausgestaltet? Welche Herrschaftsverhältnisse und soziale Ungleichheiten machen sich darin bemerkbar? In welcher Weise verbinden sich mit der Ausgestaltung des Sorgens Kritiken der bestehenden Sorgeformen und alternative Vorstellungen? Welche Vorstellungen gelingender Selbst- und Fürsorge werden entwickelt? In welcher Weise berühren und verändern sie soziale Ungleichheiten und Herrschaftsverhältnisse? Gibt es zukunftsweisende Beispiele aus der Praxis?

Themenblöcke:

  • Selbst- und Fürsorge durch Digitalisierung
  • Neue Sorgemärkte und Sorgeextraktivismus
  • Sorgen zwischen Vergemeinschaftung und Vergesellschaftung
  • Sorgepolitiken und Wege in die sorgende Gesellschaft

Einreichung von Abstracts, Kosten, Ort, VeranstalterInnen:

Abstracts im Umfang von maximal 400 Wörtern einschließlich Kontaktdaten der Einreichenden werden erbeten bis 15.9.2018 an:

Die Auswahl und die Benachrichtigung über die Annahme erfolgen bis zum 15.10.2018. Bei Tagungsteilnahme wird vor Ort eine Pauschale von 40 EUR für die Pausenverpflegung erhoben werden; weitere Tagungsgebühren fallen nicht an. Reise- und Unterkunftskosten werden nicht erstattet. Ein Zimmerkontingent im Gästehaus der Universität zur Selbstbuchung wird reserviert werden.

Konferenzort:

Johannes Kepler Universität Linz, Uni-Center UC, Festsaal B und BR 1, 6, Altenberger Str. 69, 4040 Linz/Österreich, https://www.jku.at/

VeranstalterInnen:

Care.Macht.Mehr: Claudia Gather, Bernhard Weicht

Institut für Soziologie, Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalysen: Brigitte Aulenbacher, Michael Leiblfinger, Veronika Prieler

Forschungswerkstatt zu affektiven Methodologien mit Encarnación Gutiérrez Rodríguez und Christine Hentschel 6. bis 7. Dezember 2018 (Universität Wien)

Organisation: Brigitte Bargetz, Katja Chmilewski, Myriam Gaitsch, Maria M. Mayer

(Institut für Politikwissenschaft)

Im Zuge des affective turn gewinnt auch in den Sozialwissenschaften die Auseinandersetzung mit Affekten, Emotionen und Gefühlen zunehmend an Bedeutung. So spielen mittlerweile Emotionen in zahlreichen Forschungsfeldern eine stetig wachsende Rolle. Doch wie lassen sich affektive Aspekte von Arbeit, von Staat, Organisationen und Institutionen, von Mobilisierungsprozessen und sozialen Bewegungen sowie von Subjektivierungsweisen überhaupt empirisch untersuchen? Wie lassen sich Aussagen über das de/mobilisierende Potential spezifischer Gefühle wie Solidarität, Empathie, Wut, Scham, Neid oder Angst treffen und welche methodischen Zugänge helfen ‘uns’ dabei, diese Gefühle überhaupt erst greifbar zu machen?

Welche Rolle etwa spielen Affekte, Emotionen und Gefühle für soziale Bewegungen und politische Mobilisierung? Mit welchen methodischen Zugängen lassen sich die affektiven Dimensionen von individuellen Widerstandspraktiken bis hin zu kollektiven Mobilisierungsprozessen in den Blick nehmen? Welchen Beitrag leistet eine affektorientierte empirische Analyse von Arbeit und damit verbundenen Ungleichheitsverhältnissen? Welche widerständigen Praktiken zeigen sich in einer solchen Analyse? Wie können die Machtdimensionen affektiver Praktiken auch in Texten sicht- und fühlbar gemacht werden?

Diese und zahlreiche andere Fragen werden die Teilnehmer*innen dieser Forschungswerkstatt ausgehend von ihren empirischen Arbeiten gemeinsam mit Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Justus-Liebig-Universität Gießen) und Christine Hentschel (Universität Hamburg) diskutieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie anschließend an affekttheoretische Überlegungen empirisch gearbeitet werden kann bzw. welche Anknüpfungspunkte sich für empirische Analysen des Affektiven ergeben. Unterschiedliche Zugänge zu Affekten, Emotionen und Gefühlen verlangen dabei auch nach einer kritischen Auseinandersetzung mit und einer methodologischen Weiterentwicklung von bestehenden sozialwissenschaftlichen Methoden.

Die Forschungswerkstatt gliedert sich in eine öffentliche Abendveranstaltung mit Inputs von Encarnación Gutiérrez Rodríguez und Christine Hentschel und einen eineinhalbtägigen Workshop, bei dem im Vorfeld verschickte Texte sowie Papers der Teilnehmer*innen gemeinsam diskutiert werden. Der Schwerpunkt der Präsentationen kann sich auf Erhebungsprozesse oder auf die Analyse beziehen. Ebenso können methodische und methodologische Überlegungen zur Arbeit mit Affekten, Emotionen und Gefühlen zur Diskussion gestellt werden.

Einreichung von Abstracts

(Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen (PhD-Studierende, Post Docs), die sich (sozialwissenschaftlich) mit affektiven Methodologien beschäftigen und die ihre methodischen Zugänge zu Affekt, Emotion und Gefühl in den eigenen (empirischen) Arbeiten diskutieren und gemeinsam weiterdenken wollen, sind herzlich eingeladen, sich für eine Teilnahme an der Forschungswerkstatt zu bewerben. Wir bitten um Abstracts zum geplanten Paper (300-350 Wörter plus Kurz-CV) bis spätestens 30. Juni 2018 an katja.chmilewski@univie.ac.at. Der Abgabetermin für die Papers (15.000-20.000 Zeichen) ist der 31. Oktober 2018. Die Teilnehmer*innen werden im Juli 2018 über eine Zusage informiert. Leider können keine Reise- und Aufenthaltskosten übernommen werden.

Kooperation

Bereich Governance & Gender (Institut für Politikwissenschaft), IPW Lectures (Institut für Politikwissenschaft), Eva Flicker (Institut für Soziologie), Forschungsschwerpunkt Gender & Transformation (Fakultät für Sozialwissenschaften)

Foto Dohnal Archiv2004, anlässlich ihres 65. Geburtstages, überreichten die SPÖ-Frauen Johanna Dohnal als „Geburtstagsgeschenk“ Teilstipendien in Höhe der Studiengebühr für ein Semester. Ein solches Teilstipendium erhielten damals vier Studentinnen. Mit diesem Geburtstagsgeschenk wurde die Arbeit Johanna Dohnals, der die Ausbildung von Mädchen und Frauen stets ein zentrales politisches Anliegen gewesen ist, gewürdigt und gleichzeitig ein Zeichen gegen Studiengebühren und für den freien Zugang zu öffentlichen Bildungsinstitutionen gesetzt.
Inzwischen hat die Vergabe von Johanna-Dohnal-Teilstipendien (seit 2006: Förderpreisen) schon Tradition. Seit 2006 werden, wenn auch nicht jährlich, zusätzlich Johanna-Dohnal-Stipendien vergeben, die es einer Studentin ermöglichen sollen, ein halbes Jahr an einem Dissertationsprojekt zu forschen oder zu schreiben.

Die mit der Vergabe der Preise und Stipendien verbundenen Tätigkeiten obliegen dem Verein „Johanna Dohnal Archiv“. Anzahl und Höhe der zu vergebenden Preise beziehungsweise Stipendien sind von den jeweils vorhandenen Spenden/SponsorInnengeldern abhängig.

Richtlinien für die Vergabe:
Johanna-Dohnal-Förderpreise werden vergeben an Studentinnen bzw. Absolventinnen von österreichischen Hochschulen und Universitäten für Master- bzw. Diplomarbeiten oder Dissertationen (egal in welchem Stadium sich diese befinden),
• welche die Verwirklichung von Geschlechterdemokratie fördern
• eine Vorbildwirkung auf Mädchen und Frauen in Ausbildung und Studium haben.

Das Johanna-Dohnal-Stipendium, das 2019 ebenfalls vergeben werden wird, unterliegt denselben Kriterien, es richtet sich aber speziell an Dissertantinnen.

Bewerbungen:
Bewerbungen sind bis 16. August 2018 sowohl per Post als auch per E-Mail zu richten an:

Johanna Dohnal Archiv
Rechte Wienzeile 97
1050 Wien

archiv@johanna-dohnal.at

Erforderliche Unterlagen:
• Lebenslauf (nachname_cv.*)
• Abstract mit maximal 7.500 Zeichen (nachname_abstract.*) des zu unterstützenden Projektes bzw. der zu prämierenden Abschlussarbeit, das folgende Informationen enthält,
* in welcher Weise die Arbeit den Förderkriterien entspricht
* Themenstellung
* Methodenwahl und -begründung
* Forschungsstand
* Relevanz der (zu erwartenden) Ergebnisse der Arbeit bzw. der künstlerischen Präsentation.
Gegebenenfalls ein Exemplar der fertigen Arbeit (nachname_masterarbeit.*; nachname_dissertation.*)
• Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse der Bewerberin.

Die Ausschreibung online: http://johanna-dohnal.at/johanna-dohnal-foerderpreis