Rothschild Preis Das Karl-Renner-Institut und der SPÖ-Parlamentsklub vergeben den Kurt Rothschild Preis für Wirtschaftspublizistik. Der Preis erinnert an die großen Leistungen des österreichischen Ökonomen, der mit seinem Wirken Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in Österreich nachhaltig geprägt hat. Insbesondere seine Zeit im Exil – als Sozialist jüdischer Herkunft musste Rothschild nach dem Einmarsch Hitlers aus Österreich fliehen – hat dazu beigetragen, dass Kurt Rothschild immer einen sozialen Anspruch an die als Wissenschaft betriebene Ökonomie gestellt hat.

Ausschreibung im Detail

Detailed call for submissions

 

Zeitplan

 

Montag, 15. Jänner 2018: Start der Einreichfrist

Freitag, 27. April 2018: Ende der Einreichfrist

Sommer 2018: Juryentscheidung

Herbst 2018: Preisverleihung

 

Kriterien

Erwünschte Einreichungen bestehen aus der Kombination von einerseits namentlich zugeordneten Kolumnen, Kommentaren und Beiträgen in Zeitungen, Zeitschriften und Blogs, die an eine breite mediale Öffentlichkeit adressiert sind, und basieren andererseits auf bereits als Artikel in Fachzeitschriften, Working Papers oder Büchern publizierten wissenschaftlichen Arbeiten. Dabei ist wesentlich, dass beide Kriterien – wissenschaftliche Basis und publizistische Verwertung der wissenschaftlichen Inhalte – gleichzeitig gegeben und nachgewiesen sind.

 

Dotierung

Das Preisgeld des Kurt Rothschild Preises beträgt in Summe 10.000 €. Die Aufteilung wird von der Jury beschlossen.

Jury

Die Mitglieder der Jury unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Peter Mooslechner (OeNB und Vizepräsident NOeG) sind Univ. Prof. Dr. Wilfried Altzinger (WU Wien), Mag. Alois Guger(eh. WIFO), Dkfm. Dr.in Edith Kitzmantel GD a.D. (FISK), Mag.a Andrea Kuntzl (SPÖ-Wissenschaftssprecherin), Mag.a Maria Maltschnig (Karl-Renner-Institut), Dr. Markus Marterbauer (AK Wien), Univ. Prof. Dr. Ewald Nowotny (OeNB), Mag. Andreas Schieder (gf. SPÖ-Klubobmann), Dr.in Helene Schuberth (OeNB) und Univ. Prof. Dr. Engelbert Stockhammer(Kingston University).

 

Quarterly Logo

Momentum Quarterly ist eine vierteljährlich erscheinende, referierte Zeitschrift, die sich Fragen des sozialen Fortschritts auf interdisziplinärer Basis widmet. Untenstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe von Momentum Quarterly. Alle hier vorgestellten Artikel werden Open-Access, d.h. frei zugänglich im Internet, veröffentlicht. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.momentum-quarterly.org. Wir freuen uns stets über neu eingereichte Beiträge und Kommentare zu bestehenden Beiträgen. Sie erreichen uns unter editors@momentum-quarterly.org.

Abstract:

Dieser Artikel illustriert die organisationstheoretisch relevanten Aspekte der von Gilles Deleuze und Félix Guattari entworfenen Rhizom-Metapher anhand des Fallbeispiels globaler Dschihadismus. Dabei werden zwei Ziele verfolgt: Erstens soll das Potenzial der Metapher aufgezeigt werden, zu einem besseren Verständnis dynamischer Organisationsmodalitäten beizutragen, die durch die Linse traditioneller Theorien betrachtet schwer zugänglich sind. Zweitens soll zu einem umfassenderen Verständnis des Phänomens globaler Dschihadismus beigetragen werden. Mithilfe der Rhizom-Metapher wird deutlich, dass der globale Dschihadismus nicht entweder hierarchisch oder netzwerkartig organisiert ist, sondern dass er eine organisatorische Vielheit darstellt, die hierarchische und netzwerkartige Dimensionen in sich ständig verändernden Ausprägungen umfasst.
Schlagworte: Organisation; Rhizom; Dschihadismus; al-Qaeda; IS

Zwischen Teilhabe und Marktanteilen: Entwurf einer Landkarte für die „Sharing Economy“

Michael Heiling, Simon Schumich

Abstract:

Unter dem Dachbegriff „Sharing Economy“, der als Hoffnungsträger für mehr soziale Verantwortung und Ressourcenschonung verwendet wird, entsteht auch eine zunehmende Kommerzialisierung privater Lebensbereiche sowie eine Landschaft äußerst diverser Online-Plattformen. Begriffichkeiten wie „Pseudo-Sharing“ und „Share- Washing“ werden für die profitorientierte Ausprägung dieses Phänomens diskutiert. Jedenfalls ist augenscheinlich, dass viele Plattformen kein „echtes Sharing“ betreiben, also Ressourcen nicht ohne monetäre Gegenleistung zur Verfügung gestellt werden. In diesem Beitrag möchten wir der Frage nach der strukturellen Beschaffenheit von Organisationen nachgehen, die in Österreich im Bereich der sogenannten „Sharing Economy“ zu verorten sind. Die Resultate zeigen hinsichtlich der Eigentümerstruktur als auch der monetären bzw. nicht-monetären Abwicklung ein diverses Bild. Im Bereich der Dienstleistungsplattformen, auf denen im Wesentlichen menschliche Arbeit verteilt wird, ist jedoch eine Tendenz hin zur entgeltlichen Abwicklung und auch zur profitorientierten Organisation der PlattformbetreiberInnen zu erkennen. Diesem Bereich sollte besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Schlagworte: Sharing Economy; Digitalisierung; Plattformökonomie

‚Feminisierung‘ der Politik. Soziale Bewegungen gegen Austeritätspolitik in Spanien als Katalysator der politischen Partizipation von Frauen

Nicolai Huke, Stefanie Wöhl

Abstract:

Der Artikel analysiert Geschlechterverhältnisse in sozialen Bewegungen und neueren linken Parteien in Spanien infolge der Bewegung 15-M. Während explizit feministische Positionen und Identitäten teils nur zögerlich aufgegriffen wurden, so die These, waren die Organisationsformen der sozialen Bewegungen von „unbewussten“ Feminismen durchdrungen. Eine Politik der ersten Person, inklusive und interaktive Versammlungen sowie Infrastrukturen des Füreinander-Sorge Tragens ermöglichten es, individuelle Bedürfnisse in kollektive Forderungen zu verwandeln. Alltägliche Krisenerfahrungen wurden dadurch politisiert und die Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit verschoben. Dies führte zu einer vermehrten Partizipation von Frauen an sozialen Bewegungen, ein Effekt, der in neu entstandenen linken Parteien wie Podemos und Wahlplattformen, wenn auch zu einem geringeren Grad, andauerte.
Schlagworte: Gender; Demokratie; Verletzlichkeit; soziale Bewegungen; linke Parteien; Spanien

Soziale Innovation zwischen Emanzipation und Anpassung

Markus Pausch

Abstract:

Der Begriff „Innovation“ wurde lange vor seiner technologisch-ökonomischen Definition als auf die Zukunft gerichtetes soziales und emanzipatorisches Unterfangen verstanden, das in enger Verbindung zu den Werten der Aufklärung und der Entwicklung der modernen Demokratie steht. Im 20. Jahrhundert wurde er jedoch umdefiniert, vorrangig wirtschaftlich interpretiert und von der Ökonomie besetzt. Erst seit einigen Jahren hat sich eine neue Debatte über die soziale Dimension von Innovation unter dem Schlagwort „Soziale Innovation“ entwickelt, im Rahmen derer verschiedene Definitionen vorgeschlagen wurden. Die Begriffsverwendung ist nichtsdestotrotz eher diffus geblieben und konzentriert sich auf Top-Down-Prozesse. Im vorliegenden Artikel sollen alternative Interpretationen beschrieben und diskutiert werden. Mit Hilfe einer Kategorisierung werden vier verschiedene Typen von Sozialer Innovation vorgeschlagen, die für zukünftige praktische Ansätze einen Rahmen bieten können.
Schlagworte: Soziale Innovation; Emanzipation; Demokratie

CfA FluiditätNach den Tagungen „Migration bildet – Migration educates” und „Exil bildet – Leçons d’exil“, die 2017 und 2018 zu Fachpublikationen im Nomos- und Wochenschau-Verlag führten, fokussiert dieser Call der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig (HProf. Manfred Oberlechner, HProf. Robert Schneider) speziell auf die Frage von „Fluidität in Bildungsprozessen“ und wird in eine entsprechende Fachpublikation im Programm des Nomos-Verlages im Frühjahr 2019 münden.

Der Begriff „Bildung“ verweist diesbezüglich auf die Auseinandersetzung von bildungsrelevanten Themen von Subjekt und Umwelt bzw. auf die dabei stattfindenden Verhältnis- und Grenzsetzungen und hier speziell auf die Frage nach dem „pädagogischen Fluid“ einerseits und der Fluidität als Eigenschaft erziehungswissenschaftlicher Prozesse andererseits. Wenn Bildung „fluide“ gedacht wird, lässt sich diese nicht als festes Kapital im Prozess stetigen Machtzuwachses nutzen:

Was fluide ist, kann nicht kumuliert werden: Ist diese Fluiditätsthese zur Bildung möglicherweise die Chance auf eine Entkapitalisierung von Bildung und einen Ausgang von der Verwertungs- und Wachstumslogik? Wie kann eine Wissensgesellschaft gedacht werden, die sich selbst „fluide“ begreift? Und: Worin unterscheidet sich eine positiv bewertete Fluidität von der Sennett’schen (1998) Flexibilität und der von ihr ausgehenden Gefahr für die personale Identität?

Gerade die Thematisierung von Identitätsprozessen vor dem Hintergrund fließender Übergänge und dialektischer Denkfiguren bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte an gesellschaftswissenschaftliche Klassiker. Mit Mead (1934/1968) und dessen „Sozialität“ kann beispielsweise die Frage nach möglichen (sozialen) Ordnungen und ihrer Zeitlichkeit bei Anerkennung verschiedener Perspektiven und deren Übergänge gestellt werden. Damit eröffnen sich Verbindungen zum Konnex von gesellschaftlichen Prozessen und der Identitätsbildung von Subjekten – Meads I and me – sowie darüber hinaus zu Betrachtungen sozialer Handlungsfelder im Sinne Bourdieus (1972/2009).

Mit Bauman (2003) lässt sich zudem gegenwartskritisch(er) anschließen und die Fluidität sozialer Strukturen als Flüchtigkeit und Verlust deuten. Freiheit wird in dieser Diagnose verfehlt und als Beliebigkeit erfahren und artikuliert, ohne Konnex zu möglichen Ordnungen – mit Folgen im Hinblick auf die Idee von Bildung: Der moderne Bildungsbegriff kann vor diesem Hintergrund als Wachstumsdenken und „verzweifelter“ Versuch der Orientierung gedacht werden. Wenn Bildung als bloße Bildungsakkumulation im Subjekt aufgefasst wird, kann Fluidität als Bedrohung für das Subjekt erlebt werden. Es geht ihm um die Angst vor dem Bildungsverlust. Um ihr zu entrinnen, werden das unbeherrschbare, unüberschaubare, grenzenlose und geheimnisvolle Bildungswissen und somit auch fluid-imponderable Arten von Bildung unterdrückt – und damit die Chance, zu erfahren, was (zeitweiser) Bildungsverlust in Bildungsprozessen bedeuten könnte. In diesem Sinne orientiert sich der Call an dieser Grundfragestellung. Mögliche Stränge in der Diskussion sind dazu Spannungsfelder und Wechselspiele zwischen:

  • Bildungsprozess und Fluidität
  • Fluidität und Autonomie
  • Fluidität und Selbstfindung/Selbstauflösung
  • Fluidität und Mündigkeit
  • Fluidität und Bewußt-/Unbewusstheit

 

Fluidität und Differenz, Intersektionalität und Transkulturalität

Der Ansatz dazu ist ein multiperspektivischer, der sowohl erziehungswissenschaftliche, bildungssoziologische, bildungspsychologische, psychoanalytische, historische, sozialphilosophische, literarische, sprachwissenschaftliche, als auch künstlerische Aspekte umfassen soll. Es ist erwünscht, dass die behandelten Themen mit folgenden Vorschlägen vereinbar sind:

  • Das Fluid selbst wird in seiner Eigenschaft in den jeweiligen Kontext eingebettet.
  • Die Konstruktion der Fluidität als Eigenschaft eines Prozesses wird dargelegt.
  • Herausarbeitung der impliziten oder expliziten normativen Position von Fluidität und allfälliger (moralischer) Konsequenzen.

Einreichungsmodalitäten:

  • Einreichschluss für Abstracts ist der 30. April 2018 (max. 500 Wörter)
  • Thematische Zuordnung des Abstracts zu einem der oben aufgezählten Themenbereiche
  • Mögliche Publikationssprache: Deutsch
  • Abstracts an robert.obermair@phsalzburg.at

Ihren Abstract bitte mit Berufsbezeichnung(en), Forschungsschwerpunkt(e), Institution und Ort der beruflichen Tätigkeit, außerdem Ihrer persönlichen Adresse, Telefonnummer und Email- Adresse versehen.

Konkreter Zeitplan:

  • bis 15.5.2018: Zu-/Absage nach dem Peer-Review-Prozess
  • 30.11.2018: Ende der Abgabefrist für die einzelnen Buchbeiträge
  • im Frühjahr 2019: geplanter Erscheinungstermin der Fachpublikation im Nomos-Verlag (Hrsg. Manfred Oberlechner, Robert Schneider)

 

Foto Promotionskolleg Ausschreibung Promotionsstipendien im Rahmen des Promotionskollegs »Rechtspopulistische Sozialpolitik und exkludierende Solidarität« an der Eberhard Karls Universität Tübingen

Im Rahmen des von der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) eingerichteten Promotionskollegs an der Eberhard Karls Universität Tübingen sind zum November 2018 vier Promotionsstipendien zu vergeben. In dem von der Hans-Böckler-Stiftung an der Universität Tübingen eingerichteten Promotionskolleg werden die sich im Rechtspopulismus ausdrückenden, von dieser Seite aber auch vorangetriebenen exkludierenden Solidaritäten in verschiedenen Bereichen der Sozialpolitik (u.a. soziale Sicherungssysteme, öffentliche Infrastruktur, Migration und Arbeitsmärkte, Geschlecht und Familie) erforscht. Darüber hinaus wird der politische Widerstand gegen den Rechtspopulismus und die sich darin formierenden, der exkludierenden Solidarität widerstreitenden Solidaritäten untersucht. Vorgesehene Themenschwerpunkte des Kollegs sind:

  1. Rechtspopulistische Sozialpolitik und Sozialstaatskritik,
  2. Zeitgeschichte rechtspopulistischer und rechtsextremer Sozialpolitik,
  3. Normative Argumentationsmuster rechtspopulistischer Sozialpolitik,
  4. Exkludierende Solidarität in medialen Öffentlichkeiten,
  5. Solidaritätsabhängigkeit staatlicher Sozialpolitik.

Nähere Informationen zum Konzept des Promotionskollegs finden Sie unter: www.promotionskolleg-rechtspopulismus.net.

Logo AK WienThe financial crisis after 2009 caused a massive economic downturn. After initial expansive fiscal effects of the government support for banks, the fiscal stance soon turned to austerity and cutting back of public expenditures. Stagnation, which lasted a decade in the Eurozone, led to massive unemployment, especially in the periphery. Moreover, taxation continues to race to the bottom and financialization of the economy advanced further. The economic turmoil has precipitated the rise of right-wing populism, which in some European countries might be endangering the democratic system.

These and other factors put the welfare state under enormous pressure and the legitimate role of the welfare state today is in question. Who is dependent on a strong welfare state? What are the functions of the welfare state and do they have to be extended or cut back? Are we in need of a modernization of the welfare system? Who is benefiting from a weakened welfare state? Can the welfare state reduce threats to the democratic order? These and other related questions are highly relevant for the near future.

  • Datum:
    08.10.2018 – 09.10.2018
  • Zeit:
    09:00-19:00 Uhr (an beiden Tagen)
  • Veranstalter:
    Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, Gesellschaft für Plurale Ökonomik
  • Ort:
    AK Wien Bürogebäude, Vortragssaal, 6. Stock
  • Adresse:
    Plößlgasse 2, 1040 Wien
  • Email:
    Submission of abstracts and further information: daniela.paraskevaidis@akwien.at
  • Teilnahmegebühr:
    freier Eintritt

For this reason, the Chamber of Labour Vienna and the Society for Pluralism in Economics Vienna host a conference on October 8th and 9th 2018, for which researchers at the beginning of their career (Master, pre- or post-doc) are invited to attend. We particularly invite contributions to a special session on Marxist thought, which will be held to commemorate Marx’ 200th anniversary. Female researchers are strongly encouraged to present and participate in the conference. This year’s invited keynote speakers are:

  • Silke van Dyk is Professor of Political Sociology at the Friedrich-Schiller-University Jena specializing in political sociology, sociology of the welfare state and social policy, and sociology of demographics.
  • Arne Heise, Professor of Economics at the University of Hamburg, is an expert on macroeconomics, economic policy, public governance and European integration.

The deadline for abstracts (max. 1 page) is the 31st of May, 2018. The workshop language is English. Participants will be notified of acceptance by mid-June. The deadline for the (working) papers is the 8th of September. The conference is free of charge. Presenting participants will be reimbursed for train travel cost within Austria, and may apply for accommodation subsidies. An outstanding contribution by presenters in the young economists sessions will be awarded the Eduard März Prize of € 1,000.

Header Femina Politica Her mit der Zukunft?! Feministische und queere Utopien und die Suche nach alternativen Gesellschaftsformen (Arbeitstitel)

Call for Papers Heft 1/2019 

„Wir sind nur eine mögliche Zukunft. Verstehst du? […] Wahrscheinlichkeiten prallen aufeinander, und immer gibt es mehr als eine Möglichkeit.“ (Marge Piercy 1996 [1976]: 215)

Während sich in den letzten zwei Jahrzehnten ein gewisser Utopieverdruss und eine Absage an die Möglichkeit einer ‚alternativen’ Zukunft nicht zuletzt auch in feministischen, frauen*bewegten und queeren Zusammenhängen eingestellt hat, kann aktuell ein Wiederaufleben von utopischen Sehnsüchten beobachtet werden: Jenseits der breiten Öffentlichkeit und trotz eines immer wieder proklamierten „there is no alternative“ formieren sich wieder verstärkt gesellschaftliche Gruppen, welche für solidarische(re) und nachhaltige(re) Wirtschaftsformen und alternativen Formen des Zusammenlebens, der politischen Entscheidung und Partizipation jenseits herkömmlicher wachstums- und effizienzorientierten Ökonomien und repräsentativer Demokratien eintreten. Weltweit protestieren Aktivist*innen in unterschiedlicher Form gegen neoliberale Wirtschaftspolitiken, gegen Armut, Ungleichheit und die Nachwirkungen kolonialer Politiken und stoßen dabei sowohl bewegungsinterne als auch breitere gesellschaftliche Diskussionen über alternative Vorstellungen vom ‚guten Leben’ an. Vor diesem Hintergrund lassen sich auch die in Süd- und Mittelamerika bereits etablierten alternativen Vorstellungen eines ‚guten Lebens’ wie buen vivir oder vida tranquila ebenso wie das gemeinschaftsbasierte südafrikanische Konzept ubuntu als Visionen einer anderen Zukunft lesen. Während diese Konzepte teils zum Sehnsuchtsort ,unseres‘ Denkens werden, sind diese in Süd- und Mittelamerika längst zur Realität geworden, in politische Diskurse eingeflossen und werden an aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen überprüft. Aber auch im Globalen Norden erleben gemeinschaftsorientierte Projekte in Form von Ökodörfern, solidarischen Ökonomien und Gemeinschaften oder do-it-yourself-communities einen Aufschwung. Ebenso wird in politischen und akademischen Diskussionen versucht, alternative Zukünfte wieder ‚denkbar’ zu machen.

Wie sind diese aktuellen Entwicklungen und neuen Utopiemodelle aus geschlechtertheoretischer Sicht zu bewerten? Während in den 1970er-Jahren die Imagination einer alternativen Zukunft jenseits geschlechtsbasierter Diskriminierung und Gewalt, heteronormativer Familien- und Beziehungsmodelle und festgelegter vergeschlechtlichter Identitäten, Arbeitsteilung und kapitalistischer Produktionsformen ein zentraler Gegenstand feministischer Debatten war, schien spätestens mit der Dominanz eines neoliberalen Kapitalismus und der anhaltenden Geschlechterungleichheit der Utopieverdruss Überhand zu gewinnen und die Präsenz der Selbstoptimierung und die Herausforderung des Gegenwärtigen durch eine teils zunehmende Prekarisierung vielerorts das Träumen von einer anderen Realität zu untergraben. Hat sich angesichts der vermeintlichen Alternativlosigkeit kapitalistischer Produktionslogiken und den sich immer wieder neu instituierenden Formen von Heteronormativität und Geschlechterungleichheit also eine Art feministischer Utopieverdruss eingeschlichen? Oder umgekehrt, ist diese Absage an Utopie auch eine notwendige Konsequenz bestehender exkludierender utopischer Gesellschaftsentwürfe, welche queere und feministische Perspektiven nicht ausreichend berücksichtigen? Ist es vor dem Hintergrund der zu Recht geäußerten Kritiken an rassistischen, heteronormativen, klassistischen und able-istischen Annahmen in feministischen und queeren Utopien an sich problematisch, eine präskriptive Vorstellung von einer „guten’ oder „idealen Gesellschaft’ imaginieren zu wollen? Angesichts dieser Spannungsverhältnisse und den widersprüchlichen Implikationen des Utopiekonzepts ist es daher vielleicht kein Zufall, dass wir es aktuell eher mit mikropolitischen (Utopie-)Praxen und everday utopias zu tun haben und großen utopischen Narrationen von einer ‚besseren Zukunft’ eine Absage erteilt wurde.

Details zum Call finden sich auf der Website von Femina Politica 

Abstracts und Kontakt

Der Schwerpunkt wird inhaltlich von Antje Daniel und Christine Klapeer betreut. Wir bitten um ein- bis zweiseitige Abstracts bis zum 30. April 2018 an
christine.klapeer@uni-goettingen.de und antje.daniel@uni-bayreuth.de oder an die Redaktionsadresse redaktion@femina-politica.de. Die Femina Politica versteht sich als feministische Fachzeitschrift und fördert wissenschaftliche Arbeiten von Frauen* in und außerhalb der Hochschule. Deshalb werden inhaltlich qualifizierte Abstracts von Frauen* bevorzugt.

Abgabetermin der Beiträge

Die Schwerpunktverantwortlichen laden auf der Basis der eingereichten Abstracts bis zum 22. Mai 2018 zur Einreichung von Beiträgen ein. Der Abgabetermin für die fertigen, anonymisierten Beiträge im Umfang von 35.000 bis max. 40.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Fußnoten und Literatur) ist der 15. September 2018. Die Angaben zu den Autor_innen dürfen ausschließlich auf dem Titelblatt erfolgen. Alle Manuskripte unterliegen einem Double Blind Peer Review-Verfahren. Pro Beitrag gibt es ein externes Gutachten (Double Blind) und ein internes Gutachten durch ein Redaktionsmitglied. Ggf. kann ein drittes Gutachten eingeholt werden. Die Rückmeldung der Gutachten erfolgt bis spätestens 15. November 2018. Die endgültige Entscheidung über die Veröffentlichung des Beitrags wird durch die Redaktion auf Basis der Gutachten getroffen.

Offene Rubrik Forum

Neben dem Schwerpunktthema bietet die Rubrik Forum die Gelegenheit zur Publikation von Originalmanuskripten aus dem Bereich geschlechtersensibler Politikwissenschaft (Beiträge im Umfang von 20.00 bis max. 25.000 Zeichen), die zentrale Forschungsergebnisse zugänglich machen oder wissenschaftliche Kontroversen anstoßen. Vorschläge in Form von ein- bis zweiseitigen Abstracts erbitten wir an die Redaktionsadresse redaktion@femina-politica.de. Die endgültige Entscheidung wird auf der Basis des Gesamttextes getroffen.

Internationale Tagung, 23./24. November 2018, Universität Wien

Für heutige (westliche) Gesellschaften liegt es auf der Hand, dass Sexualität und Konsum ein enges wechselseitiges Verhältnis eingegangen sind. Unsere sexuelle Lebenswelt ist ausgestattet mit kommerziellen Gütern und Dienstleistungen, welche die Vorstellungen und Wünsche, aber auch das Handeln prägen und beeinflussen. Umgekehrt existieren kaum Waren und Dienste, die eine Aufladung durch sexualisierte Medien- und Produktkommunikation ausschließen.

Die Tagung „Sexualität und Konsum“ stellt die Genese dieser Interaktion seit dem 18. Jahrhundert in den Mittelpunkt und fokussiert vor allem auf Formen von Hybridisierung. Mit Sexualität und Konsum stellt sie zwei schillernde Begriffe in den Mittelpunkt, über deren Definition, Bedeutungsfelder und Synthese sich trefflich diskutieren lässt.

 

Folgende Problem- und Themenfelder erscheinen dabei besonders relevant:

1.) theoretische und konzeptionelle Überlegungen darüber, wie Sexualität und Konsum vom 18. bis in das 21. Jahrhundert zusammengedacht und inter- bzw. transdisziplinär erforscht werden können.

2.) empirische Fallstudien, unter Berücksichtigung von

a) Sexualisierung des Körpers und seiner ‚Hüllen’ durch Konsumobjekte (u.a. Performanz, Agency, Blickkulturen, Technologien der ‚sexiness’).

b) Entstehen hybrider/neuer Sexual- und Konsumformen.

c) das Zusammenspiel von Sexualität und Konsum in Praktiken und Diskursen mit dem Ziel der Produktivitäts- und Leistungssteigerung sowie Gesundheitsförderung.

d) Orte, Dinge und Medien, welche die Sexualität konsumierbar machen und den Konsum sexualisieren.

e) Untersuchungen, die ihren Schwerpunkt auf Erscheinungsformen von Intersektionalität (Gender, sexuelle Orientierung, Alter, Klasse, ‚race’/Ethnizität, Disability) im Verhältnis von Sex und Konsum legen.

f) öffentliche und private Erscheinungsformen sexualisierter Konsumpraktiken und kommodifizierter Sexualpraktiken.

g) eine Historisierung der Kritik an der Kommerzialisierung des Sexuallebens und der Sexualisierung der Warenwelt.

 

Nähere Informationen: siehe PDF

Senden Sie ein Abstract (3000-4000 Zeichen) an mario.keller@univie.ac.at

Einsendeschluss: 30.4.2018

Tagungsort: Universität Wien

Right Seeds Einreichungen eines Präsentationsbeitrag am Workshop CONCEPTUALIZING THE NEW COMMONS: THE EXAMPLES OF KNOWLEDGE COMMONS & SEED AND VARIETY COMMONS. Der Workshop wird von einer Nachwuchsforschungsgruppe an den Universitäten Oldenburg, Göttingen und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, die sich aktuell mit der Konzeptionalisierung der sog. New Commons auseinandersetzt, am Beispiel von Saatgut und Sorten als Gemeingüter (Webseite zum Projekt: www.rightseeds.de) veranstaltet.

Der Workshop, der in Kooperation mit der „International Association for the Study of the Commons“ organisiert wird, sollen neben dem spezifischen Fokus auf Seed & Variety Commons auch weitere Anwendungsfelder und allgemeinere Aspekte von Knowledge Commons diskutiert werden. Als einer der drei Keynote Speaker und Experte im Bereich der Knowledge Commons wird Brett M. Frischmann (Villanova University, USA) referieren.

Über einen Beitrag und/oder eine Weiterleitung an Kolleg/innen freuen sich die OrganisatorInnen. Der Abstract zum Vortragsthema können bis zum 19. März erreicht werden. Das Abstract soll 300-500 Wörter umfassen und an rightseeds@uol.de gesandt werden.

Hier findet sich der Call for Papers als pdf.

We are on Mission Banner “We are on a mission to build a more open, accessible, and fair financial future, one piece of software at a time” promises the software platform Blockchain. “Imagine if everyone could get around easily and safely, without tired, drunk or distracted driving” envisions the self-driving car company Waymo (a subsidiary of Google’s parent company, Alphabet Inc.). “The Regulation is an essential step to strengthen citizens’ fundamental rights in the digital age and facilitate business by simplifying rules for companies in the Digital Single Market” claims the European Commission with regard to the General Data Protection Regulation.

These examples show how imaginaries of future societies are enacted to promote digital innovations or legitimate certain modes of internet governance. They illustrate how software providers, tech companies and legislators dig into the rich pool of cultural norms, visions and values to support (or question) digital tools, rules and regulations. Future prospects seem to be central for making decisions in the present.

Mehr Infos zum Workshop:
“We are on a mission”
Exploring the role of future imaginaries in the making and governing of digital technology

Friday, 27 April 2018 | HIIG | Französische Straße 9 | 10117 Berlin

Keynote: Sally Wyatt (Maastricht University)

CFA AK StipendienDie Arbeiterkammer Wien schreibt Auslandsstipendien für Masterprogramme für 4 Studierende aus den Feldern Ökonomie und Sozialwissenschaften an der Kingston University (political Economy) und an der University in Greenwich aus.

Stipendium beträgt einmalig 6000€, dieser Beitrag soll die Teil-Finanzierung von Studiengebühren, Reise- und Lebenshaltungskosten ermöglichen. Die erste Hälfte der Förderung wird sofort ausbezahlt, die zweite Hälfte nach Präsentation der Masterarbeit. Bewerbungen werden in Form eines Motivationsschreibens, eines Lebenslaufs und einer Beschreibung des angestrebten Forschungsvorhabens (max 1 Seite) bis 11. Mai unter daniela.paraskevaidis@akwien.at entgegengenommen.