CfP: Demokratie jenseits klassischer Partizipationsformen, 6.-8.6.13, Hagen

23. Nov 2012

Bürgerhaushalte – Massendemonstrationen – Volksabstimmungen – wilde Streiks – neue soziale Medien – Wutbürger – Bürgerbegehren – … . Die direkte Beteiligung der BürgerInnen an der Demokratie rückt in der öffentlichen Diskussion, aber auch im Bewusstsein der Politikwissenschaft immer stärker in den Vordergrund. Für die input-­‐ Seite des politischen Systems sind in den letzten Jahren Veränderungen aus unterschiedlicher Perspektive festzustellen. Das betrifft a) die demokratietheoretische Reflexion über das, was BürgerInnen in einer Demokratie an Beteiligung zustehen sollte bzw. was sie dabei zu leisten haben; b) häufig damit (zu) wenig verbunden die Forderung aus der öffentlichen Debatte nach mehr Beteiligungsmöglichkeiten; und c) die Analyse der zunehmenden Beteiligungsformen, ihrer Ursachen, ihrer Ergebnisse und deren tiefergehenden Auswirkungen für Gesellschaft und Demokratie.

Dabei ist die Partizipationsforschung beileibe kein neues Feld. Schon Barnes/Kaase (1979) erforschten in den 70er Jahren die damaligen Wellen des Protests und der politischen Beteiligung und unterschieden dabei zwischen konventionellen und unkonventionellen Partizipationsformen. Die typologische Einteilung unterschiedlicher Partizipationsformen ist seither ein breites Feld politikwissenschaftlicher Auseinandersetzung.

Für diese Tagung wird ein sehr breites Verständnis alternativer bzw. nicht-­‐klassischer Partizipation zu Grunde gelegt, das es ermöglichen soll, alle politischen Beteiligungsphänomene jenseits des Wahlakts in parlamentarischen Demokratien zu diskutieren. Das Ziel der Tagung ist es, die drei oben genannten Perspektiven zu berücksichtigen. Es werden daher Vorschläge für Beiträge erbeten, die sich einer dieser Perspektive widmen oder diese verbinden und z.B. folgende Aspekte zum Inhalt haben, die regional nicht auf Deutschland oder die westlichen Demokratien beschränkt sind.

  • die demokratietheoretischen Grundlagen beteiligungsorientierter Verständnisse von Demokratie, deren Verbindung zu Forderungen nach mehr Partizipation und die Voraussetzungen, die an Bürger und Prozesse herangetragen werden
  • die Beschreibung, den Vergleich und die Analyse von neuen Beteiligungsformen und ihrer Ergebnisse, insbesondere auch in Hinblick auf deren Nutzung
  • die mögliche Veränderung der politischen Kultur, also der Einstellungen der BürgerInnen, aber auch der politischen Eliten
  • die Auswirkungen auf den politischen Prozess, die möglichen Veränderungen im Verhalten von BürgerInnen und politischen Eliten nach sich ziehen
  • die Auswirkungen auf und die Wechselwirkungen mit den Wahlen durch neue und zunehmende alternative Beteiligungsarten
  • die Rückwirkungen von empirischen Ergebnissen aus der Erforschung alternativer Partizipationsformen auf die demokratietheoretischen Grundlagen

Wir bitten bis zum 15.01.2013 um Vorschläge für Beiträge (max. 2 Seiten) an:
Prof. Dr. Michael Stoiber (FernUniversität Hagen): Michael.Stoiber@fernuni-­‐hagen.de Prof. Dr. Marianne Kneuer (Universität Hildesheim) kneuer@uni-­‐hildesheim.de

1 Kommentar

Mehring1 » Blog Archiv » Verfassungsnovelle per Crowdsourcing | 30.11.12

[…] und Mitbestimmung umzusetzen, die Luft ausgeht und alternative Beteiligungsformen vor allem in der Partizipationsforschung ihren Raum finden, zeigen die Einwohner und Einwohnerinnen von Island, wie es geht: Am 20. Oktober […]