CfP: Nachdenken über die Zukunft des Sorgens und der Sorgearbeit

26. Jun 2018

Bildschirmfoto 2018-06-26 um 13.23.18zum 7. Workshop der Initiative Care.Macht.Mehr, der als länderübergeifende Tagung mit der Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalysen am Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz

am 14. und 15.2.2019 in Linz/Österreich

veranstaltet wird.

Die Zukunft des Sorgens und der Sorgearbeit

Call for Papers als pdf

Die europäischen Sorgeregime sind seit Jahrzehnten in weitreichenden Veränderungen begriffen. Sie sind Teil der tiefgreifenden Transformationen des Kapitalismus, die sich beginnend in den 1970er Jahren, nach dem Zusammenbruch des Staatssozialismus ab 1989 und in der folgenden Phase der Globalisierung, nach der Finanzkrise 2008/9 und im Zuge der seitherigen Austeritätspolitiken zeigen.

Während mit der Rede von Sorge- und Reproduktionskrisen Gefährdungen der Selbst- und Fürsorge skandalisiert worden sind, die vor allem nach 2008 in neuer Form sichtbar geworden waren, bewegt sich die seitherige gesellschaftliche und wissenschaftliche Debatte zwischen den Polen von Dystopie und Utopie. Das betrifft die Frage, wie Sorge und Sorgearbeit ausgestaltet sind und wie Anforderungen und Ansprüche an gute Sorge und Sorgearbeit darin anerkannt oder missachtet werden. Es bezieht sich aber auch auf die Fragen nach der Zukunft des Sorgens und der Sorgearbeit, in denen Visionen einer entmenschlichten Welt der Sorgetechnologien Visionen eines solidarischen Miteinanders gegenüberstehen.

Sorgedystopien und -utopien bilden in gewisser Weise die Pole des Nachdenkens über die Zukunft des Sorgens und der Sorgearbeit. Was als dystopisch oder utopisch betrachtet wird, variiert jedoch und die Sorgepraxis bewegt sich in der Regel zwischen den Polen im Bereich des Machbaren und vernachlässigt das Visionäre. Daher lädt die Veranstaltung zum Nachdenken über die Zukunft des Sorgens und der Sorgearbeit ein, indem sie nicht nur die Pole, sondern auch das breite Spektrum dazwischen abzuschreiten versucht.

Fragen:

Die Veranstaltung will ausloten, wie Sorge und Sorgearbeit der Gesellschaft und der Wissenschaft an und zwischen den Polen der Dystopien und Utopien zum Thema geworden sind. Die Fragen lauten: Wie werden Sorge und Sorgearbeit ausgestaltet? Welche Herrschaftsverhältnisse und soziale Ungleichheiten machen sich darin bemerkbar? In welcher Weise verbinden sich mit der Ausgestaltung des Sorgens Kritiken der bestehenden Sorgeformen und alternative Vorstellungen? Welche Vorstellungen gelingender Selbst- und Fürsorge werden entwickelt? In welcher Weise berühren und verändern sie soziale Ungleichheiten und Herrschaftsverhältnisse? Gibt es zukunftsweisende Beispiele aus der Praxis?

Themenblöcke:

  • Selbst- und Fürsorge durch Digitalisierung
  • Neue Sorgemärkte und Sorgeextraktivismus
  • Sorgen zwischen Vergemeinschaftung und Vergesellschaftung
  • Sorgepolitiken und Wege in die sorgende Gesellschaft

Einreichung von Abstracts, Kosten, Ort, VeranstalterInnen:

Abstracts im Umfang von maximal 400 Wörtern einschließlich Kontaktdaten der Einreichenden werden erbeten bis 15.9.2018 an:

Die Auswahl und die Benachrichtigung über die Annahme erfolgen bis zum 15.10.2018. Bei Tagungsteilnahme wird vor Ort eine Pauschale von 40 EUR für die Pausenverpflegung erhoben werden; weitere Tagungsgebühren fallen nicht an. Reise- und Unterkunftskosten werden nicht erstattet. Ein Zimmerkontingent im Gästehaus der Universität zur Selbstbuchung wird reserviert werden.

Konferenzort:

Johannes Kepler Universität Linz, Uni-Center UC, Festsaal B und BR 1, 6, Altenberger Str. 69, 4040 Linz/Österreich, https://www.jku.at/

VeranstalterInnen:

Care.Macht.Mehr: Claudia Gather, Bernhard Weicht

Institut für Soziologie, Abteilung für Gesellschaftstheorie und Sozialanalysen: Brigitte Aulenbacher, Michael Leiblfinger, Veronika Prieler

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