CfP: Journal für Psychologie „Wissenschaftliches Arbeiten“

13. Nov 2017

Lehrveranstaltungen zur Praxis wissenschaftlichen Arbeitens finden sich in der einen oder anderen Form in den meisten Studiengängen der Geistes- und Sozialwissenschaften: Solche Kurse befassen sich zum einen (gelegentlich auch) mit den wissenschaftsphilosophischen Grundlagen einer Disziplin und wollen zum anderen praktische Hinweise an die Hand geben, wie Literatur zu finden und zu bewerten ist, wie Texte zu verfassen, Referate zu halten und korrekte Literaturhinweise zu benennen sind. Gleichzeitig geht ein so theoretisch vermitteltes Wissen häufig an den jeweiligen Praxen des alltäglichen Wissenschaftsbetriebs vorbei. Der Prozess von der Generierung einer Forschungsidee über das Formulieren von Anträgen, der Konzeption empirischer Untersuchungen, des Verfassens und laufenden Veränderns eines Textes bis hin zur Publikation von Beiträgen in Journalen, Forschungsberichten und Monographien erscheint dabei höchst individuell und liegt zum großen Teil im Dunkeln.

Call for Papers im Journal für Psychologie

Mit dieser Ausgabe des Journal für Psychologie wollen wir uns selbst als Wissenschafter_innen befragen.

1. Wie machen wir Wissenschaft?

 *   Welche Ressourcen setzen wir wann ein?

 *   Wie und wo generieren wir unsere Ideen?

 *   Wie wichtig ist formeller und informeller Austausch?

2. Welche Rolle spielt die Lehre für die Wissenschaft?

 *   Muss Lehre unterhaltsam sein?

 *   Wer lernt von wem?

 *   Wie verstehen wir unsere Rolle als Lehrende und Lernende?

 *   Welche Rolle spielen Prüfungen, Klausuren und Examina bzw. Abschlussarbeiten für die Wissenschaft?

 *   Was ist das Verhältnis von Didaktik und Wissenschaft?

3. Welche technischen Voraussetzungen sind entscheidend?

 *   Wie nutzen wir Bibliotheken, Datenbanken, Journale, Suchmaschinen, Literaturverwaltungsprogramme, social Media, etc.?

 *   Welche Auswahlstrategien sind für uns ausschlaggebend für die Entscheidung, wo und was zu publizieren?

 *   Welche Rolle spielen quantifizierende Sichtbarkeitsindikatoren (h, impact, reads, Zitationshäufigkeit, etc.)?

 *   Welche Rolle spielt die Sichtbarkeit und Wertschätzung durch eine jeweilige „scientific community“?

 *   Wie gehen wir mit Datenverwaltung um (im Zeitalter von Clouds, Dateisharing-Programmen, Datenservern, ftp-clients, etc.)?

4. Welche Rolle spielt die ‘Disziplin’ bzw. spezifische Standards bei der Umsetzung wissenschaftlicher Projekte?

 *   Welche Bedeutung hat die Selbstzuordnung zu einer Disziplin und deren Standards für die je eigene Forschung?

 *   Wie beeinflusst die Tätigkeit als Wissenschafter_in unsere je eigene Selbsterzählung?

 *   Inwieweit betrifft uns unsere Forschung ‘persönlich’?

In diesem Sinne erbitten wir Beiträge zu den oben genannten Fragen. Speziell interessiert sind wir an autoethnografischen Beiträgen, Überlegungen zur Wissensschaffung, Wissensvermittlung und Überdidaktisierung, zu kritischen Auseinandersetzungen mit der zunehmenden Etablierung von Schreiblaboren, theoretischen Abhandlungen zur Frage von Wissenschaft und Wissensvermittlung, wie auch (kritisch orientierten) Studien zum Lehr- und Lernbetrieb.

Falls Sie sich mit einem Beitrag an diesem Heftschwerpunkt beteiligen wollen, senden Sie bitte zu unserer Orientierung bis zum 01. Februar 2018 ein Abstract an: martin.dege@fu-berlin.de und Irene.Strasser@aau.at

Sie erhalten zu Ihrem Abstract ein zeitnahes Feedback. Die Endfassung Ihres Manuskripts sollte daraufhin bis 01.09.2018 vorliegen. Wir bitten um die Einhaltung der Manuskriptrichtlinien entsprechend der Chicago Manual of Style-Richtlinien, Autor-Jahr Format. Anschließend an die Einreichung Ihres Manuskripts startet das Begutachtungsverfahren (peer review).

Das Heft wird in der ersten Jahreshälfte 2019 online im Open Access im Psychosozial‐Verlag erscheinen. Eine Print‐on‐Demand‐Version erscheint zusätzlich.

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