Inhaltsverzeichnis: Momentum Quarterly, Vol. 6 (3), 2017

5. Okt 2017

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Momentum Quarterly ist eine vierteljährlich erscheinende, referierte Zeitschrift, die sich Fragen des sozialen Fortschritts auf interdisziplinärer Basis widmet. Untenstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe von Momentum Quarterly. Alle hier vorgestellten Artikel werden Open-Access, d.h. frei zugänglich im Internet, veröffentlicht. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.momentum-quarterly.org. Wir freuen uns stets über neu eingereichte Beiträge und Kommentare zu bestehenden Beiträgen. Sie erreichen uns unter editors@momentum-quarterly.org.

Stefan Schiman

Abstract:

Die Finanzmarktreformen nach der Depression in den 1930er-Jahren und die Neuordnung des internationalen Finanzsystems in Bretton Woods 1944 bildeten die Grundlage für eine marktwirtschaftliche Ordnung mit stark regulierten Finanzmärkten, die sich im Westen nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte. Die Instabilität des Wechselkursregimes aufgrund der asymmetrischen Rolle des Dollars bewirkte den Zusammenbruch dieses Ordnungsrahmens. Starken Wechselkursschwankungen folgten Erdölpreisschocks, die eine Hochzinspolitik auslösten, welche die Regulierung der Finanzmärkte in den USA untergrub. Die durch die Erdölkrise beschädigte nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik wurde zudem von einer neoliberalen Doktrin abgelöst, die den Deregulierungsprozess theoretisch fundierte. Der mit dessen kompetitivem Charakter einhergehende Druck auf geschützte Finanzdienstleistungen und auf deren Profitabilität erzeugte eine Welle an Zusammenschlüssen in der Finanzwirtschaft und ermöglichte den dadurch entstandenen Finanzkonglomeraten immer riskantere Geschäfte, die mit dem Einlagen- und Kreditgeschäft eng verzahnt waren. Diese Gemengelage, die an die Ursprünge der Finanzmarktkrise 1929 erinnert, entzündete sich schließlich am Immobilienpreisboom in den USA und mündete in die Finanzmarktkrise 2007/08.

 

Schlagworte:Finanzmarktkrise; Finanzmarktderegulierung; Zinssatzdeckelung; Trennbankensystem; Financial Repression

 

Benjamin Ferschli

Abstract:

Die vorliegende Arbeit stellt eine theoretische wie empirische Anlalyse der „selbtorganisierenden“ Firma, basierend auf der Marx’schen Analyse des Arbeitsprozesses dar. „Selbst-Organisation“ ist in diesem Zusammenhang als die Aufgabe der geschäftsführerisch-hierarchischen Organisation des Arbeitsprozesses zu verstehen. Auf Basis theoretischer Anhaltspunkte aus der Institutionellen Ökonomik, Arbeitsprozesstheorie sowie Konzepten der generellen Arbeits- und Industriesoziologie, wird aus Interviews und einer Fallstudie gewonnenes Datenmaterial analysiert. Eine „Kontrollthese“, abgeleitet aus der Marx’schen Analyse des Arbeitsvertrages, kann dabei nicht falsifziert werden. Abschließend werden Überlegungen zur weiteren Entwicklung des Forschungsgebiets sowie Anmerkungen zu Konsequenzen für Arbeiter_Innenvertretungen und Gewerkschaften diskutiert.

 

Schlagworte: Arbeitsprozess; Selbstorganisation; Theorie der Firma
Michael Brandmayr

Abstract:

Der Beitrag beschreibt einige zentrale Überlegungen, unter welchen Voraussetzungen schulische Praktiken als Ideologien beschrieben werden können und in welchem Maße die Schule an der ideologischen Reproduktion der Gesellschaft beteiligt ist. Der Beitrag entwirft vier Thesen über die Wirkungsweise von Ideologie in der Schule, die sich der Frage einer ökonomischen Funktionalisierung von Lernen, des Sozialen bzw. der Sozialität in Formen der Subjektivierung sowie der Dialektik des Prozesses der ideologischen Vermittlung widmen. Diese Thesen werden auf Basis einer diskursanalytischen Untersuchung eines schulpädagogischen Leitbildes von idealem Lernen im österreichischen Schulsystem (Brandmayr 2017) entwickelt, deren Ergebnisse nach einer Diskussion des Ideologiebegriffs dargestellt werden. Ideologie wird in diesem Beitrag als wesentlich durch Praktiken vermittelt begriffen, in der Schule besonders durch die Praktik des Lernens. Diese Praktiken strukturieren Wahrnehmungs- und Interpretationsweisen und leiten Subjektivierungsvorgänge an. Über die Analyse des Lernens kann also gefragt werden, wie die Schule zur Vermittlung von Ideologien und damit zur Reproduktion der Gesellschaft beiträgt.
Schlagworte: Diskurs um Schule; Lernen; Ideologie; Reproduktion; Subjektivierung
Kerstin Plank

Abstract:

Dieses Paper behandelt Aspekte des modernen Konzeptes „Philanthrokapitalismus“. Der Fokus liegt dabei auf dem karitativen Engagement nordamerikanischer Milliardäre und den Strategien, durch die diese mithilfe von Stiftungen Macht ausüben können. Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit dem derzeitigen Aufstieg des Philanthrokapitalismus. Der zweite Teil zeigt auf, wie Wohltäter und Wohltäterinnen ihre persönlichen und beruflichen Interessen fördern können.

Schlagworte: Philanthropie; Philanthrokapitalismus; Hegemonie; Gates

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