Inhaltsverzeichnis: Momentum Quarterly, Vol. 6 (1), 2017

3. Apr 2017

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Momentum Quarterly ist eine vierteljährlich erscheinende, referierte Zeitschrift, die sich Fragen des sozialen Fortschritts auf interdisziplinärer Basis widmet. Untenstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe von Momentum Quarterly. Alle hier vorgestellten Artikel werden Open-Access, d.h. frei zugänglich im Internet, veröffentlicht. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.momentum-quarterly.org. Wir freuen uns stets über neu eingereichte Beiträge und Kommentare zu bestehenden Beiträgen. Sie erreichen uns unter editors@momentum-quarterly.org.

Simon Theurl
Klein- und Mittelunternehmen (KMU) werden seit dem Frühjahr 2015 von der Europäischen Kommission als die Gewinner von TTIP und CETA dargestellt. Diese Aussage ist jedoch stark umstritten, nicht zuletzt, weil die ökonomischen Effekte von Handelsliberalisierung ambivalent sind: Tendenzen zur Monopolisierung sind ebenso denkbar (modellierbar) wie der Anstieg an Produkt-Vielfalt und Effizienzgewinnen. Befürworter*innen von TTIP stellen jedoch ausschließlich mögliche Vorteile für KMU in den Vordergrund. Das wird in diesem Paper als ein strategisches Manöver interpretiert, welches darauf abzielt, Zustimmung für die Umsetzung dieser Handelsabkommen, die weit über die Reduktion von Zöllen hinausreichen, zu erhalten. Aus hegemonietheoretischer Perspektive sollen Herrschaftsverhältnisse in den Vordergrund gestellt werden und soll argumentiert werden, dass TTIP und CETA Projekte im Interesse eines „transnationalen Blocks“ sind.
Schlagworte: TTIP; CETA; Hegemonie; KMU; Klein- und Mittelunternehmen
Sophie Petzelberger
Narrative von Nation und Geschlechteridentitäten stehen in multidimensionalen Wechselbeziehungen. In Zeiten nationaler Konflikte werden diese Narrative neu erzählt und möglicherweise nachhaltig umgeschrieben. Dieses Paper betrachtet Syrien als ein aktuelles Fallbeispiel solcher Aushandlungen. Es ruft dazu auf, Anthropologie feministisch und postkolonial zu gestalten und stellt die Stimmen fünf syrischer Frauen, welche als politische Aktivistinnen sprechen, als primäre Forschungsquellen in den Fokus.
Schlagworte: Geschlechtsidentität; Nation; Syrien
Tobias Hinterseer
At the beginning of the millennium, scientists predicted a decline of the Austrian social partnership’s political importance. However, during the time of repression the social partnership rediscovered its ability to affect recovery and regained political influence. Currently, the social partnership has demonstrated itself again to be well-grounded in the labor law legislative process. Therefore this article approaches following question: How can the stability and continuity of the social partnership during the phase of repression (between the years 2000 and 2006) be explained? To answer this question two law-making processes during this period will be analyzed: it will be shown that institutional and actor-centered explanations as well as social partnership specific identities are the key explanations for the current continuity and stability of the Austro-Corporatism.
Schlagworte: „ultrastability“; Korporatismus; Neo-Institutionalismus; akteurszentrierter Institutionalismus
Rafael Rehm
Im folgenden Artikel soll anhand der geschichtsphilosophischen Überlegungen von Walter Benjamin ein alternatives Konzept zum Habermasschen Verzicht auf eine Geschichtsphilosophie überhaupt herausgearbeitet werden, welches es erlaubt, historische Prozesse und somit die Bilder der Lebenswelt als Metaerzählung neu zu chiffrieren, um somit den Begriff des gesellschaftlichen Fortschritts neu zu verorten und ihn für die Mobilisierung einer kritischen Masse brauchbar zu machen. Es geht darum, eine Dialektik im gegenwärtigen Diskurs zu positionieren, die sich sowohl von einer geschichtspositivistischen Hegellektüre als auch von einer postmodernen Resignation unterscheidet. Im Weiteren geht es darum zu zeigen, warum eine solche Dialektik, die notwendigerweise zugleich Geschichtsphilosophie ist, für die Bedingung der Möglichkeit der Mobilisierung einer kritischen Masse konstitutiv ist.
Schlagworte: Geschichtsphilosophie; Walter Benjamin; Dialektik, kritische Masse

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