Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

wir sind ein Team von Studier­­­enden der Geistes- und Sozialwissenschaften an der Uni Wien, die eine Konferenz mit dem Titel „under.docs – Fachtagung zu Kommunikation. Future in Progress – Kritische Perspektiven auf Wandel und Fortschritt“ von Studierenden für Studierende veranstalten. Diese Fachtagung soll einerseits Jungwissenschaftler*innen ab Bachelor- bis prae doc-Niveau in ihrer akademischen Tätigkeit und ihrem Werdegang fördern und auch das Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten bestärken.
Die Tagung wird aus Vorträgen, Postersessions und alternativen Präsentationen bestehen. Sie findet vom 14. – 16. Mai 2020 in Wien statt.

Unseren Call for Papers zu „Future in Progress – Kritische Perspektiven auf Wandel und Fortschritt“ senden wir anbei als PDF.

Laufende oder abgeschlossene Bachelor- bzw. Masterarbeiten, Dissertationen oder andere wissenschaftliche Projekte, Seminar- und Forschungsarbeiten können für die folgenden Formate eingereicht werden:

  • Einreichungen von Ergebnissen oder Teilergebnissen für klassische Vorträge (20 Minuten) oder Kurzvorträge (10 Minuten)
  • Einreichungen von Ergebnissen oder Teilergebnissen für Posterpräsentationen (10 Minuten)
  • Kreative Bearbeitungen von Forschungsergebnissen und -erfahrungen für alternative Präsentationsformen

Deadline für die Einreichungen ist der 15. März 2020. Weitere Informationen: http://underdocs.univie.ac.at<http://underdocs.univie.ac.at/>

Wir freuen uns über direkte Hinweise an Student*innen und Kolleg*innen sowie über jede andere Form der Verbreitung unseres Calls, beispielsweise über Mailinglisten, Facebook-Auftritte etc.

Für Rückfragen stehen wir selbstverständlich jederzeit gern zur Verfügung!

Mit herzlichen Grüßen,
Ahrabhi Kathirgamalingam und Katharina Haidn
für das under.docs-Team
underdocs@univie.ac.at

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kollegin, lieber Kollege,

Als Interessenvertreter von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist Arbeitszeit für uns ein zentrales sozialpolitisches Thema, mit dem wir uns im Rahmen eines Sammelwerks beschäftigen wollen. Wir laden zu Beiträgen ein, die sich zu den aktuellen Herausforderungen von Arbeitszeitgestaltung positionieren.

Im beigefügten Call for Papers Arbeitszeit laden wir zu Beiträgen ein, die sich zu den aktuellen Herausforderungen im Bereich Arbeitszeit positionieren.

Wir wünschen uns einerseits Beiträge sowohl theoretisch-konzeptioneller, juristischer als auch empirischer Ausrichtung im Umfang von 35.000 bis max. 45.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen). Andererseits können auch pointierte Stellungnahmen und (gern provokante) Positionen eingereicht werden. Solche Beiträge sollen zwischen 12.000 und 15.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) umfassen. Wir begrüßen ausdrücklich auch Praxisbeiträge zu diesem Thema, ebenfalls im Umfang von 12.000 bis max. 15.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen). Bei Interesse bitten wir um ein Abstract bis 30.4.2020, aus dem das Gestaltungsfeld, der konzeptionelle Fokus und die politische Relevanz des Beitragsangebots hervorgehen.

Einreichung der Abstracts bis spätestens 30.4.2020
Information über Annahme der Beiträge bis spätestens 1.6.2020
Vollbeitrag bis: 1.8.2020


Nachfragen, Abstracts und Beiträge richten Sie bitte an charlotte.reiff@akwien.at  


Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen!
Die Herausgeber
Martin Müller und Charlotte Reiff

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Momentum Quarterly ist eine vierteljährlich erscheinende, begutachtete („peer review“)  Zeitschrift, die sich Fragen des sozialen Fortschritts auf interdisziplinärer Basis widmet. Untenstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe von Momentum Quarterly. Alle hier vorgestellten Artikel werden Open-Access, d.h. frei zugänglich im Internet, veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie unter www.momentum-quarterly.org. Wir freuen uns stets über neu eingereichte Beiträge (siehe dazu die Richtlinien für Beitragseinreichung) und über Kommentare zu bestehenden Beiträgen. Sie erreichen uns unter editors@momentum-quarterly.org.

Wie kann günstiger Wohnraum definiert werden und was sind sinnvolle Maßnahmen, um diesen zu erweitern?

Johann Bacher, Dennis Tamesberger

Abstract:

Der vorliegende Beitrag untersucht, wie günstiger Wohnraum definiert werden kann, wie hoch die Anzahl an günstigen Mietwohnungen in Österreich ist und welche Einflussfaktoren es gibt. Durchgeführt wird eine Sekundärdatenanalyse des Mikrozensus des Jahres 2017. Als günstig wurden dabei in Anlehnung an das Konzept des Kantons Luzern Wohnungen bezeichnet, deren Hauptmiete weniger als 70 % der Durchschnittsmiete in Österreich beträgt. In Bezug auf die ausgewählten Haushalte mit einem Nettoeinkommen knapp über der Einkommensgrenze der Wohnbeihilfe resultieren Mietkostenbelastungen von 21 % bis 25,7 %. Von einem sozial-politischen Standpunkt aus betrachtet stellt die 70 %-Schwelle eine sehr ambitionierte Zielsetzung dar. In Österreich erfüllen 398.000 Hauptmietwohnungen bzw. 24 % aller Hauptmietwohnungen dieses Kriterium. Allerdings wurden von diesen Wohnungen nur 70.400 in den letzten drei Jahren vermietet. Als wichtige Strategie erscheint daher nicht nur mehr Wohnungen zu bauen, sondern vor allem den Anteil an günstigen Hauptmietwohnungen bei Neubauten bzw. Neuvermietungen zu erhöhen.
Schlagworte: leistbares Wohnen; günstiges Wohnen; Mikrozensus; Mietpreise; Sozialpolitik

Chili und Ribiselkuchen: Gemeinschaftsgärten im Wiener Gemeindebau als gemeinschaftliches Außenhaus

von Rita Mayrhofer

Abstract:

In Wien sind in den letzten zehn Jahren über 70 Gemeinschaftsgärten entstanden. Bislang waren es vor allem Menschen mit überdurchschnittlicher Bildung und kreativen Berufen (creative class), die sich ihren Traum vom gemeinschaftlichen Gärtnern erfüllen konnten. Menschen mit geringem Bildungsgrad und sozial benachteiligte Gruppen sind in den Wiener Gemeinschaftsgärten hingegen bislang kaum vertreten. Diesem class bias entgegenzuwirken und gleichzeitig ungenutzte Flächenpotenziale zu aktivieren, waren die Ziele eines Pilotprojekts, das in den Jahren 2009 bis 2011 im Wiener Gemeindebau umgesetzt wurde. Basierend auf den Daten einer Aktionsforschung sowie aktueller empirischer Erhebungen geht der Text auf die Rahmenbedingungen, den partizipativen Planungsprozess und die Wirkungen eines selbstbestimmten Gemeinschaftsgartens im sozialen Wohnbau ein. Mit der Transformation des funktionellen Abstandsgrüns in ein gemeinschaftliches Außenhaus (Hülbusch 1978) entstanden neue „Handlungs-Freiräume“ im Sinne einer vita activa (Arendt 1969). Das Beispiel zeigt, dass soziale Inklusion durch Gemeinschaftsgärten im sozialen Wohnbau möglich ist. Besonders wichtig sind dabei freiraumplanerische Organisationsprinzipen und ein auf Selbstbestimmung abzielender Beteiligungsprozess.
Schlagworte: Community Gardening; Sozialer Wohnbau; Wien; Außenhaus; Vita activa
In diesem Beitrag wird die gesellschaftlich formende Rolle von Ideen am Beispiel von Friedrich August Hayeks Hegemonieansatz zur Durchsetzung einer neoliberal geprägten Weltanschauung thematisiert. In diesem Zusammenhang soll aufgezeigt werden, dass Hayek nicht der Einzige war, der sich diesem Thema zuwandte und an die Macht der Ideen glaubte. Dies rückt die Frage nach verwandten theoretischen Ansätzen ins Zentrum des Interesses. Konkret werden mit Ludwig Mises, John M. Keynes, Walter Lippmann und Antonio Gramsci vier Autoren aufgegriffen, deren Gedanken zur transformativen Rolle von Ideen hinsichtlich des Überschneidungsgrads mit dem Hayekschen Denken überprüft werden. Im Ergebnis wird ersichtlich, dass die genannten Autoren der Macht der Ideen einen hohen Stellenwert beimessen. So entwickelten diese Personen sehr ähnliche Theorien intellektueller Vorherrschaft, obgleich sie zum Teil sehr unterschiedlichen politischen Spektren entstammen.
Schlagworte: Hegemoniegewinnung; Neoliberalismus; Hayek; Macht der Ideen

The classification of inequalities: Tests, exams and classes of refugees

Katharina Federlein, Konstantin Hondros

Abstract:

Der Beitrag untersucht aus hermeneutisch-wissenssoziologischer Perspektive, inwiefern Klasse und Klassifizierung im Umgang mit und unter Geflüchteten selbst eine Rolle spielen. Uns interessiert, ob und wie Ungleichheiten in diesem sensiblen Bereich wirksam werden und wir nutzen dafür einen an Bourdieus Konzeption angelehnten breiten Klassenbegriff. Klassifizierung verstehen wir als Vorgang, der zur Bildung von Klassen führt. Durch den Vergleich von bürokratisch-wissenschaftlichen Dokumenten, die Hinweise auf einen politischen Diskurs geben, mit teilnehmenden Beobachtungen aus Integrationskursen verknüpfen wir in der Literatur distanzierte Blickwinkel. Die im foucaultschen Konzept der Gouvernementalität angelegte Unterscheidung zwischen Selbst- und Fremdführung erlaubt uns Ungleichheiten sowohl im Umgang mit als auch unter Geflüchteten selbst theoretisch einzufangen. Wir beobachten, dass Tests und Prüfungen, die den bürokratischen und wissenschaftlichen Diskurs bestimmen, auch in Selbstführung bestimmend sind, und entdecken die Möglichkeit subversiver Selbstführung durch Praktiken wie ‚Feste feiern‘ oder ‚schummeln‘.
Schlagworte: Geflüchtete; Klassifizierung; Klasse; Tests; Prüfungen; Diskurs

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Momentum Quarterly ist eine vierteljährlich erscheinende, begutachtete („peer review“)  Zeitschrift, die sich Fragen des sozialen Fortschritts auf interdisziplinärer Basis widmet. Untenstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe von Momentum Quarterly. Alle hier vorgestellten Artikel werden Open-Access, d.h. frei zugänglich im Internet, veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie unter www.momentum-quarterly.org. Wir freuen uns stets über neu eingereichte Beiträge (siehe dazu die Richtlinien für Beitragseinreichung) und über Kommentare zu bestehenden Beiträgen. Sie erreichen uns unter editors@momentum-quarterly.org.

Privilegierung und Ausgrenzung in Bildungsprozessen: Soziale Ungleichheit im Lehramt beforschen

Katarina Froebus, Susanne Kink-Hampersberger und Veronika Wöhrer

Abstract:

Dieser Beitrag stellt ein Forschungsprojekt vor, in dem gemeinsam mit Studierenden soziale Ungleichheit in Schule und Universität beforscht wird. Die Auseinandersetzung mit der Reproduktion sozialer Ungleichheit in Bildungsinstitutionen dient dazu, Habitusreflexivität zu entwickeln und das eigene Handeln als Lehrende hinterfragen und reflektieren zu können. Die Mechanismen der Privilegierung und Ausgrenzung in Bildungsprozessen werden sowohl auf der Ebene der eigenen Erfahrungen als auch in Auseinandersetzung mit Theorien zu sozialer Ungleichheit zugänglich gemacht und in eigene Forschung übersetzt. Im Fokus des vorliegenden Beitrags stehen entsprechend Erfahrungen der Studierenden mit Kategorien sozialer Differenzierung und die Frage danach, wie ausgehend von der Einsicht in die strukturelle Dimension sozialer Ungleichheit Reflexionsprozesse angestoßen werden können.
Schlagworte: Habitusreflexivität; Soziale Ungleichheit; Lehramt

 Class Matters: Philanthropie US-amerikanischer Haushalte

Selim Banabak, Tamara Premrov, Eva Six und Sarah Beran

Abstract:

Das vorliegende Papier untersucht die Determinanten des Spendenverhaltens von US-amerikanischen Haushalten in Hinblick auf die Spendenbeteiligung und Spendenhöhe. Die Analyse basiert auf amerikanischen Umfragedaten des Survey of Consumer Finance (SCF) des Jahres 2016. Die Ergebnisse bestätigen, dass Haushalte am unteren Ende der Verteilung einen größeren Teil ihres Einkommens und Vermögens als reiche Haushalte spenden. Dennoch sind die absoluten Spendenbeträge von wohlhabenden Haushalten und Haushalten mit hohen Einkommen am höchsten, wodurch sich der Umstand ergibt, dass deren relative Belastung zwar geringer ist, sie allerdings größeren Einfluss auf das Angebot von sozialen, kulturellen und bildungspolitischen Leistungen haben. Erstmalig betrachten wir das Spendenverhalten entlang von ökonomischen Klassen. Obwohl kapitalbesitzende Haushalte nur 11 % aller Haushalte ausmachen, erbringen sie 67 % des Spendenvolumens. Darüber hinaus wird auch hier deutlich, dass lohnabhängige Haushalte einen niedrigeren Anteil ihres Einkommens für karitative Zwecke aufwenden, jedoch einen höheren Anteil ihres Vermögens.
Schlagworte: Philanthropie; Spenden; Altruismus; SCF
Die vorliegende Untersuchung präsentiert eine empirische Untersuchung zu Geschmackspraktiken junger Menschen auf Facebook. Dies beinhaltet eine Untersuchung von Pierre Bourdieus These zur sozialen Abgrenzung, dargelegt in seinem Buch Die Feinen Unterschiede und dessen Anwendbarkeit in der heutigen Zeit. Es wird argumentiert, dass eine kantische Ästhetik als Leitprinzip für Praktiken „legitimen“ Geschmacks fungiert und damit Mechanismen der sozialen Distinktion im Bourdieusi’schen Sinne bestätigt. Das Papier argumentiert weiter, dass das Prinzip der kantischen Ästhetik insbesondere für die Darstellung kosmopolitischer Ästhetik unter jungen, gut ausgebildeten Menschen auf Facebook gilt. Auf diese Weise wird argumentiert, dass während der Feldbeobachtung Mechanismen der Legitimität, Konvertierbarkeit und Dominanz identifiziert wurden, welche die Zeitgenossenschaft des kulturellen Kapitals in einem digitalen Feld und Bourdieus These der sozialen Distinktion unterstützen.
Schlagworte: soziale Abgrenzung; kantische Ästhetik; kulturelles Kapital; kosmopolitischer Geschmack

Deutungsrahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik: ein deutsch-österreichischer Vergleich von diskursiven Frames aus Anlass von 50 Jahren Arbeits(markt)förderungsgesetz

Markus Griesser

Abstract:

Mit dem Arbeitsmarktförderungsgesetz (AMFG) bzw. dem Arbeitsförderungsgesetz (AFG) wurde Ende der 1960er-Jahre in Österreich und Deutschland unter vergleichbaren ökonomischen Ausgangsbedingungen ein weitreichender Policy-Wandel im Politikfeld staatlicher Arbeitsmarktpolitik vollzogen. Die Art und Weise, wie dies geschah, war dabei zentral vom schwedischen Modell einer aktiven Arbeitsmarktpolitik geprägt, das als Beispiel guter Praxis von internationalen Organisationen wie insbesondere der OECD propagiert wurde. Der vorliegende Artikel untersucht die diskursiven Deutungsrahmen, die mit den Reformen im politischen Diskurs der beiden Länder verbunden waren. Dadurch soll es gelingen, in international vergleichender Perspektive einen Beitrag zu einem vertieften Verständnis von Policy-Wandel zu leisten.
Schlagworte: Aktive Arbeitsmarktpolitik; Kritische Diskursanalyse; Interpretative Policy-Analyse; Keynesianischer Wohlfahrtsstaat; Historische Sozialforschung
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Wann?        02. – 08. September 2019
Wo?            Im Studierendenhaus der Cusanus Studierendengemeinschaft, Bernkastel-Kues, Jugendherberge 1
Was?           Herbstakademie unter dem Motto „Im Zweifel für den Zweifel?!“ – Die Anmeldung ist ab jetzt geöffnet!
Vom 02.-08. September werden wir in der alten Jugendherberge in Bernkastel-Kues zusammenkommen, um uns gemeinsam und abseits akademischer Zwänge mit „Zweifel“ auseinandersetzen. Wir werden an das Thema philosophisch und praktisch, körperlich und kognitiv, kreativ, laut und leise herangehen. Dabei möchten wir Raum lassen für die vielen Möglichkeiten des Zweifelns, für die kollektive Überwindung dessen durch (politisches) Handeln genauso wie durch den Blick nach innen, in uns, in Strukturen und Gesellschaft. Und wir hoffen, Euch mit dabei zu haben!
Durch Kurse, Inputs, Workshops & Kulturprogramm werden wir uns gemeinsam dem Thema nähern, und uns dabei Zeit für gemeinsame Diskussionen aber auch für (self-)Care nehmen, und einen Lernraum ermöglichen. Worum es in unseren Vorträgen und den Kursen geht, die ihr während der Woche besuchen könnt, findet ihr im Programm im Anhang!
 
Ab jetzt könnt ihr euch für die Herbstakademie anmelden. 
Wir möchten sensibel mit der unterschiedlichen finanziellen Situation unserer Teilnehmer*innen umgehen, und bitten euch daher um einen gestaffelten Teilnahmebeitrag zwischen 40€ und 150€. Wir freuen uns außerdem, wenn ihr auch mit Kind(ern) an der Herbstakademie teilnehmt, daher wird es eine Kinderbetreuung geben. Alle Infos rund um die Anmeldung findet ihr hier: https://cusanus-studierende.de/2019/05/20/einladung-zur-herbstakademie-2019/
Noch Fragen? Direkt anmelden? Schreibt uns gerne unter cusanus-herbstakademie@posteo.de

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Momentum Quarterly ist eine vierteljährlich erscheinende, begutachtete („peer review“)  Zeitschrift, die sich Fragen des sozialen Fortschritts auf interdisziplinärer Basis widmet. Untenstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe von Momentum Quarterly. Alle hier vorgestellten Artikel werden Open-Access, d.h. frei zugänglich im Internet, veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie unter www.momentum-quarterly.org. Wir freuen uns stets über neu eingereichte Beiträge (siehe dazu die Richtlinien für Beitragseinreichung) und über Kommentare zu bestehenden Beiträgen. Sie erreichen uns unter editors@momentum-quarterly.org.

„Globales Prekariat“? Ungleiche und kombinierte Informalisierung als sozialwissenschaftliche und politische Herausforderung

Bert Bach und Karola Blaha

Abstract:

Bach/Blaha versuchen in ihrem Beitrag eine globale Einordnung von prekären Arbeitsverhältnissen in konzeptueller und empirischer Hinsicht. Ausgangspunkt ist die seit den 1990er-Jahren intensiver geführte Prekarisierungsdebatte, die sich auf institutionelle Kontexte des globalen Nordens bezieht. Mit Verweis auf die schon länger zurückreichende und auf breitere, vielfältigere Phänomene im globalen Süden fokussierende Diskussion zu informeller Beschäftigung und Informalisierung präferieren die AutorInnen den Begriff der Informalisierung als übergeordneten, global verwendbaren bzw. weniger kontextabhängigen Begriff, um Phänomene der Unsicherheit und Verwundbarkeit sowie Verbindungen zwischen formalen und informellen Beschäftigungssegmenten etwa im Rahmen transnationaler Wertschöpfungsketten zu fassen. Vor dem Hintergrund einer sehr eingeschränkten Datenlage unternimmt der Beitrag den Versuch einer Quantifizierung verschiedener Beschäftigungsformen im globalen Rahmen, um sich einer globalen Klassenstruktur anzunähern. Der zweite Teil des Beitrags schließt an diese empirischen Befunde an und geht der Frage nach, welche Herausforderungen für die Organisation und Artikulation von Interessen von informell Beschäftigten sowie von subaltern Arbeitenden generell damit verbunden sind. Mit Bezugnahme auf Machtressourcenansätze werden Überlegungen zu Möglichkeiten und Barrieren der Organisierung angestellt.
Schlagworte: Prekarisierung; prekär; Prekariat; Informalisierung; informelle Beschäftigung; Klassenstruktur; global; Organisierung; Gewerkschaften; Machtressourcen

“Ausgelagert und unsichtbar: Arbeitsbedingungen in der Reinigungsbranche

Karin Sardadvar

Abstract:

Der Beitrag beschäftigt sich damit, in welcher Weise Reinigungsarbeit – als ein typischer Bereich sogenannter „Einfacharbeit“ – in den vergangenen Jahrzehnten von Auslagerungen betroffen war und wie sie davon geprägt wurde. Er stellt aktuelle Branchencharakteristika und Beschäftigungsbedingungen zur Reinigungsbranche in Österreich im internationalen Kontext dar und argumentiert, dass die mit der Auslagerung verbundenen Veränderungen der Reinigungsarbeit problematische Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen verstärken. So tragen insbesondere die verbreiteten Arbeitszeiten an den Tagesrändern zu einer Unsichtbarmachung der Arbeit bei, die einer mangelnden Anerkennung weiter Vorschub leistet. Die Tendenz zur gesellschaftlichen Unsichtbarmachung spiegelt sich daneben auch in der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen (Nicht-)Zuwendung zu „Einfachdienstleistungen“ und der Reinigung im Speziellen wider. Der Beitrag geht weiters auf die Rolle des Wohlfahrtsstaates in der Gestaltung der Arbeits- und Lebensbedingungen von in „Einfachdienstleistungen“ Beschäftigten ein. Abschließend weist er auf Ansatzpunkte für Verbesserungen auf unterschiedlichen Ebenen hin.
Schlagworte: Reinigungsbranche; Dienstleistungssektor; Auslagerungen; Arbeitszeiten; Fragmentierung der Arbeit

Astrid Mager und Katja Mayer

Abstract:

Gesundheits-Apps und Tracking-Geräte zum Messen, Speichern und Verarbeiten von Körperdaten sind weltweit im Vormarsch. In unserem Artikel verwenden wir verschiedene Ansätze aus Wissenschafts- und Technikforschung (STS), Surveillance Studies und Medizin-Soziologie um diese globalen Trends der Körperdatenerfassung in gesundheitsbezogenen Kontexten erfassen und theoretisieren zu können. Wir stellen das post-digitale Konzept des „data body“ als Schnittpunkt von Online- und Offline-Welten, individuellen und kollektiven Dimensionen, privaten und öffentlichen Aspekten vor, wobei wir besonderes Augenmerk auf die Verschränkung des physischen Körpers mit seinen Datendimensionen legen. Der data body soll so in seinen Ausprägungen zwischen Empowerment und sozialer Kontrolle besser wahrnehmbar werden. Abschließend diskutieren wir, wie data bodies im Hinblick auf Eigentumsrechte, Pflege und Kontrolle sowohl von Individuen als auch Gemeinschaften in Zukunft gehandhabt werden können.
Schlagworte: Quantified Self; digitale Gesundheit; Datenpolitik; Überwachungsmedizin; PatientInnen-Selbstermächtigung

Dynamiken der ‚Sharing Economy‘ zwischen Commons und Kommodifizierung

Leonhard Dobusch

Abstract:

Vor dem Hintergrund akademischer Debatten über Wohl und Weh der sogenannten „Sharing Economy“ führt dieser Essay die Unterscheidung zwischen allmende-basierten und markt-basierten Formen von Sharing Economy ein. Mit Hilfe einer von Polanyi inspirierten Perspektive auf diese beiden Typen von Sharing Economy lassen sich in der Folge nicht nur gegenläufige Entwickungslinien zwischen Allmende und Kommodifizierung in Abhängigkeit der jeweiligen Plattform-Governance identifizieren. Darüber hinaus lenkt so eine Betrachtungsweise auch die Aufmerksamkeit auf Externalitäten, die üblicherweise mit der Ausdehnung von Marktlogiken in neue, zuvor nicht-marktliche Bereiche verbunden sind.
Schlagworte: Sharing Economy; allmende-basierte Produktionsweise; Externalitäten
20.Mai.2019

inequalityin.eu

Das Projekt www.inequalityin.eu führt die verschiedensten Datensätze zum Thema Ungleichheit innerhalb der EU zusammen und bereitet sie leicht zugänglich auf. Ökonomisches Ungleichgewicht und große Diskrepanzen in den Lebensbedingungen stellen für die Europäische Union eine wachsende politische Herausforderung dar – erstarkende nationalistische Bewegungen werden unmittelbar durch diese Realitäten geschaffen. Für die Zukunft der Europäischen Union ist der Umgang mit diesen Tatsachen maßgeblich.

www.inequalityin.eu setzt an, der interessierten Öffentlichkeit statistische und praktische Werkzeuge in die Hand zu geben um eigenständig auf mehr Gleichheit und Gerechtigkeit hinwirken zu können und sich so für ein gemeinsames, solidarisches Europa stark zu machen.

Die Bemühungen um ein gemeinsames, gerechtes Europa bedürfen eines breiten Bündnisses. Unsere Daten sind für alle zugänglich, sie dürfen und sollen vielfach geteilt, weitergeleitet, in Lehrveranstaltungen, Workshops und anderen Aktivitäten verwendet werden.

Über Rückmeldungen und einen kritischen Diskurs, das Thema betreffend, würden wir uns sehr freuen, denn der Entstehung gangbarer Alternativen geht immer eine Bewusstseinsschaffung der gegebenen Realitäten voraus.

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Wir möchten uns hiermit bei allen Menschen bedanken, die bisher überaus spannende und vielversprechende Abstracts eingereicht haben. Gleichzeitig möchten wir all jenen, die noch keine Zeit hatten ein Abstract für Momentum19: Widerspruch zu verfassen, die Möglichkeit geben in einer zweiten Anmeldephase noch ein Forschungspapier, einen Praxisbericht oder ein Policy-Paper einzureichen. Bis 30. April bitten wir um die Einsendung (anmeldung@momentum-kongress.org) eines 1-2 seitigen Abstracts zu einem der 10 Tracks, bitte nennt uns auch einen Alternativtrack, sollte eure Erstwahl bereits überbucht sein. Wir freuen uns auf alle Einreichungen und einen spannenden Kongress. In Kürze folgen weitere Informationen zum Rahmenprogramm.

Buchpräsentation und Diskussion

Montag, 6. Mai 2019, 16.30-18.00h

VinziRast – Lokal „mittendrin“, DG, Währingerstr. 19,1090 Wien
Metrics rules. Quantifizierende Verfahren versprechen Transparenz, objektive Beurteilungsmöglichkeiten und mehr Entscheidungsqualität. Nach ihrem Siegeszug in Amerika haben sie mittlerweile auch universitäre Regierungstechniken und akademische Wahrheitspolitiken in Europa umgestaltet und »unternehmerische Universitäten« hervorgebracht. Der Band untersucht die Bedeutung dieser Veränderungen für die Geschlechterdynamiken an Hochschulen, für Karriereverläufe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, für Gleichstellungspolitiken und die Gender Studies und fragt, wie diese selbst in jene Dynamiken eingebunden sind.

 

Am Podium diskutieren die Herausgeber*innen und Autor*innen:

Sabine Hark (TU Berlin) und Johanna Hofbauer (WU Wien), Katharina Kreissl (TUM), Angelika Striedinger (Renner Institut, Wien) und Birgit Sauer (Uni Wien)

Moderation:

Eva Flicker (Uni Wien)