Forschungswerkstatt zu affektiven Methodologien mit Encarnación Gutiérrez Rodríguez und Christine Hentschel 6. bis 7. Dezember 2018 (Universität Wien)

Organisation: Brigitte Bargetz, Katja Chmilewski, Myriam Gaitsch, Maria M. Mayer

(Institut für Politikwissenschaft)

Im Zuge des affective turn gewinnt auch in den Sozialwissenschaften die Auseinandersetzung mit Affekten, Emotionen und Gefühlen zunehmend an Bedeutung. So spielen mittlerweile Emotionen in zahlreichen Forschungsfeldern eine stetig wachsende Rolle. Doch wie lassen sich affektive Aspekte von Arbeit, von Staat, Organisationen und Institutionen, von Mobilisierungsprozessen und sozialen Bewegungen sowie von Subjektivierungsweisen überhaupt empirisch untersuchen? Wie lassen sich Aussagen über das de/mobilisierende Potential spezifischer Gefühle wie Solidarität, Empathie, Wut, Scham, Neid oder Angst treffen und welche methodischen Zugänge helfen ‘uns’ dabei, diese Gefühle überhaupt erst greifbar zu machen?

Welche Rolle etwa spielen Affekte, Emotionen und Gefühle für soziale Bewegungen und politische Mobilisierung? Mit welchen methodischen Zugängen lassen sich die affektiven Dimensionen von individuellen Widerstandspraktiken bis hin zu kollektiven Mobilisierungsprozessen in den Blick nehmen? Welchen Beitrag leistet eine affektorientierte empirische Analyse von Arbeit und damit verbundenen Ungleichheitsverhältnissen? Welche widerständigen Praktiken zeigen sich in einer solchen Analyse? Wie können die Machtdimensionen affektiver Praktiken auch in Texten sicht- und fühlbar gemacht werden?

Diese und zahlreiche andere Fragen werden die Teilnehmer*innen dieser Forschungswerkstatt ausgehend von ihren empirischen Arbeiten gemeinsam mit Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Justus-Liebig-Universität Gießen) und Christine Hentschel (Universität Hamburg) diskutieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie anschließend an affekttheoretische Überlegungen empirisch gearbeitet werden kann bzw. welche Anknüpfungspunkte sich für empirische Analysen des Affektiven ergeben. Unterschiedliche Zugänge zu Affekten, Emotionen und Gefühlen verlangen dabei auch nach einer kritischen Auseinandersetzung mit und einer methodologischen Weiterentwicklung von bestehenden sozialwissenschaftlichen Methoden.

Die Forschungswerkstatt gliedert sich in eine öffentliche Abendveranstaltung mit Inputs von Encarnación Gutiérrez Rodríguez und Christine Hentschel und einen eineinhalbtägigen Workshop, bei dem im Vorfeld verschickte Texte sowie Papers der Teilnehmer*innen gemeinsam diskutiert werden. Der Schwerpunkt der Präsentationen kann sich auf Erhebungsprozesse oder auf die Analyse beziehen. Ebenso können methodische und methodologische Überlegungen zur Arbeit mit Affekten, Emotionen und Gefühlen zur Diskussion gestellt werden.

Einreichung von Abstracts

(Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen (PhD-Studierende, Post Docs), die sich (sozialwissenschaftlich) mit affektiven Methodologien beschäftigen und die ihre methodischen Zugänge zu Affekt, Emotion und Gefühl in den eigenen (empirischen) Arbeiten diskutieren und gemeinsam weiterdenken wollen, sind herzlich eingeladen, sich für eine Teilnahme an der Forschungswerkstatt zu bewerben. Wir bitten um Abstracts zum geplanten Paper (300-350 Wörter plus Kurz-CV) bis spätestens 30. Juni 2018 an katja.chmilewski@univie.ac.at. Der Abgabetermin für die Papers (15.000-20.000 Zeichen) ist der 31. Oktober 2018. Die Teilnehmer*innen werden im Juli 2018 über eine Zusage informiert. Leider können keine Reise- und Aufenthaltskosten übernommen werden.

Kooperation

Bereich Governance & Gender (Institut für Politikwissenschaft), IPW Lectures (Institut für Politikwissenschaft), Eva Flicker (Institut für Soziologie), Forschungsschwerpunkt Gender & Transformation (Fakultät für Sozialwissenschaften)

Foto Dohnal Archiv2004, anlässlich ihres 65. Geburtstages, überreichten die SPÖ-Frauen Johanna Dohnal als „Geburtstagsgeschenk“ Teilstipendien in Höhe der Studiengebühr für ein Semester. Ein solches Teilstipendium erhielten damals vier Studentinnen. Mit diesem Geburtstagsgeschenk wurde die Arbeit Johanna Dohnals, der die Ausbildung von Mädchen und Frauen stets ein zentrales politisches Anliegen gewesen ist, gewürdigt und gleichzeitig ein Zeichen gegen Studiengebühren und für den freien Zugang zu öffentlichen Bildungsinstitutionen gesetzt.
Inzwischen hat die Vergabe von Johanna-Dohnal-Teilstipendien (seit 2006: Förderpreisen) schon Tradition. Seit 2006 werden, wenn auch nicht jährlich, zusätzlich Johanna-Dohnal-Stipendien vergeben, die es einer Studentin ermöglichen sollen, ein halbes Jahr an einem Dissertationsprojekt zu forschen oder zu schreiben.

Die mit der Vergabe der Preise und Stipendien verbundenen Tätigkeiten obliegen dem Verein „Johanna Dohnal Archiv“. Anzahl und Höhe der zu vergebenden Preise beziehungsweise Stipendien sind von den jeweils vorhandenen Spenden/SponsorInnengeldern abhängig.

Richtlinien für die Vergabe:
Johanna-Dohnal-Förderpreise werden vergeben an Studentinnen bzw. Absolventinnen von österreichischen Hochschulen und Universitäten für Master- bzw. Diplomarbeiten oder Dissertationen (egal in welchem Stadium sich diese befinden),
• welche die Verwirklichung von Geschlechterdemokratie fördern
• eine Vorbildwirkung auf Mädchen und Frauen in Ausbildung und Studium haben.

Das Johanna-Dohnal-Stipendium, das 2019 ebenfalls vergeben werden wird, unterliegt denselben Kriterien, es richtet sich aber speziell an Dissertantinnen.

Bewerbungen:
Bewerbungen sind bis 16. August 2018 sowohl per Post als auch per E-Mail zu richten an:

Johanna Dohnal Archiv
Rechte Wienzeile 97
1050 Wien

archiv@johanna-dohnal.at

Erforderliche Unterlagen:
• Lebenslauf (nachname_cv.*)
• Abstract mit maximal 7.500 Zeichen (nachname_abstract.*) des zu unterstützenden Projektes bzw. der zu prämierenden Abschlussarbeit, das folgende Informationen enthält,
* in welcher Weise die Arbeit den Förderkriterien entspricht
* Themenstellung
* Methodenwahl und -begründung
* Forschungsstand
* Relevanz der (zu erwartenden) Ergebnisse der Arbeit bzw. der künstlerischen Präsentation.
Gegebenenfalls ein Exemplar der fertigen Arbeit (nachname_masterarbeit.*; nachname_dissertation.*)
• Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse der Bewerberin.

Die Ausschreibung online: http://johanna-dohnal.at/johanna-dohnal-foerderpreis

GCG LogoThe GCG-Fellowship-Programme, founded in 2015, invites applications for Visiting Research Fellowships between four and twelve months. The Centre aims to foster interdisciplinary activities in Gender and Queer Studies and build international collaborations.

Target Group for GCG-Fellowships

The GCG welcomes innovative junior and distinguished senior researchers holding a doctorate (in exceptional cases: end of PhD stage) from Gender/Queer Studies or related fields with clear links to gender research, national as well as international.

To ensure the best work conditions, potential candidates should search for potential hosts in advance (see GCG website for potential partners http://www.uni-goettingen.de/en/mitglieder-und-angeh%C3%B6rige/489361.html, but also other partners from our university are possible). We encourage candidates to clarify with potential hosts as early as possible the conditions of their research stay (access to workplaces, infrastructure, teaching, talks, etc.).

Type of Fellowship-Programme

The GCG-Fellowship is a non-stipendiary fellowship, as the GCG has at the moment unfortunately no opportunities to fund or financially support external guests or research visits. Therefore, we strongly recommend potential candidates to examine national and international opportunities for funding research visits in advance (see GCG website/International office for links to potential travel grants https://www.uni-goettingen.de/en/219851.html and for example DAAD https://www.daad.de/en/). Successful candidates will receive a letter of invitation for a non-stipendiary fellowship to be be used for external funding applications. In order to encourage interdisciplinary exchange and collaboration, fellows are invited to meet members of the GCG, join the events (co-)organized by the GCG, and are expected to present a paper at least once during their stay. No payment of a university/administration fee is required.

Teaching a course (28h/term as weekly or block course) in the BA- or MA program “Gender Studies” is required to receive a GCG fellowship including access to the university’s infrastructure, the library etc. Exceptions to this might be regulated by the funding bodies/travel grants and will of course be considered.

Length of stay

Minimum 4 months – maximum 12 months.

Short-term visits (2 weeks to max. 3 months) at the GCG should be clarified outside the common fellowship.

Requirements

Applicants need to identify 1 or 2 possible hosts (members of the GCG) that will provide the visiting scholar with a work place and access to the internet and other facilities. In cases the applicant has not yet identified an interested host, the GCG is willing to serve as mediator.

Application

A. Cover letter

B. CV (including information on professional background, list of publication, copies of certificates)

C. 2 pages of a brief statement indicating the research project during the fellowship period, and preferred start and end dates, collaborations planned with the host

D. Letter of invitation and specification of collaboration from the host from University of Göttingen/University Medical Center Göttingen

Please note that we only accept digital applications (PDF file, max. 2 MB).

Deadline

Deadline for application is 31th of May of each year.

Please send your digital application to: info@gcg.uni-goettingen.de

Request can be send to the Director or the research coordinator, see: http://www.uni-goettingen.de/en/480339.html

IFK Logo IFK_Research Fellowships sind für WissenschafterInnen im Postdoc-Stadium vorgesehen. Qualifizierte Anträge können unabhängig von Nationalität und institutioneller oder fachlicher Zugehörigkeit des Bewerbers oder der Bewerberin gestellt werden. Bei gleicher Qualifikation werden österreichische BewerberInnen bevorzugt.

Dauer und Finanzierung:

Research Fellowships werden für ein akademisches Semester (1. Oktober bis 31. Jänner oder 1. März bis 30. Juni) vergeben.

IFK_Research Fellowships beinhalten eine Aufwandsentschädigung von max. € 2.325,- monatlich (€ 75 /Tag) sowie einen Arbeitsplatz am IFK mit EDV und Internet-Zugang. Für Fellows mit ordentlichem Wohnsitz außerhalb Wiens werden die einmaligen An- und Abreisekosten nach bzw. von Wien und freie Unterbringung in einem 35 m2-Appartement für eine Person übernommen. Kosten für Kranken- und Sozialversicherung sind von den Fellows zu tragen.

Call als pdf

Die Entscheidung der Auswahlsitzung wird Ihnen spätestens bis zum 7. Dezember 2018 mitgeteilt.

Bewerbungsbeginn: 7. Mai 2018

Bewerbungsende: 1. Juli 2018

Alle Calls des IFK finden sich hier – IFK/Calls

 

Marking the hundredth anniversary of Luxemburg’s murder in January 1919, this conference turns towards her political philosophy and discusses her philosophical arguments at the intersection with more strategic, historical, and sociological considerations. We invite paper proposals for papers on, but not limited to, the following topics:

  1. Socialist liberty: How would a Luxemburgian liberal socialism looks like and how defensible is it?
  2. The poverty of reformism: What are her reasons for opposing reformism? What currency do those reasons have in contemporary capitalist societies?
  3. The future of revolution: How does Luxemburg justify the emphasis on workers‘ self-emancipation? Are her considerations applicable to contemporary circumstances?
  4. Council democracy: How does she conceptualize participation, representation and delegation within this system? and how could it operate in a large and complex society? In which ways is this model still desirable and applicable today?
  5. Capital accumulation and imperialism: Is Luxemburg’s description of how new markets need to be opened up by imperialistic force and colonial rule convincing and maybe applicable to our times as well?

We invite papers discussing philosophical questions within or close to the described topics or any other area of the political theory and philosophy of Rosa Luxemburg. Please submit an anonymized 300 – 500 word abstract suitable for blind review by July 1st.

Infos:

  • E-Mail Adresse für Einreichungen: rosa@post.tu-dortmund.d
  • Deadline: 01.07.2018
  • Call-Bezeichnung: Call for Papers
  • Ort: Humboldt Universität zu Berlin
  • Datum: 10.01.2019
  • Uhrzeit: 10:00 Uhr
  • Ende: 11.01.2019 18:00
  • Veranstaltende Institution: Christian Neuhäuser (TU Dortmund University) et al

CfP als PDF

Einsender

Name: Robin Celikates

E-Mail-Adresse: r.celikates@uva.nl

AK OÖ Logo

Die Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich vergibt jährlich einen Wissenschaftspreis. Das Preisgeld beträgt insgesamt 9.000 Euro und wird auf drei Preisträger/-innen aufgeteilt. Der Wissenschaftspreis 2018 wird für 2017 oder 2018 fertig gestellte wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeitnehmer/-innen dienen. 2018 ist der Preis dem Thema „Verteilungsgerechtigkeit: Österreich auf dem Prüfstand“ gewidmet.

Ausschreibung als pdf

Forschungsfrage als pdf

Der Wissenschaftspreis richtet sich an „junge“ – am Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn stehende – Forscher/-innen. Diplomarbeiten, Masterarbeiten, Dissertationen und andere wissenschaftliche Forschungsarbeiten sind uns willkommen – Bachelorarbeiten können nicht eingereicht werden. Details zur Ausschreibung finden sich auf der Website der AK Oberösterreich.

Bewerbungen sind bis 29. Juni 2018 bei der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich in der Stabstelle Wissenschafts- und Forschungsmanagement einzureichen. Nähere Informationen erhalten Sie bei Frau Nicole Bello-Rauchwarter unter (0732) 6906 – 5534 oder per mail (wfm@akooe.at).

GenderFemPreis 2018GenderFemPreis 2018 für Qualifikationsarbeiten in den Bereichen Gender Studies, Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Innsbruck, 18. Ausschreibung

Der diesjährige Preis in der Höhe von EUR 3.000,– wird von der Universität Innsbruck für Qualifikationsarbeiten in den Bereichen Gender Studies, Frauen- und Geschlechterforschung ausgeschrieben.

Dissertationen, Diplom- und Masterarbeiten, die in den vergangenen zwei Jahren an der Universität Innsbruck verfasst wurden, können bis Montag, 04. Juni 2018 im Büro für Gleichstellung und Gender Studies, Bereich Gender Studies, eingereicht werden.

Alle Informationen unter https://www.uibk.ac.at/leopoldine/gender-studies/preise/  

Unterlagen für die Einreichung

  • Arbeit in einfacher Ausfertigung (spiralisiert oder gebunden)
  • Arbeit in digitalisierter Form (per Mail an: gender-studies@uibk.ac.at)
  • Kurzbiographie mit Kontaktdaten (Post- und E-Mail-Adresse sowie Telefonnummer)
  • Kurzdarstellung des Inhalts (3/4 Seite)
  • Angaben über eventuelle bisherige Preisverleihungen
  • (Bei Dissertationen wird ein Gutachten beigefügt).

 

Kriterien und Voraussetzungen

  • Der Preis dient besonders der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
  • Eingereicht werden können Diplom- und Masterarbeiten sowie Dissertationen in den Bereichen Gender Studies, Frauen- und Geschlechterforschung.
  • Besonders qualifiziert sind interdisziplinär ausgerichtete Arbeiten, die über den Durchschnitt guter Forschung hinausragen.
  • Die Arbeit muss in den letzten zwei Jahren an der Leopold-Franzens-Universität verfasst und eingereicht worden sein (Stichtag: 01. Januar 2016).
  • Eine Arbeit kann nur einmal für diesen Preis eingereicht werden.

 

 

Gender & Agency PreisDer Forschungsverbund Gender & Agency vergibt im Jahr 2018 wieder Preise für wissenschaftliche Abschlussarbeiten (MA- und Diplomarbeiten, Dissertationen).

Die Einreichung ist unter folgenden Bedingungen möglich:

Dissertationen, Diplom- und Masterarbeiten, die dem Disziplinenkreis der Gender Studies angehören und den inhaltlichen Schwerpunkten des Forschungsverbundes entsprechen, können von den Verfasser_innen eingereicht werden. Die Abschlussarbeiten müssen nach dem 01. Januar 2014 approbiert worden sein.
Das Preisgeld beträgt für Dissertationen 1.000,– (Euro tausend), für MA- und Diplomarbeiten 500.- (Euro fünfhundert).

  • Einreichtermin: 30. Juni 2018
  • Einreichunterlagen (elektronisch, jeweils in getrennten PDF-Dokumenten):
  • Volltext der Arbeit
  • Kurzdarstellung der Arbeit in max. 7.000 Zeichen (Forschungsansatz, Themenschwerpunkte, Methoden, Forschungsgang, Ergebnisse)
  • Alle Gutachten
  • Curriculum Vitae

Einreichadresse: genderandagency@univie.ac.at
Betreff: Gender & Agency Preis für wissenschaftliche Abschlussarbeiten 2018

Eine neuerliche Einreichung einer bereits vorgelegten Arbeit ist nicht möglich.

Weitere Informationen finden sich unter: http://genderandagency.univie.ac.at/foerderungen/preis-fuer-wissenschaftliche-abschlussarbeiten/

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Call for Papers: Gender, Race and global Capitalism at WORK – gesellschaftliche Umbrüche, Kontinuitäten und Kämpfe

Jahrestagung der ÖGS Sektionen Arbeitssoziologie und Feministische Theorie und Geschlechterforschung am 15. und 16. November 2018 an der JKU Linz, Einreichfrist ist der 31.05.2018

[Call als pdf]

Ausgehend von der Beobachtung, dass Gender und Race ebenso wie Class zentrale, strukturgebende und konstituierende Kategorien für die Organisation von Gesellschaften sind, stellt sich angesichts der kapitalistischen Wandlungsprozesse der jüngeren Gegenwart in der Arbeitssoziologie wie auch der Geschlechterforschung verstärkt die Frage nach deren Zusammenspiel. Mit Blick auf den Gegenstand Arbeit möchten wir zentrale Regulierungsweisen von Gender, Race und Class in – durch kapitalistische Eigentumsverhältnisse geprägten – Gesellschaften herausarbeiten und aus diesen resultierende Konfigurationen betrachten. Die damit verbundenen gesellschaftlichen Umbrüche, Kontinuitäten sowie Kämpfe und Aushandlungen möchten wir auf unserer Tagung in ihren sozialräumlichen Dimensionen beleuchten.

In der Geschlechter- ebenso wie der arbeitssoziologischen Forschung wird vielfach ein undynamischer und zumeist nationalstaatlich, vermeintlich natürlicher Raumbegriff, angewandt. Die Kritik am nationalen Container und die Forderung nach der Überwindung des „methodologischen Nationalismus“ (vgl. Wimmer/Glick Schiller 2002) basiert auf eben dieser Feststellung, denn durch eine solche Perspektive findet in Teilen eine Selbstbeschneidung von Analysen statt. So dominiert zum Beispiel die Annahme eines frei im Raum flottierenden flexiblen globalen Kapitalismus und die je spezifischen sozialräumlichen Ausprägungen werden übersehen. Die Beiträge auf unserer Konferenz sollen jedoch eine bewusste Reflexion der Sozialräume, der verschiedenen Scales/Ebenen und der damit verbundenen Macht- und Herrschaftszusammenhänge bei der Organisation von Arbeit im globalen Kapitalismus vornehmen. Dass viele Arbeiten und Tätigkeiten weiterhin lokal gebunden sind und auch intersektionale Ungleichheitsverhältnisse sich lokal ausbilden und gleichzeitig durch globale Arbeitsteilungen und Herrschaftsstrukturen etc. mitgeprägt werden, ist noch (zu) wenig untersucht. Daher leiten uns auf unserer Konferenz die folgenden Fragen an: Welche Bedeutungen haben die gesellschaftlichen Kategorien Gender und Race bei der Organisation von Arbeit im globalen Kapitalismus? Welche Bedeutung kommt dabei den verschiedenen räumlichen Ebenen zu? Wo (in welchen Feldern und auf welchen Ebenen: lokal, global) und wie lassen sich unter den Vorzeichen einer forcierten Ökonomisierung Konflikt- und Kampfpotentiale orten? Können wir diesbezügliche Kontinuitäten und/oder Umbrüche feststellen?

Die Jahrestagung möchte unterschiedliche Perspektiven der Arbeitssoziologie und der Geschlechterforschung zusammenbringen um Arbeits-, Geschlechter- und soziale Ungleichheitsverhältnisse sowie deren Wandel oder Persistenz in verschiedenen Kontexten bzw. Feldern aufzuspüren – beispielsweise im Zusammenhang mit Migration, Care-Arbeit, gewerkschaftlichen Arbeitskämpfen oder Geschlechterarrangements. Die Berücksichtigung 2

eines intersektionalen Zugangs und der sozialräumlichen Dimension sind hier von zentraler Bedeutung.

Für die Jahrestagung freuen wir uns über Beiträge die sich unter anderem mit folgenden Themen und Fragen beschäftigen:

Aktuelle theoretische Ansätze und Verbindungslinien von Geschlecht, Race und Kapitalismus im Kontext von Arbeit ggfs. unter Berücksichtigung sozialräumlicher Perspektiven.

Aktuelle empirische Forschungen die sich im Kontext von Gender, Race und Class mit sozialräumlichen Perspektiven beschäftigen (z.B. globale/lokale Produktions- und Reproduktionsketten, Globale/lokale Geschlechterordnungen und Normen etc.).

Spezifische Arbeitsmärkte/-felder als Orte der Intersektion von Gender, Race und Class: z.B Sorgearbeit.

• Arbeitslosigkeit als Ort der Intersektion von Gender, Race und Class.

• Effekte und Aneignungen aktivierender und investiver Sozial- und Arbeitsmarktpolitiken in ihrer intersektionalen und sozialräumlichen Ausprägung.

In welchen Sektoren von Arbeit lassen sich neue intersektionale Trennlinien feststellen und welche neuen Verhältnisse der sozialen Ungleichheit ergeben sich daraus? Wo sind außerdem Retraditionalisierungen und/oder Beharrungen zu erkennen?

Welche neuen emanzipatorischen Potenziale und Allianzen lassen sich im Kontext neoliberaler Umbrüche neben Diagnosen der Prekarisierung und Retraditionalisierung ausmachen?

Wie gestaltet sich das Verhältnis von Gender, Race und Class im Zuge der zunehmenden Digitalisierung von Arbeit?

Welche sozialen Konflikte und Kämpfe ergeben sich aus den oben beschriebenen Entwicklungen im Kontext von Gender, Race and global Capitalism at WORK?

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu den beschriebenen Themenkomplexen und darüber hinaus Beiträge an gender.work@jku.at zu senden. Einreichfrist ist der 31.05.2018.

Die österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte und das Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien schreiben gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Wien und dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft

die Irma Rosenberg-Preise für die Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus

aus.

Die Irma Rosenberg-Preise werden für hervorragende Veröffentlichungen und wissenschaftliche Leistungen an WissenschafterInnen (Postdocs) vergeben. Der Preis der Stadt Wien für die Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus (Irma Rosenberg-Preis) wird für Monographien oder gleichwertige Publikationen, (keine Habilitationen) vergeben, die Irma Rosenberg-Förderpreise für noch unpublizierte Dissertationen oder gleichwertige unpublizierte Forschungsberichte. Gewürdigt werden Arbeiten, in deren Zentrum die Geschichte des Nationalsozialismus im Kontext der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Gewalt, Diktaturen und Genoziden steht, die insbesondere die Verfolgung durch das NS-Regime aus rassistischen Gründen, den nationalsozialistischen Massenmord, die Verfolgung politischer GegnerInnen oder Strategien und Formen des Widerstands thematisieren.

Bewerbungen sind bis spätestens         30. Mai 2018

an der unten angegebenen Adresse schriftlich/ekektronisch beizubringen.Für Bewerber/innen um den Preis der Stadt Wien für die Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus (Irma Rosenberg-Preis) gilt ein Höchstalter von 40 Jahren (Zeitpunkt des Erscheinens der Publikation laut Verlagsangabe), für Bewerber/innen um einen der Irma Rosenberg-Förderpreise gilt ein Höchstalter von 35 Jahren (Zeitpunkt der Approbation der Dissertation bzw. Abgabe des Forschungsberichtes).

Die eingereichten Arbeiten dürfen in beiden Fällen nicht länger als zwei Jahre vor der Einreichung erschienen bzw. approbiert worden sein. Als Zeitpunkt der Einreichung wir das Ende der Ausschreibungsfrist festgelegt.

Folgende Unterlagen sind für eine Bewerbung erforderlich:

  • Ausführlicher Lebenslauf mit Beschreibung der wissenschaftlichen Tätigkeiten und Forschungen
  • Publikationsliste
  • Ein Exemplar der Monographie (oder der gleichwertigen Veröffentlichungen) bzw. der Dissertation / des Forschungsberichtes (beides unbedingt als Scan, optional können Printversionen mitgeschickt werden)
  • Beibringung sonstiger Veröffentlichungen (Scans) auf Anfrage

Die Irma Rosenberg-Preise werden als von der Stadt Wien gestifteter Preis zur Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus (dotiert mit € 4,000,–) sowie als zwei je zur Hälfte vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und von der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgeschichte getragene Förderungspreise (dotiert mit je € 2,000,–) verliehen.

Informationen und Einreichung der Unterlagen: Österreichische Gesellschaft für Zeitgeschichte, c/o Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien – Irma Rosenberg-Preis, Spitalgasse 2-4/Hof 1, 1090 Wien

email: rosenberg.zeitgeschichte@univie.ac.at