Pühringer Stephan: Gleichheit vs. Vielfalt Ein konstruierter Widerspruch?

26. Jul 2011

(Auszug)

Im großen Kanon der Trias „Freiheit, Gleichheit, Solidarität“ ist die Rolle von Gleichheit seit jeher eine ambivalente. Die starke normative Konnotation die für Freiheit, als Loslösung aus tradierten, hierarchischen Herrschaftsverhältnissen und Solidarität, als Forderung einer egalitären, auf Gerechtigkeit basierenden Gesellschaftsordnung gilt, scheint für Gleichheit erst einmal nicht so klar gegeben. Vielmehr wirkt Gleichheit zunächst als Kontrastfolie für widerstrebende ideologische Denkrichtungen. In verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen finden zwar Diskurse über Gleichheit statt, die auch auf einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs ausstrahlen. So ist etwa Gleichheit vor dem Gesetz eine maßgebliche Errungenschaft und in Fragen der Gleichberechtigung oder Gleichbehandlung spiegelt sich die positive Bewertung von Gleichheit im Recht als Erbe der aufklärerischen Tradition der westlichen Industrienationen wider. Vor allem aus einer ökonomischen Perspektive wird hingegen -­‐ vor allem was materielle Gleichheit oder Verteilungsfragen betrifft -­‐ auch teils massive Kritik an Gleichheitskonzepten geübt.

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AutorIn Momentum2011 2011-10-11 18:26:32