PreConferences bei Momentum 19: Widerspruch

13. Jun 2019

Wie jedes  Jahr wird es vor dem eigentlichen Start des Kongresses bereits die Möglichkeit geben, im Rahmen von Pre-Conference-Workshops über aktuelle Themen zu diskutieren und die TeilnehmerInnen kennen zu lernen. Die Pre-Conferences starten am Do, 10. Oktober ab 14.00 Uhr im Kultur- und Kongresshaus in Hallstatt. Auch dieses Jahr wird es möglich sein, bei Anreise mit dem Momentum-Bus auch einen der Pre-Conference-Workshops zu besuchen.

 

Journalismus mit Haltung: Sagen was Sache ist
mit Corinna Milborn & Alexander Fanta 

                       

Journalistinnen und Journalisten müssen sich an die Fakten halten und ihre Quellen möglichst offen darlegen. Aber müssen sie auch objektiv sein? Sollen sie allen Seiten gleichen Raum bieten?

Klimaleugner, Impfgegner und rechte Hetzer stellen den Journalismus vor eine Herausforderung: Wer über sie neutral berichtet, läuft Gefahr, ihren Behauptungen Raum zu verschaffen.

Wir brauchen einen Journalismus, der einen roten Faden durch die digitale Informationsflut bietet und Blabla-Blasen zersticht. Haltungsjournalismus heißt, die Dinge beim Namen zu nennen. Die Leserinnen und Leser sollen wissen, wo wir als Journalistinnen und Journalisten stehen.

Der Workshop bietet einen Einblick in journalistische Alltagspraxis und Handwerk. Wie wählen wir Themen aus? Mit welchen Methoden recherchieren wir? Und wie kann Journalismus beitragen, eine kritische Haltung zu vermitteln?

Die Workshopleitenden diskutieren mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Praxis und Ziele ihrer Arbeit. Der Workshop soll einen Anstoß liefern, sich kritisch mit der Rolle der Medien zu beschäftigen und konstruktiv über die Weiterentwicklung des Journalismus nachzudenken.

Corinna Milborn ist Journalistin und Informationsdirektorin der Sendergruppe der ProSiebenSat.1PULS 4. Sie ist verantwortlich für die Sendungen die «Puls 4 News» sowie die Diskussionssendung «Pro und Contra», welche sie auch moderiert.

Fotocredit: https://www.milborn.net

Alexander Fanta ist Journalist für die Nachrichtenseite netzpolitik.org und berichtet aus Brüssel über digitale Themen. Er wird davon erzählen, wie Google, Facebook und andere Konzerne auf die Politik Einfluss nehmen und mit Beispielen zeigen, wie Datenjournalismus und Informationsfreiheitsgesetze bei der kritischen Berichterstattung über Lobbying helfen können.

Fotocredit: http://darjapreuss.de

Unorganisierte organisieren
mit Patrice Fuchs & Silviu Craciunas

   

Freelancer*Innen, Clickworker*Innen, Personenbetreuer*Innen, etc – die Ich-AGs und EPUs sind in der modernen Arbeitswelt längst zum Normalfall geworden. Es gibt 300.000 EPUs in Österreich und sie sind nicht gewerkschaftlich organisiert!

Die Grenzen zwischen Büro und Heim, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Arbeit und Freizeit verschwimmen zunehmend. Die neue Arbeitswelt verbirgt sehr viele Schattenseiten, die eher an die Anfänge der Industrialisierung erinnern: Ausbeutung, keine Sozialleistungen, kein Arbeitnehmer*Innenschutz, nicht vorhandenen Mitspracherechte, fehlender Kündigungsschutz, etc.

EPUs haben in der Regel wenige Auftraggeber. Von ihnen sind sie meistens stark abhängig. Sie können nicht durch Akquise weiterer Auftraggeber mehr Sicherheit erreichen, da sie selbst die hauptsächliche Arbeitskraft sind und daher kein höheres Pensum bewältigen können. Diese bedrängte Lage nützen Auftraggeber aus, indem sie sehr niedrige Honorare zahlen.

EPUs werden in Österreich von der Wirtschaftskammer vertreten, bekommen aber sehr wenig bis gar keine Unterstützung. Damit es zum fairen Ausgleich von Interessen kommt, ist es wichtig dass EPUs gewerkschaftlich organisiert werden. Das ist aber auf Grund der modernen Arbeitsverhältnissen (Atomisierung, Home-work, prekäre Arbeitsmigration) nicht immer einfach.

Nach einem kurzen Umriss historischer Organisationsformen, wollen wir uns auf die Probleme von drei Beschäftigungsgruppen (24h-Pfleger*Innen, Clickworker*Innen, Film- und TV-Branche) konzentrieren, die besonders von Prekarität betroffen sind. Obwohl in diesen Gruppen informelle und organische Solidarisierungsformen und Hilfsgruppen entstehen, konkretisieren sie sich nicht in einer politisch-gewerkschaftlichen Anbindung. Wir wollen erkunden, was die Gründe sind, warum diese Menschen schwer zu organisieren sind, was Gewerkschaften und Parteien machen müssen, um in der modernen Arbeitswelt diese Menschen vertreten zu können.

Silviu Craciunas (geb. 1981 in Rumänien) ist Informatiker und lebt und arbeitet in Wien. Er engagiert sich politisch in der Sektion 8 der SPÖ Alsergrund und in Demos, einer neuen politischen Bewegung in seinem Herkunftsland Rumänien. In Demos arbeitet er an unterschiedlichen Projekten rund um die Arbeitsverhältnisse rumänischer Migrant*Innen in Österreich. Seit zwei Jahren ist sein Fokus auf die Arbeitsbedingungen in der 24h Intensivbetreuung und auf die politische und gewerkschaftliche Organisation rumänischer Personenbetreuer*Innen.

Patrice Fuchs, 45, ist Psychologin, Journalistin und TV Produzentin. Sie gründete das erste Blogportal in Österreich und brachte 3 Jahre ein Printmagazin für moderne Eltern heraus („Familie Rockt“). Sie ist außerdem seit 2018 im Vorstand von vidaflex für EPUs tätig. Die politische Landschaft teilt sich nicht mehr ausschließlich in ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen. Wir brauchen faire Verhältnisse durch alle Schichten.
Ich beschäftigt Komunikation und insbesondere die Frage, wie man Menschen via Öffentlichkeit erreichen kann. Welche psychologischen Aspekte sind wichtig, wenn man Botschaften und Inhalte verbreitet? Wie formuliert man Standpunkte ohne missgedeutet zu werden? Wie funktioniert die Medienlandschaft und wie ist sie strukturell an die Politik gekoppelt? Wie kann man soziale Medien nutzen und möglichst viele Menschen erreichen?

Momentum Young Research mit Elke Schüßler & Thomas Gegenhuber

Foto Elke Schüßler   

Elke Schüßler ist Professorin für Betriebswirtschaftslehre und Vorständin des Instituts für Organisation an der Johannes Kepler Universität Linz. In Ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der Steuerung globaler Produktionsnetzwerke insbesondere im Hinblick auf deren Nachhaltigkeit, mit der Organisation kreativer Prozesse sowie mit der digitalen Transformation von Geschäftsmodellen und der Entstehung digitaler Märkte. Ihr theoretischer Fokus liegt auf der neoinstitutionalistischen Organisationstheorie. Sie ist Autorin zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge in führenden internationalen Fachzeitschriften wie dem Academy of Management Journal, Academy of Management Perspectives, Human Relations, Industrial and Corporate Change, Industry & Innovation, Industrial and Labor Relations Review or Technological Forecasting and Social Change.

Thomas Gegenhuber ist Juniorprofessor für BWL, insb. digitale Transformation, an der Leuphana Universität Lüneburg. Während seines Doktoratsstudiums an der Johannes Kepler Universität Linz – finanziert von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft – absolvierte er Auslandsaufenthalte an der University of Alberta, der University of Edinburgh und der Freien Universität Berlin. Thomas Gegenhuber blickt mit organisationstheoretischen Perspektiven auf Phänomene der digitalen Transformation, wie etwa crowd-getriebene Organisationsformen, Offenheit als Organisationspraxis (Open Strategy, Open Innovation und Open Government) sowie Cultural Entrepreneurship in einer digitalen Ökonomie. Seine Forschung wurde unter anderem in Long Range PlanningBusiness & SocietyOrganizationGovernment Information Quaterly und Information & Organization publiziert. 

Photocredit: leuphana.de

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