Prandner Dimitri: Fragile Staatlichkeit und Demokratiedefizite: Zwischen Macht und Gewalt

5. Nov 2009

Abstract Momentum 09 Track 9 „Bildung und Demokratie”

„Fragile Staatlichkeit und Demokratiedefizite: Zwischen Macht und Gewalt”

1 – Einleitung
Eine der zentralen Fragen des Tracks zum Thema Bildung und Demokratie ist, ob Demokratie nur als Regierungsform von Bildungseliten funktionieren kann und ob Demokratie an Bildungsdefiziten scheitern könnte. In einem Zeitalter, in dem global wirkende Prozesse immer wichtiger und auch intensiver werden, kann diese Frage nicht rein im nationalstaatlichen Kontext behandelt werden. Dabei erscheint die Unterscheidung zwischen Macht und Gewalt für den Bereich der Entwicklungshilfe und im politischen Raum als essentiell, da sie sowohl eine Grundlage für innerstaatliche als auch zwischenstaatliche Prozesse liefern kann. Genauso wird dadurch eine Bewertung von Abhängigkeitsverhältnissen und Demokratie ermöglicht. Im Alltagsgebrauch wird jedoch oftmals der Unterschied zwischen beiden Begriffen marginalisiert.

Gleichzeitig wird im Bereich der Entwicklungsforschung der Begriff „governance“ in den letzten Jahren verstärkt diskutiert. Der seit 1989 genutzte Indikator „good governance“ sollte beschreiben, wie gut ein Staat geführt wird und auch eine vereinheitlichte Grundlage für die Bewertung der Legitimation von Macht bieten. (Ludermann & Reinhardt, 2006: 227)

Dennoch verändern sich die Machtgrundlagen und die Ausübung derselben in unserer immer weiter globalisierten Welt immer mehr; die Grenzen zwischen gerechtfertigter Intervention und Gewaltanwendung verschwinden fließend. Aber nur wenn Gewaltanwendung vermieden wird, kann eine nachhaltige und gerechte Entwicklung stattfinden, wobei Gerechtigkeit (auf Lebens- und Entwicklungschancen) wieder wechselseitig die Grundlage für dauerhafte legitime Machtverhältnisse von Bedeutung ist und Staatsversagen verhindern sollte. (vgl. Nuscheler, 2006: 17) Und hier stellt sich die Frage welche Rolle Bildung im globalen Kontext zur Verhinderung von Gewalt und zur Ermöglichung von Macht einnehmen kann.

Dimitri Prandner

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AutorIn Momentum 2011-05-20 14:04:42