Track #9: Bildung: (Aus) Vielfalt lernen

Trackmoderation: Azra Bajrica & Daniela Martinek

Die UNESCO-Erklärung zur kulturellen Vielfalt unterstreicht das Menschenrecht auf qualitativ hochwertige Bildung und Ausbildung unter voller Achtung der jeweiligen kulturellen Identität. Ein Ideal, das in einer gewachsenen, zunehmend globalisierten Gesellschaft nur schwer in der Realität ankommt. Wirtschaftskrisen führen zum dauerhaften Verlust von Arbeitsplätzen und machen eine Umschulung der arbeitenden Bevölkerung notwendig. Die Erfahrungen des digitalen Wandels in der Arbeitswelt stellen, sowie die starken Migrationsbewegungen, enorme Herausforderungen an der Bildungs- und Ausbildungssystem dar. Diese werden mit kleinem Budget und sehr viel zivilgesellschaftlichen Engagement dennoch in Angriff genommen, um den Anspruch der UNESCO-Erklärung gerecht zu werden. Demgegenüber stehen festgefahrene Debatten und Strukturen im Bildungsbereich, einem Ankommen neuer Konzepte im Mainstream entgegen. Große Baustellen wie Inklusion, soziale Durchlässigkeit oder lebenslanges Lernen werden vom formalen Bildungssystem weiterhin nicht oder nur sehr zögerlich angegangen. Im Track wird der Rahmen geboten, verschiedene Zugänge zu Vielfalt in der Bildung zu präsentieren und zu diskutieren sowie mögliche Handlungsoptionen und Strategien für ein vielfältiges und für Vielfalt offenes Bildungssystem zu entwickeln. Dabei stellen sich unter anderem die folgenden Fragen:

  • Welche Kompetenzen sind in einem ausdifferenzierten Bildungssystem unumgänglich und ab wann und mit welchen Mitteln können diese erlernt werden?
  • Lässt sich „Vielfalt“ an sich erlernen? Gibt es dafür konzeptionelle Zugänge? Wann und wie entsteht ein individuelles Bedürfnis nach Homogenität?
  • Was sind die erforderlichen Rahmenbedingungen für ein ausdifferenziertes Angebot und die globale Anerkennung von Abschlüssen?
  • Gibt es gute Beispiele für ein heterogenes gemeinsames Lernen, wo sich unterschiedliche Talente zusammenfinden und gemeinsam an ihren Zielen arbeiten ohne als Individuen zu versiegen?
  • Wie gestaltet sich ein ausdifferenziertes, institutionalisiertes und nicht-institutionalisiertes Bildungssystem der Zukunft aus, das genügend Raum für gesellschaftliche Ausverhandlungsprozesse lässt?
  • Wie lässt sich die gesellschaftliche Vielfalt vom Kindesalter an bis in die Institutionen der Hochschulbildung weiter abbilden?

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