Track #7: Liebe, Wohnen, Arbeit: Vielfalt der Lebensformen

Trackmoderation: Karin Schönpflug & Andrea E. Schmidt

Die Möglichkeiten des Zusammenlebens gestalten sich immer vielfältiger. Waren das Ein-Ernährermodell, die heteronormative Ehe oder das Leben im Haus im Grünen für einen Großteil der österreichischen Bevölkerung das Lebensziel, so werden diese klassischen Modelle beständig aufgeweicht. Sei es, weil das Ein-Ernährermodell nicht mehr finanzierbar ist, Frauen immer mehr die Möglichkeit haben und bekommen, einer Arbeit nachzugehen, was vor allem einen Anstieg der weiblichen (Teilzeit-)Beschäftigung bedeutet, durch eine steigende Nachfrage nach Single-Wohnungen im städtischen Bereich oder die wachsende Zahl an alternativen Formen von Lebensgemeinschaften, Partner_innenschaften und Patchworkarrangments. Die Fülle an unterschiedlichen Lebensentwürfen scheint sich unaufhaltsam, trotz vieler Hürden und Hindernisse, zu vervielfältigen. Gleichzeitig sind es vor allem bildungshungrige, kulturell privilegierte Gruppen, die diese Vielfalt für sich entdecken, in Anspruch nehmen und durchsetzen. Andere wiederum sehen sich mit einer Unmenge an Lebensentwürfen konfrontiert, die sie so nicht befürworten, konnten sie doch in den vertrauten, traditionellen Lebensformen gut zurechtfinden.

Mit der wachsenden Vielfalt an Lebensentwürfen und -konstellationen sind auf unterschiedlichen politischen Ebenen neue Fragestellungen verbunden:

  • Wie gestalten sich die Möglichkeiten (rechtlich, gesellschaftlich, ökonomisch) um seinen/ihren eigenen Weg in Sachen selbstbestimmter Lebensführung zu gehen?
  • Wie kann angesichts der vielen Klüfte, die schon jetzt politisches Agieren schwierig machen, sozialer und solidarischer Zusammenhalt erreicht werden?
  • Wie weit lassen sich persönliche Beziehungen juristisch festschreiben? Und wie ist es möglich, Lebensbiografien „einfach“ zu regeln und gleichzeitig eine Vielfalt zu gewährleisten?
  • Wie kann es gelingen, Visionen für die vielen unterschiedlichen Bedürfnisse zu entwickeln und diese in die Stadt- und Kommunalentwicklung miteinzubeziehen?
  • Wie kann eine arbeitnehmer_innenfreundliche Arbeitswelt 2030 aussehen?

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