Track #6: Ökonomische Pluralität in Forschung, Lehre und Praxis

Trackmoderation: Markus Marterbauer & Jana Schultheiss

Die Forderung nach einer konzeptionellen und methodischen Öffnung der stark monistisch organisierten akademischen Ökonomie ist spätestens seit der andauernden Finanz- und Wirtschaftskrise auch im öffentlichen Diskurs präsent. Die Umsetzung dieser Forderung nach mehr Pluralität und Vielfalt in den Wirtschaftswissenschaften sieht sich dabei mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert; vor allem die hermetische Organisation akademischer Disziplinen und deren geschlossene Selbstreproduktion steht grundlegenden Veränderungen entgegen. Vor diesem Hintergrund versucht der hier vorgeschlagene Track Praktiken und Potentiale einer pluralen Ökonomik neu zu vermessen und insbesondere die Frage stellen wie plurales ökonomisches Denken in Forschung, Lehre und Politikberatung konkret zum Einsatz gebracht werden kann.

 

Mögliche Fragestellungen, die in diesem Track diskutiert werden sollen, sind:

  • Wird die gegenwärtige ökonomische Forschung der Vielfalt bestehender theoretischer Ansätze gerecht und welche Funktion hat die Vielfalt an Modellen in der Standardökonomie?
  • Welche Rolle hat die zunehmende Bedeutung rein empiri(sti)scher Arbeiten innerhalb der ökonomische Forschung? Bedeutet dieser Trend eine Pluralisierung?
  • Ist Pluralismus eher eine rein universitätspolitische Forderung nach der Anerkennung verschiedener theoretischer Perspektiven mit ähnlichem Bewährungsgrad oder bildet Pluralismus auch einen tauglichen Ausgangspunkt zur Formulierung von Forschungsstrategien?
  • Wie lässt sich die offensichtliche Vielfalt an Theorien, Konzepten und Methoden innerhalb einer pluralen Ökonomie plausibel zusammenführen? – Rolle von Studierenden/außeruniversitären Einrichtungen?
  • Wie geht plurale Ökonomie mit der performativen Wirkung ökonomischer Modelle und Theorien um?
  • Wie wirkt sich plurale Ökonomik auf das Verständnis und den Umgang mit Wirtschafstheorien in der Gesellschaft aus?
  • Inwieweit reproduzieren akademische Lehre und Politikberatung im Bereich der Ökonomie die Einseitigkeit ökonomischer Forschung? Welche Alternativen zur Pluralisierung von Lehre und Politikberatung im ökonomischen Bereich bestehen dabei?

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