Momentum16: Eröffnungsrede von Barbara Blaha

14. Okt 2016

Macht nicht als absolutes Ziel

Barbara Blaha eröffnet Momentum16 und verweist auf das ambivalente Verhältnis der Linken zu Macht.

Mit Macht werde gemeinhin etwas Negatives assoziiert, konstatiert Kongressleiterin Blaha. Macht werde als Möglichkeit verstanden, anderen den eigenen Willen zu diktieren. Ambivalenter ist der Begriff „Power“, der auf eine doppelte Bedeutung verweist: Macht und Kraft.

Wie sieht es mit denjenigen aus, die die durchaus realen Machtverhältnisse falsch analysieren und zu dem Schluss kommen, die eigene, gefühlte Ohnmacht liegt einer großen Weltverschwörung zu Grunde? Entgegen der medialen Berichterstattung, die so tue, als seien es nur die Ränder der Gesellschaft, die sich benachteiligt fühlen, gäbe es tatsächlich eine Schieflage in der Gesellschaft, stellt Blaha klar. Und die Wut eben darüber suche nach einem Ventil. Die rechten Demagogen seien bloß die einzigen, die diesen Zweifel aufgreifen – um ihn gezielt fehlzuleiten. Bleibt also nur, diese Realitäten ernst zu nehmen und eine Gegenmacht aufzubauen.

Vor diesem Hintergrund müsse man sich aber vor allem zweier Dinge klar sein, so Blaha: über sein Ziel und über die vorhandenen Ressourcen. Eine Ressource der Linken sei zum einen das Größenverhältnis: Es gibt eine natürliche Mehrheit für das Ziel einer gerechten Gesellschaft – weil die Mehrheit davon profitieren würde. Zum anderen müsse sich diese Mehrheit aber auf gemeinsame Grundlagen verständigen und sich nicht auseinanderdividieren lassen. Der nächste Schritt: „Wir müssen uns überlegen, wie Macht zu Power werden und wie diese Power to the people kommen kann.“

Dazu ergänzt Blaha aber noch etwas, das oft und gerne vergessen wird: Es gehe schließlich nicht nur um Ermächtigung, sondern auch Entmächtigung. Denn – das habe man historisch beobachten können – Macht macht wahnsinnig. Deshalb sei auch geboten, der Macht engstmögliche Grenzen zu ziehen.

 

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