Lentner Marlene: Prekariat Journalismus – Soziale Lage von JournalistInnen in OÖ

25. Okt 2010

Abstract Momentum 10 Track 3 „Arbeitsrecht und Arbeitsverhältnisse”

„Prekariat Journalismus – Soziale Lage von JournalistInnen in OÖ

Ausgangssituation
Prekarität ist ein schon längere Zeit existierendes soziales Problem, auch weil Betroffene durch die Ausgestaltung ihrer Arbeitsverhältnisse nicht oder nur teilweise in sozial- und arbeitsrechtliche Sicherungssysteme integriert sind. Und doch sind nicht alle Sektoren gleichermaßen betroffen. Ein Bereich, in dem eine starke Ausweitung von atypischen Beschäftigungsformen deutlich spürbar ist, ist jener des Journalismus. Aktuelles Beispiel hierfür ist der Strukturumbau beim deutschen Jahreszeiten Verlag (Jalag). So strich der Verlag im März 2010 alle nicht leitenden, schreibenden Redakteurstellen und ersetzt sie durch freie
AutorInnen und GrafikerInnen.

Gleichzeitig ist gerade der Beruf der/des JournalistIn durch die Liberalisierung der Märkte im Mediensektor in der Vergangenheit durch eine starke Statusveränderung geprägt. Während in der Vergangenheit diese Berufsgruppe noch hohes gesellschaftliches Ansehen genossen und gut bezahlte fixe Jobs die Regel waren, hat der Beruf heute vielfach diese Qualitäten eingebüsst. Diese radikale Statustransformation sowie ein wachsendes Bewusstsein für die Problematiken, welche durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse entstehen, waren Ausgangspunkt für die Studienbeauftragung durch die Gewerkschaft der Privatangestellten-Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP) und die Arbeiterkammer Oberösterreich. Der Fokus der Studie, welche vom Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung an der Johannes Kepler Universität (IBE) 2007 durchgeführt wurde, liegt auf der Betrachtung der sozialen Lage von JournalistInnen in Oberösterreich.

Die Arbeit, welche im Folgenden vordergründig hinsichtlich des Aspekts Prekarität vorgestellt werden soll, stellt einerseits eine Grundlage für interessenspolitische Aktivitäten dar. Andererseits werden durch die Kontakte und Aktivitäten im Rahmen der Erhebung Anstöße für die Betroffenen geliefert, sich mit ihrer Situation intensiver auseinander zu setzen und somit auch einen Beitrag zur Erhöhung des Selbstreflexionsniveaus zu leisten.

Marlene Lentner

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Beitrag_Lentner (application/pdf)
AutorIn Momentum 2011-02-23 21:06:27