Kraxberger Sabine: Selbstständigkeitsfördernde Unterrichtskonzeptionen im Spannungsfeld zwischen Förderung von umfassender Handlungsfähigkeit und flexibler Anpassung

21. Jul 2011

(Auszug)

Im Kontext von Bildungsstandards und internationalen Leistungsmessungen und –vergleichen im Bildungssystem wird der Ruf nach einem stärker kompetenzorientierten Unterricht lauter, dessen Ziel nicht einfach die Vermittlung von Qualifikationen darstellt, sondern die Förderung einer umfassenden Fähigkeit zur Lebensbewältigung. Im Mittelpunkt dieser Bestrebungen steht ein Kompetenzbegriff, der nicht nur kognitiv verankerte Fähigkeiten und Fertigkeiten, sondern auch Interessen, Werthaltungen und soziale Bereitschaften umfasst, also eine Art kognitive Disposition für das Handeln von Personen darstellt (vgl. Lersch 2007, Bohl und Kucharz 2010).

In der didaktischen Diskussion erfahren selbstständigkeitsfördernde Unterrichtskonzeptionen, wie beispielsweise offene und konstruktivistisch orientierte Lernformen, eine verstärkte Betonung. Lernformen, die den Selbständigkeitsaspekt stark betonen, haben in der Pädagogik insbesondere in reformpädagogischen Ansätzen schon eine lange Tradition (vgl. Jürgens 2010). Das selbstständige Arbeiten von SchülerInnen steht hier unter der emanzipatorischen Absicht, Reflexionsfähigkeit, Selbstbestimmung und Mündigkeit zu fördern (Rabenstein 2007). Aber auch im politischen Diskurs nimmt das Bild des selbstständig lernenden und selbstverantwortlichen Subjekts vor dem Hintergrund der neoliberalen Idee des sich selbst managenden Subjekts eine zentrale Position ein. Rabenstein und Reh diagnostizieren in diesem Kontext ein besonderes Zusammenwirken spezifischer politischer Führungsmodelle und Vorstellungen eines kognitiv aktivierenden Unterrichts.

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