Kilic Atila: Wohlfahrtsstaat und die generationsübergreifende Einkommensimmobilität

26. Jul 2011

In der folgenden Arbeit wird die Auswirkung von unterschiedlichen Wohlfahrtssystemen auf die generationsübergreifende Einkommensmobilität untersucht. Einerseits geht es darum empirisch festzustellen ob sich die zukünftigen Einkommen der Kinder durch die Einkommen der Eltern bestimmen lassen und wenn ja, wie eng diese Beziehung ist. Je stärker das Einkommen der Kinder vom Einkommen der Eltern abhängt, desto einkommens-immobiler ist eine Volkswirtschaft.
Dieser empirischen Untersuchung liegen Mikrodaten zu Einkommen, Armutsgefährdung und Lebensbedingungen aus dem EU-SILC 2005 Datensatz zugrunde. Anhand einer OLS Schätzung und Quantilsregression mit den Daten zu Österreich, Groß Britannien und Schweden zeigen sich im Ländervergleich unterschiedlich hohe Einkommensimmobilitäten. Außerdem werden mit Hilfe einer Übergangsmatrix die Wahrscheinlichkeiten für einen Auf- und Abstieg der Kinder in andere Einkommensquintile dargestellt.

Nach Esping-Andersen lassen sich Österreich, Groß Britannien und Schweden drei unterschiedlichen Wohlfahrtstypen zuordnen. Österreich gehört aufgrund von staatlichen Leistungen wie Pensionen und Arbeitslosenversicherung, die an Arbeit und vorher geleistete Beiträge gebunden sind dem konservativ-kontinentaleuropäischen Wohlfahrtstyp an. Schweden ist mit seinem hohen Dekommodifizierungsgrad und universellen Staatsleistungen das Paradebeispiel für ein sozialdemokratisch-skandinavisches Wohlfahrtsregime. Mit Groß Britannien wurde auch ein liberal-angelsächischer Wohlfahrtsstaat in die Untersuchung miteinbezogen, also eine Wohlfahrtsstaatsform in der individuelle Verantwortung eine hohe Bedeutung zukommt. Dominierendes Kriterium für den Erhalt von Sozialleistungen ist die Bedürftigkeit, wobei staatliche Sozialleistungen im angelsächsischen System im Allgemeinen eher gering ausgeprägt sind. Der Vergleich zwischen Österreich, Groß Britannien und Schweden soll zeigen, ob eine geringere Ausprägung von staatlichen Sozialleistungen und ein niedriger Grad der Dekommodifizierung zu einer geringeren Wahrscheinlichkeit für die Kinder in ein höheres Einkommensquintil aufzusteigen führt?

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Kilic_2011_Abstract (application/pdf)
AutorIn Momentum2011 2011-07-26 10:40:59