Hobl Robert: Die Ampel steht auf Gelb

25. Okt 2010

Abstract Momentum 10 Track4&6 „Demokratische Antworten auf die Krise? Neue Arbeitswelt(en), Gewerkschaften und Wirtschaftsdemokratie”

„Die Ampel steht auf Gelb

Einleitung
“Jedermann wird sein eigenes Taschentelefon haben, durch welches er sich, mit wem er will, wird verbinden können. Die Bürger der drahtlosen Zeit werden überall mit ihrem Empfänger herumgehen, der irgendwo, im Hut oder anderswo, angebracht sein wird …“

Zitat: Robert Sloss: „Das drahtlose Jahrhundert“, aus „Die Welt in 100 Jahren“, Berlin 1910
Quelle: Ars-Electronica Folder: Die Welt in 100 Jahren, The World in 100 Years, 16.6. – 28.11.2010 Ars-Electronica Center Linz

Das Zitat aus dem Jahr 1910 über eine drahtlose Kommunikationszukunft am Übergang vom 20. ins 21. Jahrhundert, taucht in einer Ausstellung im Jahre 2010 auf. In den 90er-Jahren waren alle an der Entwicklung und Umsetzung des GSM-Standards Beteiligten vom überwältigenden und berauschenden Erfolg der mobilen Telephonie vollkommen überrascht. Der Erfolg übertraf die kühnsten Erwartungen.

Neben hausgemachter westlicher Finanzmarktkrise und daraus folgender westlicher Wirtschaftskrise, weiter zunehmender Verunsicherung und zunehmendem Vertrauensverlust in die Politik, einem ungebrochenem Erstarken der Rechten in Europa, stehen wir im Westen vor einer weiteren großen Herausforderung: der globalen Verschiebung der treibenden Kräfte von Wirtschaft, Technologie und Innovation.

Die Mobiltelekommunikationstechnologie und deren Industrie sind dabei nur ein Beispiel. Diese Verschiebung des ökonomischen Gewichtes im globalen Maßstab vollzieht sie neben der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ebenso in allen anderen Industriesektoren wie der Transportmittel (Straßen- und Luftverkehr), der Pharmazie und Bio-Technologie und der Energie.

Intuitiv wählte ich vor einem halben Jahr den Titel: Die Ampel steht auf Gelb. Und nicht etwa: Die gelbe Gefahr. Und so sehe ich es auch heute. Ist das Glas halb leer oder halb voll? Ich bin überzeugt, es ist halb voll. Die Ampel kann auf rot oder auf grün umspringen. Es gibt viel für uns zu tun.

Wir können weiterkommen in Sachen neue Arbeitswelten, Wirtschaft, Demokratie, Solidarität. In Krisen liegen auch Chancen. Diese müssen genutzt werden, andernfalls können aus Krisen Katastrophen werden.

Aus persönlicher Betroffenheit als sich zunehmend vom Jobverlust bedroht fühlender Vertreter der IKT-Industrie, als Angestellter eines global agierenden Konzerns mit europäischen Wurzeln, fühlte ich mich motiviert an Momentum10 teilnehmen zu wollen. Im Zuge meiner Erarbeitung dieses Vortrages kam mir beim Nachdenken über das mir selbst gestellte Thema eine Idee, die mich bei allen persönlichen Zukunftssorgen in Zeiten der Krise positiv stimmt.

In erster Linie sehe ich mich als Schriftsteller, in zweiter Linie als Techniker (gelernter Technischer Physiker), drittens als politisch denkenden Menschen. Erst an vierter Stelle reiht sich das Bestreben ein, wissenschaftlich sein zu wollen. Also dann, auf die Plätze, fertig und zurück (in die Zukunft)

Robert Hobl

Dokumente zum Download

Beitrag_Hobl (application/pdf)
AutorIn Momentum 2011-03-15 18:36:43