Hirte Katrin: Das neoklassische Freihandelsmodell – Fundament für Entwicklungszusammenarbeit oder Zementierung globaler Ungleichheiten?

25. Okt 2010

Abstract Momentum 10 Track 2 „Transnationale Solidarität”

„Das neoklassische Freihandelsmodell – Fundament für Entwicklungszusammenarbeit oder Zementierung globaler Ungleichheiten?

Freihandel – so die eingängige Argumentation in der herrschenden Wirtschaftstheorie – sei der beste, effektivste und gerechteste Weg für eine gemeinsame Teilhabe am Reichtum der Welt, welcher (ebenso wie auf Mikroebene gedacht) dann nach dem Leistungsprinzip verteilt wird. Dabei seien die unterschiedlichen Voraussetzungen der Länder bedeutungslos, denn nach dem Modell komparativer Kostenvorteile ist Freihandel für alle von Vorteil. Daher gäbe es keinen Grund, dass Nationen nicht bereit seien, sich für Importe zu öffnen sowie für Exporte zu sorgen.

Die Praxis hierzu sieht oft gegenteilig aus. Armut und Reichtum der so genannten Ersten und Dritten Welt klaffen nach wie vor weit auseinander.

Im Beitrag soll daher der Frage nachgegangen werden, woran dies liegt: Wird hier die laut Modell für beide Seiten vorteilhafte Handelstätigkeit nur von paternalistischer Einmischung auf nichtökonomischer Ebene überlappt? Kann man Handelstätigkeit überhaupt als „nur ökonomische“ sehen? Was besagt genau das Modell komparativer Kostenvorteile? Und warum funktioniert es auffällig für die Länder der so genannten ersten, aber nicht der dritten Welt?

Hauptthese des Beitrages ist, dass der so genannte Freihandel der Länder untereinander die globalen Ungleichheiten der Länder untereinander zementiert statt verringert und dies nicht nur aufgrund politischer Vorgänge, sondern im Kern deshalb, weil die Bedingungen für das Modell komparativer Kostenvorteile nicht erfüllt werden können.

Katrin Hirte

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AutorIn Momentum 2011-02-19 17:17:48