Hermann Cathrin: Die Geschlechterbilder in der Literatur zum Österreichischen Widerstand

26. Jul 2011

In der vorgeschlagenen Präsentation sollen die in der Literatur zum österreichischen Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime enthaltenen Geschichts- und Geschlechterbilder herausgearbeitet werden.

Als Vergleichsgruppen, welche auf die in ihren Organisationsstrukturen vorkommenden Geschlechterbilder untersucht wurden, sind die katholische „Österreichische Freiheitsbewegung“ aus Klosterneuburg und die linke, in der wiener tschechischen Minderheit beheimatete so genannte „Tschechische Sektion der KPÖ“ ausgewählt worden. Einleitend erfolgt eine Vorstellung beide Gruppierungen hinsichtlich ihrer Tätigkeiten und ihrer Arbeitsweise, wobei die Einbettung in die jeweiligen Herkunftsmilieus von großer Bedeutung ist. Gerade hier kann eine Fortsetzung von klassen- sowie milieuspezifischen Geschlechterrollen festgestellt werden. Dies bedeutet unter anderem, dass der in Vereinen und Parteien zu findende Aufbau auf die Widerstandsorganisationen übertragbar ist. So zeigt sich beispielsweise bei der Gruppe der tschechischsprachigen Minderheit zwar bei der Besetzung der leitenden Positionen eine männliche Dominanz, jedoch waren in die Widerstandsarbeit Frauen und Männer nahezu gleichbedeutend eingebunden. Bedingt durch die Mitgliedschaft vieler in der Widerstandsgruppe aktiver Personen im sozialdemokratischen tschechischen Arbeiterturnverein D. T. J. sind vergleichbare Strukturen erkennbar; hier besonders in der Zusammenarbeit von Männern und Frauen.

Der Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der Analyse ausgewählter Stellen aus Darstellungen zum Österreichischen Widerstand vor dem Hintergrund der innenpolitischen Entwicklungen und der Herausbildung der Zeitgeschichtsforschung. Vergleichbar den Darstellungen zu anderen historischen Epochen, nutzt die Literatur zum Widerstand unter anderem Frauen- wie Männerbilder, beziehungsweise gegenderte Bilder zur Erzählung historischer Ereignisse. Darunter ist beispielsweise nicht nur die Darstellung von nationalsozialistischen Täterinnen als Gegenpol zu „normalen“ Frauen zu verstehen, sondern ebenso die Darstellung von männlich oder weiblich konnotierten Alltags- und Kriegsszenen. Die herausgearbeiteten Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit werden in der Präsentation mit der Entwicklung der Gesellschaft der Zweiten Republik kontextualisiert. Hierbei sind die leitenden Fragen, in welchem Umfang sich gesellschaftliche Geschlechterleitbilder in der Literatur niederschlugen und in wieweit sich über Geschlechterbilder eine Abgrenzung von den Tätern, sowie von den in weitaus geringerem Umfang präsenten Täterinnen vollzog.

Dokumente zum Download

Hermann_2011_Paper (application/pdf)
AutorIn Momentum2011 2011-10-11 17:51:26

Hermann_2011_Abstract (application/pdf)
AutorIn Momentum2011 2011-07-26 12:00:46