Heiling Michael, Kastner Andreas: Neues Ehrenamt als Herausforderung für die Sozialdemokratie

25. Okt 2010

Abstract Momentum 10 Track 5 „Community Organizing und Graswurzelbewegungen”

„Neues Ehrenamt als Herausforderung für die Sozialdemokratie

Einleitung
Während Momentum 2009 hat alles begonnen. Die Studierenden begehrten auf. Scheinbar über Nacht und ohne erkennbare politische Organisationen sammeln sich zuerst im Audimax der Uni Wien und später auch auf anderen Universtäten Studentinnen und Studenten und entfachen ein Feuer, das die Universitätslandschaft über mehrere Monate hinweg in Brand setzt. Bemerkenswert waren die neuen Kommunikationsformen, die zur Messlatte aller kommenden politischen Kampagnen wurden, die explosionsartige Erweiterung des Protests und das scheinbare Fehlen bekannter politischer Organisation oder Struktur. Die „Bewegung ohne Gesicht“ (thegap: 2009) war sicherlich eine der größten politischen Überraschungen der letzten Jahre. Nicht umsonst wurde „Audimaxismus“ zum Wort des Jahres 2009 gewählt. Insbesondere die Sozialdemokratie wurde von der StudentInnenbewegung auf dem falschen Fuß erwischt und sie hat sich schwer getan, diese Bewegung zu begreifen, sie mitzutragen oder für substanzielle politischen Veränderungen zu nutzen. Gleichzeitig sind Parteien – insbesondere sozialdemokratische, die den Anspruch haben Massenparteien zu sein – und Gewerkschaften auf ehrenamtliche Arbeit angewiesen. Wenn sich nun im Zuge des Studierendenprotests tatsächlich neue Formen der Ehrenamtlichkeit gezeigt haben, ist es für Partei und Gewerkschaft eine essentielle Aufgabe, sich mit diesen auseinanderzusetzen und gegebenenfalls strukturell zu reagieren. Gründe genug, ein Jahr später diese neuen Formen des politischen Engagements auf Momentum2010 zu diskutieren.

Im Rahmen dieses Papers möchten wir folgenden Fragenstellungen nachgehen:
1. Welche Veränderungen finden in der politischen Ehrenamtlichkeit statt und wie lassen sich diese beschreiben?

2. Welche Bedeutung haben die Veränderungsprozesse der Ehrenamtlichkeit für die Sozialdemokratie und wie kann sie darauf reagieren?

Im ersten Teil dieser Arbeit soll theoretisch argumentiert werden, wie sich Ehrenamtlichkeit und Ehrenamtliche in einem vor sich gehenden Wandel begreifen, jene theoretische Arbeit passieren, die notwendig ist, um den Wandel kategorisierbar zu machen. Im zweiten Teil wird ein Projekt der Sozialdemokratie, das sich explizit auf Ehrenamtliche außerhalb klassischer Parteistrukturen bezieht, vorgestellt und untersucht. Hier sollen vor allem die theoretischen Phänomene in die Praxis überführt werden. Den Abschluss dieser Arbeit stellt keine umfassende Conclusio dar, sondern ein Diskussionsimpuls, der im Rahmen des Kongresses weiterentwickelt werden soll.

Michael Heiling, Kastner Andreas

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Beitrag_Heiling_Kastner (application/pdf)
AutorIn Momentum 2011-03-04 14:20:57