Fischer Tatjana: Leben im Dienste der Allgemeinheit – Von den Möglichkeiten und Hemmnissen unkonventionellen zivilgesellschaftlichen Engagements in Wien

25. Okt 2010

Abstract Momentum 10 Track 5 „Community Organizing und Graswurzelbewegungen”

„Leben im Dienste der Allgemeinheit – Von den Möglichkeiten und Hemmnissen unkonventionellen zivilgesellschaftlichen Engagements in Wien

1. Einführung
Versteht man zivilgesellschaftliches Engagement als gemeinsame Arbeit von Bürgerinnen und Bürgern an der Lösung alltäglicher Herausforderungen, so denkt man einerseits an „organisierte“ Formen der Kooperation wie etwa Lokale Agenda 21 oder die Mitarbeit in Nicht-Regierungsorganisationen, andererseits an die klassische Nachbarschaftshilfe, die heute vielfach als ein das soziale Leben prägende Element im ländlichen Raum gesehen wird.

Weitgehend unbekannt ist aber die Situation jener Personen, die den individuellen Weg zivilgesellschaftlichen Engagements bevorzugen und „ohne organisatorisches Dach“ agieren.

Die folgenden Ausführungen basieren auf den Erkenntnissen der Erforschung der Arbeit des „Grätzlaktivisten mit gesichertem Grundeinkommen“ in Wien 10 Favoriten, Fritz Endl. Die abstrahierten Inhalte der zwei qualitativen Leitfadeninterviews, die hierzu im Februar und März 2010 mit Herrn Endl, Initiator und Hauptträger ehrenamtlichen Engagements im Triesterviertel, geführt worden sind, werden nun – gekoppelt mit der Analyse ausgewählter Sekundärliteratur vorgestellt.

Die Auseinandersetzung der Kernfrage nach dem Zusammenhang zwischen dem herausragenden Engagement einer Einzelperson und dem gemeinschaftlichen Beraten, Entscheiden und Handeln – sie erfolgte im Rahmen der Wissenschafts- und Forschungsförderung seitens der Magistratsabteilung 7 – Kultur (Fischer 2010) – ist auch aus raumwissenschaftlicher Sicht interessant, da sie Aufschluss darüber geben kann, welchen Möglichkeiten und Hemmnissen sich eine engagierte Privatperson fernab konventioneller Organisationsformen im Ringen um die Sicherungen von Lebensqualität und sozialem Zusammenhang in ihrer (un-)mittelbaren Wohnumgebung gegenüber sehen kann, muss man sich gewärtigen, dass in der Raumplanung respektive Raumentwicklung der Partizipation als Arbeitsmethode bereits großer Stellenwert zukommt und in Zukunft zur Vorbereitung politischer Entscheidungen noch mehr an Bedeutung gewinnen soll.

Zur wissenschaftlichen Annäherung an die und operationelle Handhabung der Komplexität obiger Kernfrage scheint die Zerlegung in folgende sieben Teilfragen am Ziel führendsten:

Teilfrage 1: Welche individuellen Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit zivilgesellschaftliches Engagement überhaupt angedacht wird und konkrete persönliche Handlungsbereitschaft entsteht?

Teilfrage 2: Wie erfolgt die themen- und handlungszentrierte Ausrichtung?

Teilfrage 3: Wie gelingt es, in der Stadt breitere Beteiligung durch Gleichgesinnte zu erlangen?

Teilfrage 4: Unter welchen Voraussetzungen wird das individuelle zivilgesellschaftliche Handeln im städtischen Raum politisch unterstützt?

Teilfrage 5: Mit welchen Hindernissen sieht sich die engagierte Privatperson auf infrastruktureller, finanzieller und politischer Ebene konfrontiert?

Teilfrage 6: Welches sind die größten Chancen zivilgesellschaftlichen Engagements auf persönlicher Ebene?

Teilfrage 7: Wo liegen die Potenziale unkonventionellen zivilgesellschaftlichen Engagements im städtischen Raum?

Tatjana Fischer

Dokumente zum Download

Beitrag_Fischer (application/pdf)
AutorIn Momentum 2011-03-04 14:10:16