Botzem Sebastian, Dobusch Leonhard: Blasen, Boni und Bilanzen: Interorganisationale Praktiken und Entstehung von Krisen

21. Jul 2011

(Auszug)

Trotz – oder gerade wegen – der Popularität von Forschungsarbeiten über Finanzmärkte seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise mangelt es an einem präzisen Verständnis davon, was unter Finanzialisierung zu verstehen ist und welche interorganisationalen Praktiken letztlich zur Entstehung von Krisen führen. Je nach analytischer Perspektive gelten unterschiedliche Definitionen und Verständnisse. Auffallend ist dabei insbesondere, dass die makroinstitutionellen Arbeiten einerseits und die Organisationsuntersuchungen andererseits weitgehend unverbunden sind. Dies ist überraschend, weil alle Ansätze von tiefgreifenden Veränderungen ausgehen, die über Zeit und Raum erfolgen, ohne jedoch die Interdependenzen zu systematisieren. Konzeptionell soll dieses Papier dazu beitragen, diese Lücke zu füllen, die zwischen Makro- und Mikroansätzen der Finanzialisierungsdebatte besteht. Wir schlagen vor, dies mit Hilfe von Konzepten zu tun, die vor allem auf interorganisationale Beziehungen ausgerichtet sind. Mit ihrer Hilfe streben wir eine Rekonstruktion der Genese von Produkten und Geschäftsmodellen in Bereichen wie Immobilien- und Rohstoffmärkten an, die regelmäßig spekulative Tendenzen („Blasen“) aufweisen und versuchen so dominante Begründungs- und Handlungslogiken aufzuzeigen, um auf diese Weise systematische Zusammenhänge zwischen Mikro- und Makroebene erklären zu können.

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Botzem_Dobusch_2011_Paper (application/pdf)
AutorIn Momentum2011 2011-10-11 17:26:41

Botzem_Dobusch_2011_Abstract (application/pdf)
AutorIn Momentum2011 2011-07-21 10:45:17