Binder Peter: Gleichheit braucht Tradition – Die Darstellung von Gleichheit in den Geschichtsbüchern für den Pflichtschulunterricht

26. Jul 2011

Die Frage einer gleicheren Gesellschaft ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Gleichheit kann sich aber nur entwickeln und gelebt werden, wenn die unterschiedlichen Konzepte von Gleichheit gelebt und von Kindheit an gelernt werden. In der Realität wachsen österreichische Kinder immer noch mit gelebten Rollenbildern auf, die dazu beitragen, dass eher die Ungleichheit als die Gleichheit in unserer Gesellschaft Tradition hat und deshalb auch fortbesteht. Als Beispiel sei auf das Rollenbild von Frau und Mann verwiesen – da die Kinderbetreuung auch als Beruf immer noch von Frauen dominiert wird, verfestigt sich in der heranwachsenden Jugend das Bild, dass Kinderbetreuung Frauensache sei – ganz zu schweigen davon, dass dieses Bild auch in der überwiegenden Mehrzahl der Haushalte tradiert wird.

Nun gibt es in Österreich dankenswerterweise aber auch die Unterrichtspflicht, und die Schule könnte den Lehrauftrag übernehmen, Kindern und Jugendlichen Gleichheit als Prinzip für eine bessere Gesellschaft näher zu bringen. Welche Konzepte von Gleichheit gibt es aber, und wie fließt Gleichheit in den Unterricht ein?

Um diesen Fragen nachzugehen will der Autor die gängigsten Lehrbücher für den Geschichtsunterricht in der Pflichtschule auf die darin enthaltenen Konzepte von Gleichheit (oder auch Ungleichheit) überprüfen. Der Geschichtsunterricht eignet sich nach Meinung des Autors deshalb am besten zur Analyse, weil er auch am besten für die Vermittlung von Gleichheit geeignet ist, da hier die Entwicklung verschiedener Gesellschaften und Gesellschaftsformen über die Jahre der Zeit beschrieben wird. Welchen Raum Gleichheit in dieser Beschreibung zur Zeit aber einnimmt, soll Inhalt des Momentum-Beitrags sein. Dabei werden zuerst die möglichen Konzepte von Gleichheit (Gleichheit unabhängig von Geschlecht, des Standes, der Rasse etc.) vorgestellt und danach beschrieben, wie diese Eingang in die Lehrbücher für den Geschichtsunterricht finden (beispielsweise bei der Französischen oder der marxistischen Revolution für die klassenlose(re) Gesellschaft, den Kampf für die Gleichberechtigung der Frau oder gegen die Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe etc.). Aus dieser Beschreibung heraus wird dann die Analyse abgeleitet, ob in den Geschichtsbüchern eher eine ungleichere Gesellschaft – wie vom Autor vermutet – tradiert wird oder die Vorzüge der Gleichheit hervorgehoben werden.

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Binder_2011_Abstract (application/pdf)
AutorIn Momentum2011 2011-07-26 11:58:37