Binder Peter: Ein solidarisches Modell für die Versorgung der älteren, pflegebedürftigen Menschen in Österreich mit Angeboten der Pflege und Betreuung

25. Okt 2010

Abstract Momentum 10 Track 7 „Zukunft des Wohlfahrtsstaates”

„Ein solidarisches Modell für die Versorgung der älteren, pflegebedürftigen Menschen in Österreich mit Angeboten der Pflege und Betreuung”

1. Vorbemerkung:
Die österreichische Soziallandschaft kennt im Bereich der Angebote und Leistungen der Altenpflege und –betreuung unterschiedlichste Ausprägungen in den Bundesländern hinsichtlich Qualität und Quantität. Anfang der 1990er-Jahre hat es Bestrebungen und Maßnahmen zur bundesweiten Harmonisierung der Finanzierung und damit verbunden einer ausreichenden Bedarfsplanung gegeben. Trotzdem gibt es nach wie vor unterschiedlich große Lücken in der Versorgung. Aber obwohl die Bedarfsplanungen kaum erfüllt und die größte Verantwortung in der Pflege und Betreuung immer noch zu einem überwiegenden Teil von den Familien der Betroffenen wahrgenommen wird, reichen die für diesen Zweck zur Verfügung gestellten Finanzmittel bei weitem nicht aus. Deshalb klagen Länder und/oder Gemeinden über den zunehmenden Finanzierungsdruck, dem sie aufgrund der Kompetenzlage ausgesetzt werden. In der politischen Diskussion werden die Kompetenzlage und die ungenügende und deshalb unsolidarische Finanzierung zwar angesprochen, allerdings nie konsequent in Frage gestellt. Dabei ist es aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen dringend notwendig, sich mehr auf die Weiterentwicklung und den Ausbau außerfamiliärer Altenbetreuungsstrukturen zu konzentrieren – mit den damit verbundenen Finanzierungsfragen.

In diesem Beitrag sollte ursprünglich das österreichische Modell und seine Problemstellungen vorgestellt und – ausschließlich – mit dem dänischen Modell verglichen werden. Dieses Grundvorhaben wird nun aber noch um einen Exkurs nach Schweden ergänzt, um die Einzigartigkeit des dänischen Modells selbst innerhalb der Wohlfahrtsstaaten sozialdemokratischen Typs hervorzuheben und die Notwendigkeit der Orientierung an diesem Modell bei einem Paradigmenwechsel in der Altenhilfe zu betonen, will man eine wirklich solidarisch finanzierte Versorgung älterer, pflegebedürftiger Menschen mit Angeboten der Pflege und Betreuung verwirklichen. Dieser Paradigmenwechsel soll hier schließlich für Österreich skizziert werden, wobei einige Widersprüche in der derzeitigen öffentlichen Debatte aufgezeigt werden sollen. Dieser Vorbemerkung zum Abschluss sei hinzugefügt, dass die Darstellung der Modelle und der Problemstellungen aufgrund des Umfangs keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Peter Binder

Dokumente zum Download

Beitrag_Binder (application/pdf)
AutorIn Momentum 2011-03-04 14:56:20