Baumgartner Martin: Heteronormativität im österreichischen Recht

5. Nov 2009

Abstract Momentum 09 Track 2 „Recht und Geschlecht”

„Heteronormativität im österreichischen Recht”

1. Einleitung
„Recht und Geschlecht“ lautet der Titel des Tracks, für den dieser Beitrag geschrieben wurde. Bis vor ein oder zwei Jahrzehnten hätte sich dieser Titel wohl stillschweigend auf die Diskriminierung von Frauen bezogen. Die Diskriminierung von Frauen gibt es nach wie vor, und daher ist es wichtig, diese Dimension nicht aus den Augen zu verlieren.

Doch in den letzten Jahren hat sich der Bezugsrahmen des Themas erweitert: Geht man von Butlers „heterosexueller Matrix“ aus, die das Geschlechtermodell einer „Zwangsordnung Geschlecht/Geschlechtsidentität/Begehren“ vertritt, so sind neben dem Geschlecht im engeren Sinne noch die Geschlechtsidentität und die sexuelle Orientierung zu denken. Genau dieser „weitere“ Geschlechtsbegriff ist es, der dieser Arbeit zugrunde liegt.

Die vorliegende Arbeit wird zunächst die Begriffe der Heteronormativität und des Rechts erläutern sowie ihr Verhältnis zueinander beleuchten (Abschnitt 2). Danach werden zwei wesentliche Aspekte davon – die binäre Geschlechterordnung (Abschnitt 3) und die Naturalisierung von Heterosexualität (Abschnitt 4) – in Hinblick auf die damit verbundenen Ausschlüsse im österreichischen Recht untersucht. Im darauffolgenden Teil (Abschnitt 5) sollen die Grenzen des heteronormativen Systems aufgezeigt werden. Aus den Ergebnissen der vorangegangenen Abschnitte sollen auch konkrete politische Forderungen abgeleitet werden (Abschnitt 6).

Das Thema Heteronormativität im österreichischen Recht würde wohl genug Stoff für eine Dissertation bieten, würde man sämtliche Rechtsnormen umfassend auf Ein- und Ausschlüsse analysieren. Die Analyse für diesen Beitrag muss sich daher auf die nach Meinung des Verfassers wesentlichsten Aspekte beschränken.

Martin Baumgartner

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AutorIn Momentum 2011-05-16 21:54:54