Ambrosch Heidemarie: Prekäre Arbeitsverhältnisse – für nicht wenige schon immer ein Problem

25. Okt 2010

Abstract Momentum 10 Track 3 „Arbeitsrecht und Arbeitsverhältnisse”

„Prekäre Arbeitsverhältnisse – für nicht wenige schon immer ein Problem“

5 thesenhafte Anmerkungen und die Frage was tun?
Prekäre Arbeitsverhältnisse sind ein globales Problem. Prekäre Arbeitsverhältnisse treffen
Frauen quantitativ und qualitativ anders als Männer in einer patriarchalen Welt, die Frauen
zwei Drittel der gesellschaftlich notwendigen Arbeit aufbürdet, ihnen aber weltweit nur 10%
der Einkommen zugesteht. Die sogenannten „Wohlstandsjahre“ sind international gesehen
eher die Ausnahme als die Regel. Zukunftsweisende Fragen wie der nach einer Neuauf- und
Umverteilung von Arbeit und Reichtum müssen grenzüberschreitend gedacht werden. Lautet
die erste These.

Die Sicherheit, auf die viele im westlichen Kapitalismus bis in die 70er Jahre bauen konnten,
hatte ihre Grundlage auch in den zur gleichen Zeit prekären Arbeits- und
Ausbeutungsverhältnissen anderer Länder. Sie hatte ein weiteres Standbein im Konzept der
bürgerlichen Familie und dem bis dahin zugestandenen Ernährerlohn bzw. eines
dazugehörenden Sozialsystems, das Ehefrauen und Kinder in einer Art Hilfssystem zwar
mitbedachte, aber in Abhängigkeit vom Ernährer oder dem Staat. Die ungerechte
Entlohnung in sogenannten Billiglohnländern wie die von Frauen gepaart mit der Ignoranz
gegenüber unentlohnter gesamtgesellschaftlich notwendiger Arbeit von Frauen, ob im
Haushalt oder in der Subsistenzwirtschaft sind ein wichtiger Bauteil den Konkurrenzkampf
um die bestehenden formellen Arbeitsplätze anzukurbeln. Gezielt lancierter Rassismus
(Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg) verschleiert die Tatsache, dass die
Auslagerung von Produktionen ins Ausland oder Rationalisierunfsmaßnahmen die Kollegin
mit migrantischen Hintergrund genauso treffen wie die indigene Bevölkerung.

Heidemarie Ambrosch

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AutorIn Momentum 2011-02-19 19:38:38